Energieeffizienzklasse im Exposé angeben: Regeln 2026
Auf einen Blick
Muss ich die Energieeffizienzklasse beim Verkauf oder der Vermietung immer in meinem Exposé angeben?
- Du musst bei einem Wohngebäude fünf Angaben in jeder Anzeige machen, sobald ein gültiger Energieausweis vorliegt, darunter die Energieeffizienzklasse von A+ bis H.
- Ab dem 1. Januar 2027 kommt eine neue Pflicht hinzu: Du musst zusätzlich das Ausstellungsdatum des Energieausweises in der Anzeige angeben.
- Fehlen die Angaben, droht ein Bußgeld bis zu 10.000 € und eine wettbewerbsrechtliche Abmahnung mit weiteren Kosten.
Rechtsgrundlage heute: Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals GEG). Die Regeln zum Energieausweis sind gleich geblieben.
Mini-Check: Brauche ich einen? 3 Fragen, 20 Sekunden
Du brauchst keinen. Die Pflicht greift erst, wenn du verkaufst oder neu vermietest.
Dein vorhandener Ausweis reicht, solange er gültig ist. Das Datum steht oben rechts auf Seite 1.
Wahrscheinlich keine Pflicht. Für Baudenkmäler und sehr kleine Gebäude gilt eine Ausnahme. Unsicher? Frag uns kurz im Chat (unten rechts).
Beim Neubau oder großen Umbau gehört der Ausweis zur Bauplanung. Das klärt in der Regel dein Planer.
Kein Stress: Solange du nicht verkaufst oder vermietest, besteht keine Pflicht. Wenn es so weit ist, reicht der Ausweis zur ersten Besichtigung.
Für Gewerbegebäude gelten eigene Regeln. Sprich uns an, wir sagen dir, was du brauchst.
Ja, du brauchst einen. Für die meisten bestehenden Wohnhäuser reicht der Verbrauchsausweis: in rund 5 Minuten ausgefüllt, 59,90 €, als PDF in 1–2 Werktagen.
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Inhalt dieses Artikels · 11 Abschnitte
- Was ist die Energieeffizienzklasse?
- Wann und wo musst du die Energieeffizienzklasse im Exposé angeben?
- Neue Pflichtangabe ab 1. Januar 2027: Ausstellungsdatum des Energieausweises
- Sonderfall: Ältere Energieausweise ohne Effizienzklasse
- Wer ist verantwortlich: Eigentümer oder Makler?
- Was passiert, wenn die Energieeffizienzklasse im Exposé fehlt?
- Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
- Energieeffizienzklasse und Immobilienpreis
- So bekommst du die Effizienzklasse für dein Exposé
- Checkliste: Pflichtangaben in der Immobilienanzeige (aktuell und ab 2027)
- FAQ: Energieeffizienzklasse im Exposé
Kurzfassung: Wer eine Wohnimmobilie verkauft oder vermietet, muss die Energieeffizienzklasse im Exposé angeben, sobald ein gültiger Energieausweis vorliegt. Die Klassen reichen von A+ bis H und basieren auf dem Endenergieverbrauch oder Endenergiebedarf in kWh/(m²·a). Fehlen die Angaben, drohen Bußgelder bis 10.000 € und wettbewerbsrechtliche Abmahnungen. Ab dem 1. Januar 2027 kommt eine weitere Pflichtangabe hinzu: das Ausstellungsdatum des Energieausweises. Dieser Ratgeber erklärt alle Pflichtangaben, die neuen Regeln, typische Fehler und den schnellsten Weg zum korrekten Exposé.
Was ist die Energieeffizienzklasse?
Die Energieeffizienzklasse ist eine Buchstabenbewertung von A+ bis H, die den energetischen Zustand eines Wohngebäudes auf einen Blick zeigt. Sie leitet sich direkt aus dem Endenergieverbrauch oder Endenergiebedarf ab, gemessen in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²·a). Die gesetzliche Grundlage bilden § 86 GEG in Verbindung mit Anlage 10 GEG. Wer die Energieeffizienzklasse im Exposé angeben will, muss diese Buchstabenklasse aus dem gültigen Energieausweis übernehmen.
Ein wichtiger Punkt, der oft übersehen wird: Energieeffizienzklassen gibt es ausschließlich für Wohngebäude. Nichtwohngebäude (Büros, Lagerhallen, Gewerbe) erhalten im Energieausweis keine Buchstabenklasse. Dort müssen stattdessen Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch getrennt für Wärme und Strom angegeben werden. Die Pflicht, eine Energieeffizienzklasse im Exposé aufzuführen, betrifft daher nur Wohnimmobilien.
