Gebäudedaten eingeben: Fenster, Dämmung, Ausweis 2026
Auf einen Blick
Welche Gebäudedaten muss ich für meinen Energieausweis genau eingeben, z. B. zu Fenstern und Dämmung?
- Beim Verbrauchsausweis musst du Basisdaten wie Baujahr, Gebäudetyp und Heizung angeben; Fenster und Dämmung fließen nur in die Modernisierungsempfehlungen ein, nicht in den eigentlichen Energiekennwert.
- Beim Bedarfsausweis benötigst du exakte Maße, Konstruktionsdetails zu Fenstern, Dach und Fassade sowie Dämmungsdaten für jedes Bauteil, berechnet nach DIN V 18599.
- Wo Angaben fehlen, rechnet die Software mit typischen Werten für das Baujahr – eigene Angaben machen das Ergebnis genauer.
Rechtsgrundlage heute: Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals GEG). Die Regeln zum Energieausweis sind gleich geblieben.
Mini-Check: Brauche ich einen? 3 Fragen, 20 Sekunden
Du brauchst keinen. Die Pflicht greift erst, wenn du verkaufst oder neu vermietest.
Dein vorhandener Ausweis reicht, solange er gültig ist. Das Datum steht oben rechts auf Seite 1.
Wahrscheinlich keine Pflicht. Für Baudenkmäler und sehr kleine Gebäude gilt eine Ausnahme. Unsicher? Frag uns kurz im Chat (unten rechts).
Beim Neubau oder großen Umbau gehört der Ausweis zur Bauplanung. Das klärt in der Regel dein Planer.
Kein Stress: Solange du nicht verkaufst oder vermietest, besteht keine Pflicht. Wenn es so weit ist, reicht der Ausweis zur ersten Besichtigung.
Für Gewerbegebäude gelten eigene Regeln. Sprich uns an, wir sagen dir, was du brauchst.
Ja, du brauchst einen. Für die meisten bestehenden Wohnhäuser reicht der Verbrauchsausweis: in rund 5 Minuten ausgefüllt, 59,90 €, als PDF in 1–2 Werktagen.
Jetzt startenWusstest du? Ein Energieausweis gilt zehn Jahre und immer für das ganze Gebäude, nicht nur für eine Wohnung. In 2 Minuten von Kasten zu Kasten ↓
Wusstest du? Ein Energieausweis gilt zehn Jahre und immer für das ganze Gebäude, nicht nur für eine Wohnung. In 2 Minuten von Kasten zu Kasten ↓
Markierungen: Pflicht Frist / Bußgeld Spartipp Begriff
Inhalt dieses Artikels · 17 Abschnitte
- Kurz zusammengefasst
- Was sind „Gebäudedaten" beim Energieausweis?
- Welche Pflichtangaben braucht jeder Energieausweis?
- Gebäudenutzfläche ermitteln: AN richtig berechnen
- Thermische Hüllfläche bestimmen
- Fenster-Daten richtig eingeben: Das wird abgefragt
- Dämmung-Daten richtig eingeben: Das wird abgefragt
- Wärmebrücken erfassen
- Luftdichtheit beurteilen
- Solare Wärmegewinne bewerten
- Lüftung und Kühlung: Angaben richtig machen
- Erneuerbare Energien: Nutzung angeben
- Verbrauchsausweis vs. Bedarfsausweis: Wie unterscheidet sich die Dateneingabe?
- WSchVo 1977: Wann gilt die Ausnahme für den Verbrauchsausweis?
- Typische Fehler bei der Dateneingabe und wie man sie vermeidet
- Wo finde ich meine Fenster- und Dämmungsdaten?
- FAQ: Häufige Fragen zur Dateneingabe beim Energieausweis
Kurz zusammengefasst
Wer einen Energieausweis erstellt, muss Gebäudedaten eingeben: Angaben zu Fenstern, Dämmung, Heizung, Gebäudemaßen und mehr. Beim Verbrauchsausweis sind die Angaben überschaubar, beim Bedarfsausweis deutlich umfangreicher. Wo Angaben fehlen, rechnet die Software mit typischen Werten für das Baujahr – eigene Angaben machen das Ergebnis genauer. Dieser Ratgeber erklärt Feld für Feld, was abgefragt wird, wo die Infos zu finden sind und worauf man achten sollte. Neu abgedeckt: Gebäudenutzfläche ermitteln, thermische Hüllfläche bestimmen, Wärmebrücken erfassen, Luftdichtheit beurteilen, solare Wärmegewinne bewerten, Lüftung und Kühlung sowie erneuerbare Energien angeben.
Was sind „Gebäudedaten" beim Energieausweis?
Gebäudedaten sind alle technischen und baulichen Angaben, die für die Berechnung oder Einstufung der Energieeffizienz eines Hauses nötig sind. Dazu gehören grundlegende Informationen wie Baujahr und Gebäudetyp, aber auch detaillierte Angaben zu Fenstern, Dämmung, Heizung und der Gebäudehülle.
Wie viele Gebäudedaten eingegeben werden müssen, hängt vom Ausweistyp ab:
- Verbrauchsausweis: Die tatsächlichen Heizverbrauchswerte stehen im Mittelpunkt. Angaben zu Fenstern und Dämmung fließen nur in die Modernisierungsempfehlungen ein, nicht in den eigentlichen Energiekennwert.
