Neuer Energieausweis 2026: A–G nur für Nichtwohngebäude

Inhalt dieses Artikels · 11 Abschnitte
- Kurz und knapp
- EPBD 2024: Die EU Gebäuderichtlinie als Auslöser
- GModG: Das Gebäudemodernisierungsgesetz als deutsches Umsetzungsgesetz
- Neue Effizienzskala: A bis G oder doch A+ bis H?
- Vorlagepflichten: Wann du einen Energieausweis brauchst
- Was sich bei Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis ändert
- Wer darf einen Energieausweis ausstellen? (§ 88 GEG)
- Neue Pflichtangaben im Energieausweis
- Gültigkeit bestehender Energieausweise
- Was du jetzt konkret tun kannst
- Häufige Fragen zum neuen Energieausweis 2026
Kurz und knapp
Ein neuer Energieausweis 2026 kommt, aber anders als viele erwarten. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) soll das bisherige Gebäudeenergiegesetz ablösen und den Energieausweis grundlegend verändern. Die wichtigste Überraschung: Die neue EU Skala A bis G gilt vorerst nur für Nichtwohngebäude. Wohngebäude behalten die bekannte Skala A+ bis H. Bis das GModG in Kraft tritt (voraussichtlich Ende 2026), bleibt das aktuelle GEG 2024 geltendes Recht. Wer jetzt einen Energieausweis erstellt, sichert sich 10 Jahre Gültigkeit unter den heutigen, einfacheren Bedingungen.
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EPBD 2024: Die EU Gebäuderichtlinie als Auslöser
Die Richtlinie (EU) 2024/1275, besser bekannt als EPBD (Energy Performance of Buildings Directive), ist seit Mai 2024 in Kraft. Ihr Ziel: EU weit vergleichbare Energieausweise und ein klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050. Sie ist der wesentliche Auslöser dafür, dass ein neuer Energieausweis 2026 überhaupt nötig wird.
Die wichtigsten Instrumente der EPBD:
- Eine harmonisierte Effizienzskala von A bis G für alle Mitgliedstaaten
- Mindeststandards für die Energieeffizienz bestehender Gebäude (MEPS)
- Nationale Renovierungspläne
- Detailliertere Pflichtangaben im Energieausweis
Die Umsetzungsfrist lief am 29. Mai 2026 ab. Deutschland hat diese Frist verpasst. Ein Vertragsverletzungsverfahren der EU Kommission läuft bereits seit dem 27. März 2025. Das klingt dramatisch, hat für dich als Eigentümer aber zunächst keine direkten Folgen. Entscheidend ist, was in deutsches Recht übertragen wird.
GModG: Das Gebäudemodernisierungsgesetz als deutsches Umsetzungsgesetz
Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ist Deutschlands Antwort auf die EPBD und bestimmt, wie ein neuer Energieausweis 2026 in der Praxis aussehen wird. Der Referentenentwurf wurde am 5. Mai 2026 vorgelegt, der Kabinettsbeschluss folgte am 13. Mai 2026. Damit ist das Gesetz aber noch nicht fertig: Es befindet sich aktuell im parlamentarischen Verfahren und soll voraussichtlich Ende 2026 in Kraft treten. Einen detaillierten Überblick über die GModG Stufen und Fristen findest du im separaten Beitrag.
Wichtig für die zeitliche Einordnung: Selbst nach Verkündung des GModG treten die neuen Regeln für den Energieausweis erst zum Ersten des sechsten Folgemonats in Kraft. Du hast also nach der Verkündung noch rund ein halbes Jahr Vorlauf.
Bis dahin gilt das aktuelle Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024) uneingeschränkt. Jeder Energieausweis, den du jetzt nach geltendem Recht erstellen lässt, ist 10 Jahre gültig, auch über das Inkrafttreten des GModG hinaus.
Neue Effizienzskala: A bis G oder doch A+ bis H?
Das ist die zentrale Überraschung beim Thema neuer Energieausweis 2026, und gleichzeitig der Punkt, den viele Artikel falsch darstellen.
Wohngebäude: A+ bis H bleibt
Der Kabinettsentwurf des GModG vom 13. Mai 2026 hält für Wohngebäude an der bisherigen Skala von A+ bis H fest (Anlage 10 bleibt unverändert). Wenn du ein Wohnhaus oder eine Eigentumswohnung besitzt, ändert sich an der Darstellung deines Energieausweises in diesem Punkt vorerst nichts. Eine ausführliche Erklärung der Skala A+ bis H findest du im separaten Beitrag.