Wer sich die gesamte Skala mit Praxisbeispielen anschauen möchte, findet eine ausführliche Erklärung im Ratgeber zu Effizienzklassen.
Die neun Klassen im Überblick
| Klasse | Endenergie (kWh/m²·a) | Typisches Gebäude |
|---|---|---|
| A+ | ≤ 30 | Passivhaus, KfW-Effizienzhaus 40 |
| A | ≤ 50 | Neubau nach aktuellem Standard |
| B | ≤ 75 | Guter Neubau oder umfassend saniert |
| C | ≤ 100 | Neuere Bauten, hochwertig sanierte Bestandsbauten |
| D | ≤ 130 | Durchschnitt im Bestand |
| E | ≤ 160 | Ältere Gebäude, Durchschnitt bestehender Wohngebäude |
| F | ≤ 200 | Altbau mit Teilsanierung |
| G | ≤ 250 | Unsanierter Altbau |
| H | > 250 | Stark sanierungsbedürftig |
Im Durchschnitt weisen bestehende Wohngebäude in Deutschland eine Energieeffizienzklasse E auf. Die Klassen A+, A und B entsprechen je nach Gebäudetyp dem heute möglichen Neubaustandard.
Wer die Effizienzklasse seines Gebäudes vorab sehen möchte: Bei EnergieausweisApp zeigt die kostenlose Vorschau den Kennwert und die Klasse, bevor man zahlt.
Wann und wo musst du die Energieeffizienzklasse im Exposé angeben?
§ 87 GEG regelt die Pflichtangaben in Immobilienanzeigen. Sobald ein gültiger Energieausweis vorliegt und die Immobilie in kommerziellen Medien inseriert wird, müssen bei Wohngebäuden diese fünf Angaben in der Anzeige stehen:
- Art des Energieausweises (Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis)
- Endenergieverbrauch oder Endenergiebedarf in kWh/(m²·a)
- Wesentliche Energieträger der Heizung (z. B. Gas, Öl, Fernwärme)
- Baujahr des Gebäudes
- Energieeffizienzklasse (A+ bis H)
Das gilt für jede Anzeige: Online-Portale wie ImmoScout24 oder Immowelt, Zeitungsinserate, Aushänge und auch die eigene Website. Die Energieeffizienzklasse im Exposé anzugeben ist keine freiwillige Zusatzinfo, sondern gesetzliche Pflicht. Eine kompakte Checkliste aller Pflichtangaben in Immobilienanzeigen hilft, nichts zu vergessen.
„Steht doch im Exposé-PDF" reicht nicht
Ein verbreiteter Irrtum: Manche Anbieter verzichten in der Kurzanzeige auf die Energiedaten und verweisen auf das ausführliche Exposé-PDF. Das Landgericht Ingolstadt hat 2023 klargestellt, dass jede einzelne Anzeige die Pflichtangaben enthalten muss (LG Ingolstadt, Urteil v. 02.06.2023, Az. 1 HK O 1994/22). Wer die Angaben nur im verlinkten PDF vorhält, verstößt gegen § 87 GEG.
Wann die Pflicht nicht greift
Die Regelung greift nicht, wenn der Energieausweis zum Zeitpunkt der Anzeigenschaltung noch nicht vorliegt, etwa bei Neubauten vor Fertigstellung. Auch bei sehr kleinen Gebäuden unter 50 m² Nutzfläche oder bestimmten denkmalgeschützten Gebäuden gelten Ausnahmen. Im Normalfall, also bei Verkauf oder Vermietung eines bestehenden Wohngebäudes, führt kein Weg daran vorbei: Du musst die Energieeffizienzklasse im Exposé angeben.
Verkauf oder Vermietung: wann muss der Ausweis da sein?
Tipp eine Karte an.
1. In der Anzeige
Schon in der Immobilienanzeige gehören die Kennwerte aus dem Energieausweis hinein, darunter die Effizienzklasse.
2. Bei der Besichtigung
Spätestens bei der Besichtigung legst du den Ausweis vor, unaufgefordert, im Original oder als Kopie.
3. Nach Vertragsschluss
Nach dem Kauf- oder Mietvertrag übergibst du den Ausweis unverzüglich an Käufer oder neuen Mieter, im Original oder als Kopie.
Und wenn nicht?
