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Energieausweis: Was ist ein guter Wert? (kWh/m²·a)

23. Juni 2026

Energieausweis: Was ist ein guter Wert? (kWh/m²·a)

Kurz zusammengefasst

Als grobe Faustregel gilt: Ein Endenergiekennwert unter 50 kWh/(m²·a) ist sehr gut (Neubau-Niveau, Klasse A/A+), bis 100 solide (Klasse B/C, sanierter Bestand), bis 160 durchschnittlich für Bestandshäuser (D/E) und über 250 sehr hoch (Klasse H). Es gibt aber keinen gesetzlichen Mindestwert — auch ein Haus mit hohem Wert darf verkauft und vermietet werden, die Zahl muss nur angegeben werden. Der Kennwert steht für die energetische Effizienz, nicht für die Qualität deines Hauses.


Was ist überhaupt „der Wert" im Energieausweis?

Der zentrale Wert ist der Endenergiekennwert in Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche und Jahr, kWh/(m²·a). Er sagt, wie viel Energie dein Gebäude rechnerisch (Bedarfsausweis) oder gemessen (Verbrauchsausweis) pro Quadratmeter und Jahr für Heizung und Warmwasser braucht. Aus diesem Wert ergibt sich automatisch die Effizienzklasse — wie die Skala funktioniert, erklärt Energieausweis lesen: Effizienzklassen A+ bis H.


Einordnung: welcher Wert ist gut?

Endenergie kWh/(m²·a)KlasseEinordnung
≤ 30A+Passivhaus / Top-Neubau
> 30 – 50ANeubau-Standard
> 50 – 75Bgut saniert / guter Neubau
> 75 – 100Csanierter Bestand
> 100 – 130Dteilsanierter Bestand
> 130 – 160Eunsanierter Bestand (80er/90er)
> 160 – 200Fälterer Bestand
> 200 – 250Gunsaniertes Vorkriegs-/50er-Haus
> 250Hsehr ineffizient

Liegt dein Wert genau auf einer Grenze (z. B. 100), zählt die bessere Klasse (also C, nicht D). Die Grenzen sind gesetzlich fixiert (§ 86 i. V. m. Anlage 10 GEG).


Ein hoher Wert ist kein Grund zur Panik

Ältere Häuser haben fast immer höhere Kennwerte — das ist normal und liegt am Baustandard ihrer Zeit, nicht an einem Mangel. Wichtig für dich:

  • - Kein Mindestwert schreibt vor, ob du verkaufen oder vermieten darfst. Die Zahl muss nur offengelegt werden (§ 87 GEG).
  • - Der Wert ist ein Verhandlungs- und Planungshinweis, kein Urteil über dein Haus.
  • - Ob und wie sich der Wert verbessern ließe, ist eine Frage für eine qualifizierte Energieberatung — nicht für den Ausweis selbst.

Bei einem Verbrauchsausweis hängt der Wert auch am Heizverhalten der Bewohner, beim Bedarfsausweis an der Bausubstanz; deshalb kann dasselbe Haus je nach Ausweisart leicht unterschiedlich ausfallen (Verbrauchs- oder Bedarfsausweis: Unterschied).

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Häufige Fragen

Ab welchem Wert ist ein Haus energetisch gut? Grob: unter 50 kWh/(m²·a) sehr gut, bis 100 solide. Ältere Bestandshäuser liegen oft deutlich höher — das ist normal.

Gibt es einen Mindestwert, um zu verkaufen? Nein. Auch ein H-Haus darf verkauft werden; der Wert muss nur angegeben werden.

Warum unterscheidet sich mein Wert vom Nachbarn trotz ähnlicher Häuser? Unterschiede bei Wohnfläche, Heizung, Energieträger und Ausweisart wirken sich auf den spezifischen Kennwert aus.

Was ist mit der Primärenergie? Die Effizienzklasse hängt an der Endenergie; die Primärenergie ist eine andere Größe (Endenergie vs. Primärenergie im Energieausweis).


Fachangaben nach GEG 2024 (§ 86 i. V. m. Anlage 10, § 87). Dieser Ratgeber ersetzt keine Energieberatung.


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