- Bedarfsausweis: Dieser basiert auf einer detaillierten Analyse der Bausubstanz. Exakte Maße, Konstruktionsdetails zu Fenstern, Dach und Fassade werden erfasst und berechnet nach DIN V 18599.
Welchen Ausweis man braucht (oder wählen darf), hängt von Baujahr und Größe des Gebäudes ab. Eine ausführliche Erklärung dazu gibt es im Ratgeber zum Energieausweis.
Wer einen Verbrauchsausweis braucht, kann den Prozess oft in wenigen Minuten abschließen.
→ Verbrauchsausweis online erstellen (mit kostenloser Vorschau des Kennwerts)
Hast du alles beisammen?
Zum Abhaken für dich, nichts wird gespeichert.
0 von 6 bereit
Alles da? Verbrauchsausweis erstellen →Welche Pflichtangaben braucht jeder Energieausweis?
Unabhängig davon, ob ein Verbrauchs- oder Bedarfsausweis erstellt wird, gibt es Basisdaten, die immer abgefragt werden:
- Baujahr des Gebäudes: Das Jahr der Fertigstellung. Es bestimmt, welche Baustandards als Berechnungsgrundlage gelten.
- Gebäudetyp: Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Reihenhaus, Doppelhaushälfte und so weiter.
- Anzahl Wohneinheiten: Relevant für die Frage, ob zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweis gewählt werden darf. Mehr dazu im Guide nach Baujahr.
- Anzahl Vollgeschosse: Wie viele voll ausgebaute Stockwerke hat das Gebäude?
- Beheizte Wohnfläche / Gebäudenutzfläche (AN): Die Fläche, die bei der Energieberechnung zugrunde gelegt wird. Die Gebäudenutzfläche AN ist nicht identisch mit der Wohnfläche (dazu gleich mehr).
- Anbausituation: Steht das Gebäude frei, ist es ein Reihenendhaus oder ein Reihenmittelhaus? Das beeinflusst die Größe der Außenhüllfläche.
- Postleitzahl: Damit wird der Klimastandort bestimmt.
- Heizungssystem: Typ (Gasbrennwert, Ölheizung, Wärmepumpe etc.), Baujahr und verwendeter Energieträger.
- Warmwasserbereitung: Zentral über die Heizung oder dezentral (z. B. Durchlauferhitzer)?
- Lüftungsart: Fensterlüftung, Abluftanlage oder kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.
- Keller: Vorhanden oder nicht? Beheizt oder unbeheizt?
- Anlass der Ausstellung: Verkauf, Vermietung, Neubau oder Modernisierung.
Die meisten dieser Angaben kennt man als Eigentümer oder findet sie in den Bauunterlagen. Falls Unsicherheit besteht: Bei der Online-Erstellung hilft ein KI-Assistent bei jedem Eingabefeld, sodass nichts übersehen wird. Eine Checkliste aller nötigen Unterlagen gibt es unter Unterlagen für den Energieausweis.
Gebäudenutzfläche ermitteln: AN richtig berechnen
Die Gebäudenutzfläche AN ist eine der häufigsten Stolperfallen bei der Dateneingabe. Sie ist nicht identisch mit der Wohnfläche nach Wohnflächenverordnung. Die AN wird nach den Regeln des GEG berechnet und ist in der Regel größer als die Wohnfläche, weil sie das gesamte beheizte Gebäudevolumen berücksichtigt, nicht nur die Wohnräume.
So wird die AN berechnet
Für den vereinfachten Nachweis bei Wohngebäuden gilt eine Faustformel:
AN = 0,32 × Ve
Dabei ist Ve das beheizte Gebäudevolumen in Kubikmetern (Außenmaße). Man multipliziert Länge × Breite × Geschosshöhe (Außenmaß) für alle beheizten Geschosse und summiert die Ergebnisse.
Beispiel: Ein freistehendes Einfamilienhaus mit den Außenmaßen 10 m × 8 m und zwei Vollgeschossen à 2,80 m Geschosshöhe ergibt Ve = 10 × 8 × 2,80 × 2 = 448 m³. Die AN wäre dann 0,32 × 448 = 143,4 m².
Typische Fehler bei der Flächenermittlung
Praktiker auf Reddit und in Energieberater-Foren berichten regelmäßig, dass Eigentümer die Wohnfläche aus dem Mietvertrag eintragen statt der AN. Das verfälscht den Kennwert, weil die Bezugsgröße nicht stimmt. Eine detaillierte Erklärung zum Unterschied findet sich im Beitrag Gebäudenutzfläche vs. Wohnfläche.
Wichtig: Bei Dachgeschossen mit Schrägen wird nicht die Wohnfläche nach der „Hälfte-Regel" angesetzt, sondern das volle Volumen bis zur Dachschräge.
Klasse A+: ≤ 30 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für Passivhaus oder sehr guter Neubau.
Klasse A: 30–50 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für Neubau-Standard.
Klasse B: 50–75 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für guter Neubau oder gut sanierter Bestand.
Klasse C: 75–100 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für sanierter Bestand.
Klasse D: 100–130 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für teilsanierter Bestand.
Klasse E: 130–160 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für unsanierter Bestand der 80er/90er.
Klasse F: 160–200 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für älterer Bestand.