Fehlen die Pflichtangaben in der Anzeige, ist das eine Ordnungswidrigkeit, das Bußgeld kann bis zu 10.000 € betragen. Verantwortlich ist, wer die Anzeige schaltet, also auch der Makler.
Rechtsgrundlage: GModG (vormals GEG). Wer selbst im Haus wohnt und nicht verkauft oder vermietet, braucht keinen Ausweis.
Neue Pflichtangabe ab 1. Januar 2027: Ausstellungsdatum des Energieausweises
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) erweitert die bisherigen Pflichtangaben in Immobilienanzeigen um einen konkreten Punkt: Ab dem 1. Januar 2027 muss zusätzlich das Ausstellungsdatum des Energieausweises in jeder kommerziellen Anzeige stehen. Das ergibt sich aus den Änderungen am § 87 durch das GModG. Die Pflicht, die Energieeffizienzklasse im Exposé zu nennen, bleibt davon unberührt und gilt weiterhin unverändert.
Warum das Ausstellungsdatum?
Der Gesetzgeber will Transparenz darüber schaffen, wie aktuell die Energiekennwerte tatsächlich sind. Ein Energieausweis ist zehn Jahre gültig. Zwischen einem frisch ausgestellten Ausweis und einem, der neun Jahre alt ist, können erhebliche Unterschiede liegen, etwa weil zwischenzeitlich die Heizung getauscht oder das Dach gedämmt wurde. Käufer und Mieter sollen auf einen Blick erkennen, wann der Ausweis erstellt wurde.
Practitioners auf Reddit berichten, dass gerade bei Bestandsimmobilien das Ausstellungsdatum ein verlässlicherer Indikator für die Aktualität der Daten ist als die bloße Gültigkeit. Wer einen Ausweis von 2018 sieht, weiß sofort, dass die Verbrauchswerte auf Daten von 2015 bis 2017 basieren.
Was bedeutet der Stichtag 1. Januar 2027 praktisch?
Ab dem 1. Januar 2027 müssen alle neu geschalteten Immobilienanzeigen das Ausstellungsdatum enthalten. Bestehende Anzeigen, die vor dem Stichtag veröffentlicht wurden, müssen nachgepflegt werden, sobald sie aktualisiert oder verlängert werden. Wer ab diesem Datum ein Inserat ohne Ausstellungsdatum veröffentlicht, begeht einen Verstoß gegen die dann geltende Fassung des § 87.
Konkret heißt das für die Praxis:
- Sechs statt fünf Pflichtangaben bei Wohngebäuden in jeder Anzeige
- Das Datum steht auf dem Energieausweis selbst (Seite 1, oben rechts)
- Portale wie ImmoScout24 und Immowelt werden voraussichtlich ein neues Pflichtfeld einführen
- Makler und Eigentümer sollten ihre Anzeigenvorlagen rechtzeitig anpassen
Wer den Zeitplan und die Stufen des GModG im Detail nachvollziehen möchte, findet dort eine Übersicht aller Fristen.
Weitere geplante Änderung: Primärenergiebedarf statt Endenergiebedarf
Neben dem Ausstellungsdatum sieht der GModG-Entwurf vor, dass künftig der Primärenergiebedarf anstelle des Endenergiebedarfs als Pflichtangabe in Immobilienanzeigen tritt. Diese Änderung könnte die Effizienzklassenzuordnungen verschieben, weil der Primärenergiebedarf den vorgelagerten Energieaufwand (Förderung, Transport, Umwandlung) einbezieht. Die genauen Auswirkungen hängen davon ab, wie die finale Gesetzesfassung aussieht. Eine Erklärung der Unterschiede zwischen den beiden Werten gibt es im Beitrag zu Endenergiebedarf vs. Primärenergiebedarf.
Bis die neuen Regelungen in Kraft treten, gelten die beschriebenen fünf Pflichtangaben nach GEG 2024, einschließlich der Energieeffizienzklasse im Exposé.
Sonderfall: Ältere Energieausweise ohne Effizienzklasse
Die Energieeffizienzklassen (A+ bis H) sind erst seit dem 1. Mai 2014 Pflichtbestandteil des Energieausweises. Wurde ein Ausweis davor ausgestellt, enthält er wahrscheinlich keine Buchstabenklasse. Für diesen Fall sieht § 112 GEG Übergangsregelungen vor.
Wichtig: Ein Energieausweis ist nur 10 Jahre gültig. Ein Ausweis von vor Mai 2014 ist inzwischen abgelaufen. Es wird also ohnehin ein neuer benötigt, und dieser enthält die Effizienzklasse automatisch. Damit lässt sich dann auch die Energieeffizienzklasse im Exposé korrekt angeben.