Klasse G: 200–250 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für unsaniertes Haus aus Vorkriegszeit oder 50ern.
Klasse H: > 250 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für sehr hoher Energiebedarf.
Die Klasse steht auf Seite 1 deines Ausweises und gehört bei Verkauf oder Vermietung in die Anzeige.
Deine Klasse herausfinden: Verbrauchsausweis erstellen →Thermische Hüllfläche bestimmen
Die thermische Hüllfläche ist die gesamte Außenfläche, die den beheizten Bereich vom unbeheizten Bereich oder der Außenluft trennt. Sie ist die Grundlage für die Transmissionsverlustberechnung im Bedarfsausweis und damit einer der wichtigsten Eingabewerte überhaupt.
Was gehört zur Hüllfläche?
- Außenwände (einschließlich Flächen zu unbeheizten Anbauten oder Garagen)
- Dachflächen über beheizten Räumen
- Oberste Geschossdecke, falls das Dachgeschoss unbeheizt ist
- Kellerdecke über unbeheiztem Keller
- Bodenplatte, falls kein Keller vorhanden
- Fenster und Türen in der Hüllfläche
Was gehört nicht dazu?
Gemeinsame Wände zwischen beheizten Gebäudeteilen (z. B. die Wand zwischen zwei beheizten Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus) sind Innenwände. Sie werden nicht eingegeben. Das ist ein häufiger Fehler, der das Ergebnis verfälscht.
Detailliertes Aufmaß: So geht man vor
Für den Bedarfsausweis braucht man ein detailliertes Aufmaß aller Hüllflächen. In der Praxis bedeutet das:
- Außenmaße messen (nicht Innenmaße). Länge und Breite des Gebäudes, Geschosshöhen, Traufhöhe, Firsthöhe.
- Fensterflächen ermitteln und von der jeweiligen Wandfläche abziehen.
- Dachflächen berechnen, bei Satteldächern über die Dachneigung und Sparrenlänge.
- Anbauten, Erker und Gauben separat aufmessen. Diese Sonderflächen werden häufig vergessen oder falsch zugeordnet.
Das Verhältnis von Hüllfläche zu Volumen (A/Ve-Verhältnis) ist eine Schlüsselkennzahl. Ein kompaktes Gebäude (z. B. ein Würfel) hat ein günstiges A/Ve-Verhältnis und verliert weniger Wärme. Ein verwinkeltes Gebäude mit vielen Vor- und Rücksprüngen hat ein ungünstiges Verhältnis. Typische Werte: freistehendes Einfamilienhaus ca. 0,7 bis 0,9, Reihenhaus ca. 0,5 bis 0,7, großes Mehrfamilienhaus ca. 0,3 bis 0,5.
Fenster-Daten richtig eingeben: Das wird abgefragt
Fenster sind einer der größten Wärmeverlustpunkte am Gebäude. Entsprechend wichtig sind die Angaben beim Bedarfsausweis. Beim Verbrauchsausweis spielen Fenster-Details nur für die Modernisierungsempfehlungen eine Rolle, nicht für den Kennwert selbst.
Verglasungsart (Fenstertyp)
Die Verglasungsart ist das zentrale Merkmal. Üblich sind vier Kategorien:
- Einfachverglasung: Eine einzelne Scheibe, typisch für unsanierte Altbauten vor den 1970ern.
- Isolierverglasung (Doppelverglasung): Zwei Scheiben mit Luftzwischenraum. Standard ab den 1970ern bis Mitte der 1990er.
- Wärmeschutzverglasung: Doppelverglasung mit beschichteten Scheiben und Edelgasfüllung. Seit 1995 der Standard bei Neubauten.
- Dreifach-Wärmeschutzverglasung: Seit etwa 2012 erhältlich, inzwischen bei Neubauten und energetischen Sanierungen verbreitet.
Tipp: Wer nicht weiß, welchen Fenstertyp er hat, sollte auf den Abstandhalter zwischen den Scheiben schauen. Dort steht oft der Ug-Wert (der U-Wert der Verglasung) oder der Herstellername mit Jahreszahl. Alternativ: Eine Flamme vor die Scheibe halten. Bei Wärmeschutzverglasung hat die reflektierte Flamme eine andere Farbe als bei einfacher Isolierverglasung.
Baujahr der Fenster
Falls bekannt, wird das Einbau- oder Herstellungsjahr angegeben. Daraus lässt sich der U-Wert ableiten, wenn kein exakter Wert vorliegt.
Rahmenmaterial
Holz, Kunststoff oder Aluminium. Das Material beeinflusst den Wärmedurchgang über den Rahmen.
Fensterfläche pro Himmelsrichtung
Für den Bedarfsausweis muss die gesamte Fensterfläche nach Himmelsrichtungen aufgeteilt werden: Nord, Ost, Süd, West. Das liegt daran, dass solare Wärmegewinne (Sonneneinstrahlung durch Südfenster) in die Energiebilanz einfließen (dazu weiter unten ein eigener Abschnitt).
In der Praxis misst man pro Fassadenseite die Fenster (Breite × Höhe inklusive Rahmen) und summiert die Flächen je Himmelsrichtung.
Sonderfall Dachfenster
Dachfenster werden separat vom restlichen Dach bilanziert. Die Fensterfläche wird von der Dachfläche abgezogen und als eigenständiges Fenster mit eigenem U-Wert geführt. Dieser Punkt wird in vielen Anleitungen übersehen, kann aber das Ergebnis beeinflussen, besonders bei ausgebauten Dachgeschossen mit großen Fensterflächen.
U-Werte von Fenstern nach Baujahr (Orientierungstabelle)
| Fenstertyp / Baujahr | Typischer Uw-Wert (W/m²K) |
|---|---|
| Einfachverglasung (vor 1975) | ca. 5,0 |
| Isolierverglasung (1975 bis 1995) | ca. 2,7 bis 3,0 |
| Wärmeschutzverglasung (ab 1995) | ca. 1,1 bis 1,3 |
| Dreifach-Wärmeschutzverglasung (ab 2012) | ca. 0,6 bis 0,7 |
Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung. Der Unterschied zwischen Einfachverglasung und moderner Dreifachverglasung ist enorm: Faktor 7 bis 8.
Dämmung-Daten richtig eingeben: Das wird abgefragt
Neben den Fenstern ist die Dämmung der zweite große Datenkomplex beim Bedarfsausweis. Die Angaben werden pro Bauteil erfasst.
Welche Bauteile werden abgefragt?
Für jedes Bauteil der Gebäudehülle (also die Grenze zwischen beheiztem und unbeheiztem Bereich) braucht man Angaben:
- Außenwände
- Dach oder oberste Geschossdecke
- Kellerdecke oder Bodenplatte
- Fenster (siehe oben)
Angaben pro Bauteil
Für jedes Bauteil werden typischerweise diese Felder abgefragt:
- Fläche in m²
- Konstruktionsart (z. B. Mauerwerk, Holzständer, Beton)
- Dicke der Hauptschicht (in cm)
- Dämmung vorhanden? Ja oder nein.
- Bei vorhandener Dämmung: Material-Typ (EPS/Styropor, Mineralwolle, PUR, Holzfaser etc.), Dämmstärke in cm, Jahr des Einbaus.
- Baujahr bzw. Sanierungsjahr des Bauteils
Nachträgliche vs. originale Dämmung: Eine wichtige Regel
Nur nachträglich aufgebrachte Dämmungen fließen explizit in die Berechnung ein. Dämmungen, die zum ursprünglichen Baujahr gehören, werden automatisch über die damaligen Bauvorschriften berücksichtigt.
Konkret: Wurde ein Haus 1985 gebaut und hat seitdem keine Fassadendämmung erhalten, muss keine Dämmung eingetragen werden. Die Software setzt den Baujahr-Standard an. Wurde 2010 ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) nachgerüstet, trägt man Material, Stärke und Einbaujahr ein.
Wo finden sich die Dämmungsdaten?
- Baubeschreibung (vom Bauträger oder Architekten)
- Handwerkerrechnungen von Sanierungsmaßnahmen
- Fördernachweise (KfW oder BAFA, falls Fördermittel genutzt wurden)
- Fotos von der Bauphase (z. B. Dachausbau, wo Dämmstärke sichtbar ist)
- Energieberater-Berichte früherer Beratungen
Was passiert, wenn keine Dämmungsdaten vorliegen?
Wenn zu einem Bauteil keine Angaben gemacht werden können, greifen vereinfachte Standardwerte. Das erlaubt das Gesetz ausdrücklich (vereinfachte Datenerhebung). Leere Felder werden dann mit den Standardwerten der vereinfachten Datenerfassung belegt.
Wichtig: Standardwerte beschreiben ein typisches Gebäude dieses Baujahrs, nicht Ihr Haus. Ihr Haus kann besser oder schlechter dastehen – genau wird das Ergebnis erst mit eigenen Angaben. Eine penible Dokumentation jeder einzelnen Sanierung macht einen spürbaren Unterschied.
Typische U-Werte für Außenwände zur Orientierung: Altbau vor 1918 liegt bei ca. 1,70 W/(m²K), Bauten der 1970er bei ca. 1,20 W/(m²K), Neubauten ab 2016 bei ca. 0,20 W/(m²K).
Welche Angaben insgesamt benötigt werden, zeigt auch der Beitrag Welche Angaben braucht der Energieausweis.
Wärmebrücken erfassen
Wärmebrücken sind Stellen in der Gebäudehülle, an denen Wärme schneller nach außen abfließt als durch die umliegenden Bauteile. Typische Beispiele: Fensterlaibungen, Balkonanschlüsse, Rollladenkästen, Ecken von Außenwänden, Übergang vom Keller zur Außenwand.
Warum sind Wärmebrücken relevant?
Im Bedarfsausweis nach DIN V 18599 werden Wärmebrücken als Zuschlag zum U-Wert der Hüllfläche berücksichtigt. Je nach Erfassungsmethode kann dieser Zuschlag das Ergebnis merklich beeinflussen. In Energieberater-Foren wird immer wieder darauf hingewiesen, dass der Wärmebrückenzuschlag bei Altbauten leicht 10 bis 15 Prozent der Transmissionsverluste ausmachen kann.
Drei Berechnungsvarianten
Die DIN 4108 Beiblatt 2 unterscheidet drei Ansätze:
- Pauschaler Zuschlag (ΔUWB = 0,10 W/(m²K)): Wird angesetzt, wenn keine weiteren Nachweise vorliegen. Einfach, aber konservativ.