Werte aus einem abgelaufenen Ausweis dürfen nicht verwendet werden, weder der Kennwert noch die Klasse. Das gilt auch dann, wenn die Angaben „vermutlich noch stimmen." Mehr zur Gültigkeit des Energieausweises und den Konsequenzen eines abgelaufenen Ausweises steht im verlinkten Ratgeber.
Einen neuen Verbrauchsausweis gibt es komplett online, ohne Vor-Ort-Termin, in wenigen Minuten. Hier den Verbrauchsausweis erstellen und die Effizienzklasse direkt in der kostenlosen Vorschau sehen.
Klasse A+: ≤ 30 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für Passivhaus oder sehr guter Neubau.
Klasse A: 30–50 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für Neubau-Standard.
Klasse B: 50–75 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für guter Neubau oder gut sanierter Bestand.
Klasse C: 75–100 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für sanierter Bestand.
Klasse D: 100–130 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für teilsanierter Bestand.
Klasse E: 130–160 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für unsanierter Bestand der 80er/90er.
Klasse F: 160–200 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für älterer Bestand.
Klasse G: 200–250 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für unsaniertes Haus aus Vorkriegszeit oder 50ern.
Klasse H: > 250 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für sehr hoher Energiebedarf.
Die Klasse steht auf Seite 1 deines Ausweises und gehört bei Verkauf oder Vermietung in die Anzeige.
Deine Klasse herausfinden: Verbrauchsausweis erstellen →Wer ist verantwortlich: Eigentümer oder Makler?
Beide. § 87 GEG nennt als Verantwortliche ausdrücklich Verkäufer, Vermieter, Verpächter, Leasinggeber und Immobilienmakler. Wer die Anzeige schaltet, steht in der Pflicht. In der Praxis bedeutet das: Der Makler kann sich nicht darauf berufen, dass der Eigentümer keinen Ausweis vorgelegt hat. Und der Eigentümer kann sich nicht darauf berufen, dass der Makler die Anzeige geschaltet hat. Beide Seiten müssen sicherstellen, dass die Energieeffizienzklasse im Exposé korrekt erscheint.
Practitioners auf Reddit berichten, dass gerade bei Erbengemeinschaften oder Altimmobilien die Zuständigkeiten oft unklar sind. Der entscheidende Punkt: Derjenige, der die Veröffentlichung verantwortet, haftet. Makler sollten daher die Angaben 1:1 aus dem gültigen Energieausweis übernehmen und nichts eigenmächtig abkürzen oder weglassen. Ausführlich behandelt das der Beitrag zu Maklerpflichten beim Energieausweis.
Was passiert, wenn die Energieeffizienzklasse im Exposé fehlt?
Die Konsequenzen sind dreistufig, und die erste Stufe ist oft nicht die schmerzhafteste.
1. Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld
Fehlende oder unvollständige Pflichtangaben in Immobilienanzeigen sind eine Ordnungswidrigkeit nach § 108 GEG. Das Bußgeld kann bis zu 10.000 € betragen. Mehrere Bundesländer setzen bereits automatisierte Software ein, die Online-Inserate systematisch auf fehlende Pflichtangaben scannt.
2. Wettbewerbsrechtliche Abmahnung
In der Praxis ist die Abmahnung nach § 5a UWG (Irreführung durch Unterlassen) oft teurer als das Bußgeld. Der Bundesgerichtshof hat 2017 in drei Urteilen entschieden, dass fehlende Energieausweisangaben in Immobilienanzeigen wettbewerbswidrig sind (BGH v. 05.10.2017, Az. I ZR 229/16, I ZR 232/16, I ZR 4/17).
Die Deutsche Umwelthilfe mahnt auch 2026 aktiv Makler ab. Eine strafbewehrte Unterlassungserklärung kostet typischerweise 3.000 bis 5.000 € pro Verstoß als Vertragsstrafe, zuzüglich der Abmahnkosten. Details zu Bußgeldern und Strafen gibt es im separaten Ratgeber.
3. Portal-Validierung
ImmoScout24 und Immowelt verlangen die Angabe von Ausweisart, Endenergieverbrauch, Energieeffizienzklasse, Energieträger und Baujahr. Unvollständige Inserate werden zur Korrektur zurückgegeben oder direkt abgelehnt. Man kommt also auch ganz praktisch nicht drum herum, die Energieeffizienzklasse im Exposé anzugeben.