- Gleichwertiger Nachweis (ΔUWB = 0,05 W/(m²K)): Kann verwendet werden, wenn die Konstruktionsdetails bestimmte Referenzwerte einhalten.
- Detaillierter Nachweis: Einzelne Wärmebrücken werden mit ihren tatsächlichen Psi-Werten (ψ-Werten) berechnet. Das setzt detaillierte Konstruktionszeichnungen voraus und wird in der Praxis meist nur von Energieberatern durchgeführt.
Für die Online-Erstellung eines Energieausweises reicht in den meisten Fällen der pauschale Zuschlag. Wer aber nachweisen kann, dass die Anschlussdetails dem Beiblatt 2 entsprechen, spart mit dem reduzierten Zuschlag bares Ergebnis.
Luftdichtheit beurteilen
Die Luftdichtheit eines Gebäudes beschreibt, wie gut die Gebäudehülle ungewollte Luftströmungen verhindert. Undichte Stellen (Fugen an Fenstern, Durchdringungen in der Dampfbremse, Rollladenkästen) führen zu unkontrollierten Wärmeverlusten.
Blower-Door-Test: Was wird gemessen?
Die Luftdichtheit wird mit einem sogenannten Blower-Door-Test (Differenzdruckverfahren nach DIN EN ISO 9972) gemessen. Das Ergebnis ist der n50-Wert: die Luftwechselrate bei 50 Pascal Druckdifferenz. Je niedriger, desto dichter.
Richtwerte:
| Gebäudetyp | Typischer n50-Wert |
|---|---|
| Unsanierter Altbau | 4 bis 10 h⁻¹ |
| Sanierter Bestand | 2 bis 4 h⁻¹ |
| Neubau nach GEG | ≤ 1,5 h⁻¹ (mit Lüftungsanlage ≤ 1,0) |
| Passivhaus | ≤ 0,6 h⁻¹ |
Auswirkung auf den Bedarfsausweis
Liegt ein Blower-Door-Protokoll vor, kann der gemessene n50-Wert in die Berechnung einfließen. Ohne Nachweis setzt die Software einen Standardwert an, der dem Baujahr entspricht und meist ungünstiger ist als die Realität bei Gebäuden, die nach 2000 gebaut wurden. Wer also ein Protokoll hat, sollte es einreichen.
Für Neubauten, die eine Förderung beantragt haben (KfW-Effizienzhaus), ist ein Blower-Door-Test ohnehin Pflicht und das Ergebnis dokumentiert.
Solare Wärmegewinne bewerten
Solare Wärmegewinne sind die Energie, die durch Sonneneinstrahlung über Fenster ins Gebäude gelangt und den Heizwärmebedarf reduziert. Sie sind ein fester Bestandteil der Energiebilanz im Bedarfsausweis nach DIN V 18599.
Was beeinflusst die solaren Gewinne?
- Fensterfläche pro Himmelsrichtung: Südfenster bringen die größten Gewinne. Nordfenster kaum.
- Verglasungstyp: Der g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) bestimmt, wie viel Sonnenenergie durch die Scheibe kommt. Einfachverglasung hat einen g-Wert von ca. 0,85, Dreifachverglasung liegt bei ca. 0,50 bis 0,55.
- Verschattung: Balkone, Dachüberstände, Nachbargebäude oder Rollläden reduzieren die solaren Gewinne.
- Neigung und Ausrichtung: Dachfenster empfangen je nach Neigungswinkel mehr oder weniger Strahlung als Fassadenfenster.
Praxisrelevanz
Ein nach Süden ausgerichtetes Haus mit großen Fensterflächen kann laut Berechnungsbeispielen des Fraunhofer IBP den Heizwärmebedarf um 10 bis 20 Prozent gegenüber einem identischen Gebäude mit gleichmäßiger Fensterverteilung senken. Umgekehrt verschlechtert sich das Ergebnis, wenn große Fensterflächen nach Norden zeigen.
Bei der Dateneingabe müssen die Fensterflächen deshalb korrekt den Himmelsrichtungen zugeordnet werden. Wer hier schludert, verschenkt im besten Fall solare Gewinne oder erhält im schlechtesten Fall einen verzerrten Kennwert.
→ Wer sich fragt, was die Effizienzklassen konkret bedeuten: Effizienzklassen A bis H erklärt
Lüftung und Kühlung: Angaben richtig machen
Die Lüftungsart und eine eventuelle Kühlung fließen in den Bedarfsausweis ein und werden auch beim Verbrauchsausweis als Basisdaten abgefragt.
Lüftungsarten
| Lüftungstyp | Beschreibung | Auswirkung auf den Kennwert |
|---|---|---|
| Fensterlüftung | Manuelle Lüftung über Fenster | Höchster Lüftungswärmeverlust (Standardannahme) |
| Abluftanlage | Mechanische Absaugung, Zuluft über Nachströmöffnungen | Etwas reduzierte Verluste |
| Kontrollierte Wohnraumlüftung mit WRG | Zu- und Abluft mit Wärmerückgewinnung | Deutlich reduzierte Lüftungsverluste, verbessert den Kennwert erheblich |
Der Wärmerückgewinnungsgrad moderner Lüftungsanlagen liegt bei 75 bis 90 Prozent. Das bedeutet, dass 75 bis 90 Prozent der Wärme aus der Abluft zurückgewonnen werden. Für den Bedarfsausweis macht das einen großen Unterschied.
Kühlung
Falls eine aktive Kühlung vorhanden ist (Klimaanlage, Splitgeräte), wird der Energiebedarf für Kühlung in der DIN V 18599 separat bilanziert. Bei Wohngebäuden in Deutschland ist das noch selten, nimmt aber mit steigenden Sommertemperaturen zu. Angaben: Kühlsystem-Typ, Leistung, Energieträger.
Ohne aktive Kühlung wird der sommerliche Wärmeschutz nach DIN 4108-2 geprüft. Große Fensterflächen ohne Verschattung können hier zu einer Überhitzungsproblematik führen, die im Ausweis vermerkt wird.
Erneuerbare Energien: Nutzung angeben
Seit dem GEG 2024 ist die Nutzung erneuerbarer Energien ein zentrales Thema. Im Bedarfsausweis werden erneuerbare Energien direkt in die Berechnung des Primärenergiebedarfs einbezogen, und auch beim Verbrauchsausweis werden sie als Basisdaten erfasst.
Was muss angegeben werden?
- Solarthermie: Kollektorfläche, Ausrichtung, Neigung, Nutzung (Warmwasser, Heizungsunterstützung oder beides). Eine Solarthermieanlage senkt den berechneten Primärenergiebedarf spürbar.
- Photovoltaik mit Eigenverbrauch: Seit DIN V 18599:2018 kann anlagenbezogener Strom aus PV-Anlagen angerechnet werden, z. B. für Wärmepumpen oder Hilfsstrom der Heizung. Angaben: installierte Leistung (kWp), Ausrichtung, Eigenverbrauchsanteil.
- Wärmepumpe: Wird als Heizsystem erfasst, aber der erneuerbare Anteil (Umweltwärme) reduziert den Primärenergiefaktor. Angaben: Typ (Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser), Jahresarbeitszahl (JAZ).
- Biomasse: Pelletheizung oder Scheitholzkessel. Der Primärenergiefaktor für Holz liegt bei nur 0,2 (im Vergleich zu 1,1 für Erdgas), was den Primärenergiebedarf erheblich reduziert.
- Fernwärme mit erneuerbarem Anteil: Hier ist der Primärenergiefaktor des lokalen Fernwärmenetzes relevant. Er wird vom Versorger bescheinigt.
Warum lohnt sich die genaue Angabe?
Der Unterschied zwischen Endenergiebedarf und Primärenergiebedarf wird maßgeblich durch den Einsatz erneuerbarer Energien bestimmt. Wer eine Wärmepumpe oder Solarthermie hat und diese korrekt einträgt, kann eine deutlich bessere Effizienzklasse erreichen als bei alleiniger Angabe eines fossilen Heizsystems.
In YouTube-Walkthroughs von Energieberatern wird immer wieder betont, dass Eigentümer mit Wärmepumpe oder Pelletheizung häufig vergessen, die Jahresarbeitszahl oder den konkreten Brennstoff korrekt anzugeben. Die Software setzt dann Standardwerte an, die das Ergebnis unnötig verschlechtern.
Verbrauchsausweis vs. Bedarfsausweis: Wie unterscheidet sich die Dateneingabe?
Die Datentiefe unterscheidet sich erheblich.
Verbrauchsausweis
Man braucht die oben genannten Basisdaten zum Gebäude plus:
- 36 zusammenhängende Monate Verbrauchsdaten (Heizenergie und ggf. Warmwasser). Die letzte Abrechnung darf nicht älter als 18 Monate sein (GEG § 82).
- Angaben zu Fenstern, Dämmung, Wärmebrücken und Luftdichtheit beeinflussen nur die Modernisierungsempfehlungen, nicht den Energiekennwert.
Das macht die Dateneingabe beim Verbrauchsausweis deutlich schneller. In vielen Fällen reichen die Heizkostenabrechnungen der letzten drei Jahre als Grundlage.
→ So läuft die Online-Erstellung ab
Bedarfsausweis
Zusätzlich zu den Basisdaten braucht man:
- Exakte Gebäudeabmessungen (Länge, Breite, Raumhöhen, ggf. Kniestockhöhe)
- Beheiztes Volumen und Summe der Hüllflächen (thermische Hüllfläche)
- Komplette Bauteilaufbauten für Wände, Dach, Kellerdecke, Fenster
- Alle Fenster- und Dämmungsdaten wie oben beschrieben
- Wärmebrückenzuschlag
- Luftdichtheitswert (falls Blower-Door-Test vorhanden)
- Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnungsgrad
- Erneuerbare Energien (Solarthermie, PV, Wärmepumpe etc.)
Die Angaben sind also deutlich umfangreicher. Dafür liefert der Bedarfsausweis ein rechnerisches Ergebnis, das unabhängig vom Nutzerverhalten ist.
Wann braucht man welchen Ausweis?
- Gebäude mit 5 oder mehr Wohneinheiten: Freie Wahl zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweis.
- Gebäude mit 1 bis 4 Wohneinheiten, Baujahr vor 1977: Grundsätzlich ist ein Bedarfsausweis nötig. Ausnahme: Das Gebäude wurde durch nachträgliche Dämmung und neuere Fenster auf das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung 1977 gebracht. Dann ist auch ein Verbrauchsausweis erlaubt (GEG § 80).