Ab 2027 werden die Portale voraussichtlich auch das Ausstellungsdatum als Pflichtfeld aufnehmen. Wer seine Anzeigenvorlagen jetzt schon um dieses Feld ergänzt, spart sich die Nacharbeit.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Abkürzungen ohne Erklärung
Ein Klassiker, der regelmäßig zu Abmahnungen führt: Im Exposé steht nur „V" statt „Verbrauchsausweis", aus dem Baujahr wird „BJ" und die Energieeffizienzklasse C wird als einzelnes „C" angegeben. Der IVD-Rechtsexperte Osthus empfiehlt, Abkürzungen entweder ganz zu vermeiden oder stets ein Abkürzungsverzeichnis beizufügen. Ein offizielles Abkürzungsverzeichnis für Angaben aus dem Energieausweis existiert nicht. Wer auf Nummer sicher gehen will, schreibt alles aus.
Angaben nur im Exposé-PDF
Wie oben beschrieben: Jede einzelne Anzeige muss die Pflichtangaben enthalten, nicht nur das verlinkte PDF-Dokument. Auch die Energieeffizienzklasse im Exposé-PDF reicht nicht aus, wenn sie in der eigentlichen Kurzanzeige auf dem Portal fehlt.
Werte aus abgelaufenem Ausweis
Viele Eigentümer und Makler greifen auf den alten Energieausweis zurück, ohne das Ausstellungsdatum zu prüfen. Ein abgelaufener Ausweis ist kein gültiger Ausweis. Die Daten dürfen nicht für das Inserat verwendet werden.
Baujahr im Exposé weicht vom Ausweis ab
Manchmal steht im Exposé ein anderes Baujahr als im Energieausweis, etwa weil das tatsächliche Baujahr unklar ist oder ein Anbau das Datum verschoben hat. Die Angabe muss mit dem Energieausweis übereinstimmen.
Ausstellungsdatum vergessen (ab 2027)
Mit dem neuen Stichtag 1. Januar 2027 wird ein sechster Fehlertyp dazukommen. Wer seine Vorlage nicht rechtzeitig anpasst, riskiert dieselben Bußgelder und Abmahnungen wie bei fehlender Energieeffizienzklasse im Exposé. Am besten schon jetzt das Datum in die Vorlage aufnehmen, schaden kann es nicht.
Energieeffizienzklasse und Immobilienpreis
Die Effizienzklasse ist mehr als eine Pflichtangabe. Sie beeinflusst, was Käufer und Mieter zu zahlen bereit sind. Der Immobilienexperte von Schwäbisch Hall beziffert den Preisabschlag bei Gebäuden mit Energieeffizienzklasse D oder schlechter auf bis zu 30 Prozent. Die korrekte Angabe der Energieeffizienzklasse im Exposé schafft Transparenz und kann Preisverhandlungen versachlichen.
Für Eigentümer, die vor einem Verkauf stehen, lohnt sich deshalb ein aktueller Energieausweis. Er zeigt realistisch, wo das Gebäude steht, und gibt Käufern eine verlässliche Kalkulationsgrundlage. Wie der Typ des Energieausweises die Immobilienbewertung beeinflusst, erklärt der verlinkte Beitrag.
So bekommst du die Effizienzklasse für dein Exposé
Die Energieeffizienzklasse findest du auf Seite 2 oder 3 deines gültigen Energieausweises, zusammen mit dem Endenergieverbrauch oder Endenergiebedarf und der bekannten Farbskala von grün bis rot. Ab 2027 solltest du dir zusätzlich das Ausstellungsdatum von Seite 1 notieren. Beide Angaben zusammen bilden dann die Grundlage, um die Energieeffizienzklasse im Exposé vollständig und gesetzeskonform anzugeben.
Hast du keinen gültigen Ausweis, brauchst du einen neuen. Das geht heute komplett online, ohne Vor-Ort-Termin, in wenigen Minuten.
Jetzt Energieausweis online erstellen, mit kostenloser Vorschau der Effizienzklasse vor dem Kauf. Jeder Ausweis wird von einem Dipl.-Ing. geprüft und unterschrieben, GEG-2024-konform und 10 Jahre gültig.