- Gebäude mit 1 bis 4 Wohneinheiten, Baujahr ab 1977: Freie Wahl.
Wer unsicher ist, findet im Beitrag Welcher Ausweis? eine schnelle Entscheidungshilfe.
WSchVo 1977: Wann gilt die Ausnahme für den Verbrauchsausweis?
Dieser Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit, weil er direkt bestimmt, welche Gebäudedaten eingegeben werden müssen. Wenn ein Gebäude vor 1977 gebaut wurde und 1 bis 4 Wohneinheiten hat, darf nur dann ein Verbrauchsausweis erstellt werden, wenn es nachträglich auf WSchVo-1977-Niveau saniert wurde.
Konkret bedeutet das in der Regel:
- Außenwände: Mindestens 6 cm Dämmung auf 24 cm dickem Bimsstein, Porenbeton oder Blocksteinen, oder 8 cm Dämmung bei zweischaligem Mauerwerk.
- Fenster: Holz oder Kunststoff mit Doppel- oder Isolierverglasung (keine Einfachverglasung mehr).
- Dach: 18 cm Dämmung auf den Sparren, 15 cm zwischen den Sparren oder mindestens 8 cm auf dem Dachboden.
- Kellerdecke: Gedämmt.
Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, reicht ein Verbrauchsausweis, und die aufwendige Hüllflächen-Dokumentation entfällt. Falls nicht, ist der Bedarfsausweis Pflicht, und die kompletten Fenster-, Dämmungs- und Anlagendaten müssen eingegeben werden.
Typische Fehler bei der Dateneingabe und wie man sie vermeidet
Schon kleine Fehler bei der Eingabe der Gebäudedaten können den Energiekennwert verzerren oder die Effizienzklasse verfälschen. Diese Stolperfallen tauchen besonders häufig auf:
1. Falsche Flächen oder Baujahre. Eine häufige Fehlerquelle ist die falsche Erfassung des Baujahrs oder der beheizten Fläche. Das Baujahr bestimmt die Standardannahmen für die gesamte Berechnung. Schon ein Jahrzehnt Abweichung kann den Kennwert deutlich verschieben.
2. Wohnfläche statt Gebäudenutzfläche. Wer die Wohnfläche aus dem Mietvertrag eingibt statt der AN, erhält ein falsches Ergebnis. Die AN ist fast immer größer.
3. Vergessene nachträgliche Sanierung. Wenn vor zehn Jahren die Fassade gedämmt oder neue Fenster eingebaut wurden, diese Maßnahmen aber nicht eingetragen werden, rechnet die Software mit den schlechteren Baujahr-Standards. Das Ergebnis fällt unnötig schlecht aus.
4. Ungenaue Hüllflächen. Gebäudehüllflächen werden oft ungenau berechnet, besonders bei Anbauten, Erkern oder Gauben. Die Hüllfläche ist die gesamte Außenfläche des beheizten Bereichs, und jeder Quadratmeter zählt.
5. Innenwände fälschlich als Hüllfläche. Eine gemeinsame Wand zwischen zwei beheizten Wohnungen ist keine Hüllfläche. Wird sie trotzdem eingegeben, verfälscht das die Bilanz.
6. Fehlende Angaben zu erneuerbaren Energien. Wärmepumpe, Solarthermie oder PV-Anlage nicht eingetragen? Dann werden die Vorteile bei der Primärenergieberechnung verschenkt.
7. Wärmebrückenzuschlag nicht optimiert. Wer nachweislich wärmebrückenoptimierte Details hat, aber den pauschalen Zuschlag akzeptiert, verschenkt ebenfalls Potenzial.
8. Lücken in den Verbrauchsdaten. Beim Verbrauchsausweis müssen 36 zusammenhängende Monate lückenlos vorliegen. Fehlende Monate oder eine zu alte Abrechnung machen die Daten ungültig.
Ausführliche Hinweise zu den häufigsten Eingabefehlern bietet auch der Beitrag Häufige Fehler bei der Online-Eingabe vermeiden.
Jeder über EnergieausweisApp erstellte Ausweis wird von einem Dipl.-Ing. geprüft und unterschrieben. Das ist ein zusätzliches Sicherheitsnetz, falls bei der Eingabe etwas unklar geblieben ist.
Wo finde ich meine Fenster- und Dämmungsdaten?
Falls nicht sofort klar ist, was in die Felder für Fenster und Dämmung einzutragen ist, hier die besten Quellen:
- Baubeschreibung oder Bauantrag: Dort stehen Konstruktionsdetails, Wandaufbauten und oft auch die geplanten U-Werte.
- Handwerkerrechnungen: Nach einer Fenstersanierung oder Fassadendämmung enthalten Rechnungen Angaben zu Material, Stärke und Einbaujahr.
- Fördernachweise (KfW/BAFA): Falls Fördermittel verwendet wurden, dokumentieren die Nachweise exakt, was saniert wurde.
- Energieberater-Gutachten: Ein früherer Beratungsbericht listet oft alle relevanten Bauteilwerte auf.
- Fenster selbst: Auf dem Abstandhalter zwischen den Scheiben oder auf einem Aufkleber am Rahmen finden sich häufig Hersteller, Baujahr und Ug-Wert.