Was du für den Verbrauchsausweis brauchst
Für den häufigsten Fall (Verbrauchsausweis) werden die Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre benötigt (36 zusammenhängende Monate, maximal 18 Monate alt gemäß GEG § 82) sowie einige Basisdaten zum Gebäude. Ob ein Verbrauchsausweis ausreicht oder ein Bedarfsausweis nötig ist, hängt von Baujahr und Wohneinheiten ab. Bei Gebäuden mit Baujahr vor 1977 und weniger als fünf Wohneinheiten ist der Bedarfsausweis Pflicht, es sei denn, das Gebäude wurde mindestens auf den Stand der Wärmeschutzverordnung 1977 saniert. Mehr dazu steht im Ratgeber: Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis.
Checkliste: Pflichtangaben in der Immobilienanzeige (aktuell und ab 2027)
| Pflichtangabe | Gültig seit | Quelle |
|---|---|---|
| Art des Energieausweises | 01.05.2014 | § 87 GEG |
| Endenergieverbrauch oder Endenergiebedarf | 01.05.2014 | § 87 GEG |
| Wesentliche Energieträger der Heizung | 01.05.2014 | § 87 GEG |
| Baujahr des Gebäudes | 01.05.2014 | § 87 GEG |
| Energieeffizienzklasse (A+ bis H) | 01.05.2014 | § 87 GEG |
| Ausstellungsdatum des Energieausweises | 01.01.2027 | § 87 GModG (neu) |
Kurz getestet: 3 Fragen
FAQ: Energieeffizienzklasse im Exposé
Muss die Energieeffizienzklasse in jeder Immobilienanzeige stehen?
Ja, bei Wohngebäuden in jeder kommerziellen Anzeige, sobald ein gültiger Energieausweis vorliegt. Das ergibt sich aus § 87 GEG. Eine Angabe nur im Exposé-PDF genügt nicht.
Gibt es Energieeffizienzklassen auch für Nichtwohngebäude?
Nein. Energieeffizienzklassen (A+ bis H) gelten ausschließlich für Wohngebäude. Bei Nichtwohngebäuden müssen stattdessen Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch getrennt für Wärme und Strom angegeben werden.
Welches Bußgeld droht, wenn die Angabe der Energieeffizienzklasse im Exposé fehlt?
Bis zu 10.000 € nach § 108 GEG. Zusätzlich ist eine wettbewerbsrechtliche Abmahnung nach § 5a UWG möglich, die mit Vertragsstrafen von 3.000 bis 5.000 € pro Verstoß oft teurer ausfällt.
Was tun, wenn mein Energieausweis keine Effizienzklasse enthält?
Energieausweise, die vor dem 1. Mai 2014 ausgestellt wurden, enthalten oft keine Buchstabenklasse. Da diese Ausweise inzwischen abgelaufen sind, wird ein neuer benötigt. Diesen kann man online erstellen, mit kostenloser Vorschau der Effizienzklasse.
Reicht es, die Energieeffizienzklasse im Exposé nur als PDF-Anhang anzugeben?
Nein. Das LG Ingolstadt hat 2023 entschieden, dass die Pflichtangaben in jeder einzelnen Anzeige stehen müssen, nicht nur in einem verlinkten Dokument.
Wer haftet, wenn die Angaben fehlen: Eigentümer oder Makler?
Beide können haftbar sein. § 87 GEG nennt ausdrücklich Verkäufer, Vermieter und Immobilienmakler als Verantwortliche. Entscheidend ist, wer die Anzeige schaltet.
Wie finde ich die Effizienzklasse meines Gebäudes heraus?
Die Klasse steht im gültigen Energieausweis (Seite 2 oder 3). Ohne gültigen Ausweis kann man sich online einen neuen erstellen lassen. Auf der Preisseite stehen die aktuellen Optionen.
Muss ab 2027 das Ausstellungsdatum des Energieausweises im Exposé stehen?
Ja. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) führt zum 1. Januar 2027 das Ausstellungsdatum als sechste Pflichtangabe in Immobilienanzeigen ein. Das Datum findet sich auf Seite 1 des Energieausweises und sollte schon jetzt in Anzeigenvorlagen eingepflegt werden.
Ändert sich zum 1. Januar 2027 nur das Ausstellungsdatum?
Das Ausstellungsdatum ist die erste Änderung, die greift. Darüber hinaus sieht der GModG-Entwurf vor, dass Primärenergiebedarf statt Endenergiebedarf angegeben werden soll. Ob diese Änderung zum selben Stichtag kommt oder später, hängt von der finalen Gesetzesfassung ab. Die Entwicklung lässt sich im GModG-Überblick verfolgen.
Energieausweis in 5 Minuten online erstellen
GModG-konform, DIBt-registriert, als PDF in 1–2 Werktagen.
Verbrauchsausweis 59,90 €