- Detailfotos: Fotos von Baustellen (Dachausbau, Fassadendämmung) können die Dämmstärke sichtbar machen.
- Blower-Door-Protokoll: Falls ein Luftdichtheitstest durchgeführt wurde, enthält das Protokoll den n50-Wert.
Wenn trotz Recherche keine genauen Werte zu finden sind, ist das kein Ausschlussgrund. Die vereinfachte Datenerfassung erlaubt die Nutzung von Standardwerten. Die bilden aber nur ein typisches Haus dieses Baujahrs ab – je mehr eigene Angaben, desto genauer der Kennwert. Es lohnt sich also, gründlich zu suchen.
Eine Übersicht, welche Unterlagen man am besten vorher zusammensucht, gibt es unter Was vorher zurechtlegen.
Kurz getestet: 3 Fragen
FAQ: Häufige Fragen zur Dateneingabe beim Energieausweis
Welche Daten brauche ich für den Verbrauchsausweis?
Die Basisdaten zum Gebäude (Baujahr, Gebäudetyp, Wohnfläche, Heizungstyp, Energieträger) sowie 36 zusammenhängende Monate Verbrauchsdaten, deren letzte Abrechnung nicht älter als 18 Monate sein darf. Detaillierte Angaben zu Fenstern und Dämmung sind für den Kennwert nicht erforderlich.
Welche Fenster-Angaben braucht der Bedarfsausweis?
Verglasungsart, Baujahr der Fenster (falls bekannt), Rahmenmaterial und die Fensterfläche pro Himmelsrichtung. Dachfenster werden separat erfasst. Falls der exakte U-Wert nicht bekannt ist, wird er aus dem Baujahr abgeleitet.
Was ist, wenn ich die Dämmstärke nicht kenne?
Dann greift die vereinfachte Datenerfassung. Die Software setzt baujahrtypische Standardwerte an. Die passen auf ein durchschnittliches Haus dieses Alters, nicht unbedingt auf Ihres. Handwerkerrechnungen oder Fördernachweise helfen, genauere Werte zu belegen.
Beeinflusst die Dämmung den Verbrauchsausweis?
Nein, nicht den Energiekennwert. Beim Verbrauchsausweis basiert die Einstufung ausschließlich auf den realen Verbrauchsdaten. Angaben zur Dämmung fließen nur in die Modernisierungsempfehlungen ein.
Muss ich nur nachträgliche Dämmung eintragen?
Ja. Dämmungen aus dem ursprünglichen Baujahr werden automatisch über die damaligen Bauvorschriften berücksichtigt. Nur nachträglich aufgebrachte Dämmungen müssen explizit eingegeben werden, mit Material, Stärke und Einbaujahr.
Was ist die Gebäudenutzfläche AN und warum weicht sie von der Wohnfläche ab?
Die AN wird aus dem beheizten Gebäudevolumen (Außenmaße) berechnet, nicht nach den Regeln der Wohnflächenverordnung. Sie ist fast immer größer als die Wohnfläche, weil sie Treppenhäuser, Wandstärken und andere Flächen einschließt.
Wie wirken sich Wärmebrücken auf den Energieausweis aus?
Im Bedarfsausweis wird ein Wärmebrückenzuschlag auf die U-Werte der Hüllfläche aufgeschlagen. Der Standardzuschlag beträgt 0,10 W/(m²K). Mit Nachweis kann er auf 0,05 W/(m²K) reduziert werden. Bei einem Haus mit 300 m² Hüllfläche entspricht der Unterschied zwischen pauschalem und reduziertem Zuschlag rechnerisch einer spürbaren Verbesserung des Transmissionswärmeverlusts.
Muss ich einen Blower-Door-Test nachweisen?
Nein, er ist für den Energieausweis nicht verpflichtend. Ohne Nachweis wird ein Standardwert angesetzt. Liegt ein Protokoll vor (z. B. aus einer KfW-Förderung), sollte der gemessene n50-Wert aber unbedingt eingegeben werden, da er das Ergebnis verbessern kann.
Was passiert bei falschen Angaben im Energieausweis?
Falsche Angaben können den Energiekennwert verzerren und im schlimmsten Fall zu einem rechtlich ungültigen Ausweis führen. Da der Energieausweis bei Verkauf und Vermietung vorgelegt werden muss, sind korrekte Daten wichtig. Deshalb wird jeder Ausweis bei seriösen Anbietern von einem qualifizierten Fachingenieur geprüft. Welche Bußgelder drohen, erklärt der Beitrag Bußgeld ohne Energieausweis.
Kann ich den Energieausweis auch erstellen, wenn mir Unterlagen fehlen?
Grundsätzlich ja. Die vereinfachte Datenerfassung erlaubt die Nutzung von Standardwerten. Für ein möglichst genaues (und oft besseres) Ergebnis lohnt es sich aber, vorhandene Unterlagen zusammenzusuchen, bevor die Gebäudedaten eingegeben werden.
Der Energieausweis kann direkt online erstellt werden, mit kostenloser Vorschau des Energiekennwerts samt Effizienzklasse, bevor bezahlt wird.
Energieausweis in 5 Minuten online erstellen
GModG-konform, DIBt-registriert, als PDF in 1–2 Werktagen.
Verbrauchsausweis 59,90 €