Viele Medien hatten vorab berichtet, die neue EU Skala A bis G werde für alle Gebäude gelten. Das stimmt so nicht, zumindest nicht nach dem aktuellen Gesetzentwurf.
Nichtwohngebäude: Neu A bis G
Für Nichtwohngebäude (Büros, Gewerbe, öffentliche Gebäude) wird die neue EU einheitliche Skala A bis G eingeführt (neue Anlage 10a). Die Logik dahinter:
- Klasse A steht ausschließlich für Nullemissionsgebäude
- Klasse G umfasst die energetisch schlechtesten 15 % des nationalen Gebäudebestands
- Klassen B bis F teilen den verbleibenden Bestand in jeweils etwa gleich große Segmente (ca. 17 % pro Klasse)
Die genauen Schwellenwerte legt jedes EU Mitgliedsland selbst fest. Ein "Klasse C" Gebäude in Deutschland ist daher nicht automatisch mit einem "Klasse C" Gebäude in Frankreich vergleichbar.
Das Prinzip kennst du von Haushaltsgeräten: A ist spitze, G ist Schlusslicht. Für Eigentümer von Nichtwohngebäuden kann die Neubewertung bedeuten, dass ihr Gebäude in eine schlechtere Klasse rutscht als bisher. Die Unterschiede zwischen den EU Klassen A bis G und A+ bis H erklärt ein eigener Beitrag im Detail.
Vorlagepflichten: Wann du einen Energieausweis brauchst
Aktuelle Pflichten nach GEG 2024
Schon heute brauchst du einen gültigen Energieausweis bei Verkauf, Neuvermietung und Verpachtung (§ 80 GEG). Die Pflicht betrifft dabei nicht nur den Vertragsabschluss, sondern beginnt bereits vorher.
Vorlagepflicht bei Besichtigung (§ 80 GEG): Der Energieausweis muss potenziellen Käufern oder Mietern spätestens bei der Besichtigung unaufgefordert vorgelegt werden. Es reicht nicht, ihn erst auf Nachfrage zu zeigen. Das gilt sowohl für den Eigentümer als auch für den Makler, der die Besichtigung durchführt. In der Praxis bedeutet das: Wer zur Besichtigung einlädt, sollte den Ausweis ausgedruckt oder als PDF auf dem Tablet dabeihaben. Wird kein Besichtigungstermin durchgeführt (z. B. bei Fernverkäufen), muss der Ausweis unverzüglich vorgelegt werden. Mehr Details zur Pflicht bei der Besichtigung findest du im eigenen Beitrag.
Aushändigungspflicht bei Vertragsabschluss (§ 80 GEG): Spätestens bei Abschluss des Kauf- oder Mietvertrags muss eine Kopie des Energieausweises ausgehändigt werden. Die bloße Vorlage reicht zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Der Käufer oder Mieter muss den Ausweis tatsächlich erhalten, sei es als Ausdruck oder in elektronischer Form. Das wird häufig übersehen: Die Besichtigung erfordert nur Vorlage, der Vertragsabschluss erfordert Übergabe.
Pflichtangaben in der Immobilienanzeige (§ 87 GEG)
Wer eine Immobilie in einem Inserat anbietet, muss bestimmte Energiekennwerte angeben. Das gilt für alle kommerziellen Medien: Immobilienportale, Zeitungsanzeigen, Aushänge beim Makler. Die Pflichtangaben umfassen:
- Art des Energieausweises (Verbrauchs- oder Bedarfsausweis)
- Wesentlicher Energieträger der Heizung
- Baujahr des Gebäudes
- Energieeffizienzklasse
- End- oder Primärenergiebedarf bzw. -verbrauch in kWh/(m²·a)
Diese Angaben müssen bereits zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Anzeige vorliegen, nicht erst bei Anfragen. Verantwortlich ist, wer die Anzeige schaltet, also auch der Makler.
Inserieren ohne Energieausweis: Ist das möglich?
Grundsätzlich gilt: Liegt bei Schaltung der Anzeige bereits ein gültiger Energieausweis vor, müssen die Pflichtangaben sofort in die Anzeige. Liegt noch kein Ausweis vor, weil er gerade beantragt wurde, müssen die Angaben unverzüglich nach Erhalt des Ausweises nachgetragen werden. Das bedeutet: Du darfst eine Anzeige ohne Energiedaten veröffentlichen, wenn der Ausweis nachweislich beantragt, aber noch nicht fertig ist. Allerdings musst du die Daten ergänzen, sobald der Ausweis vorliegt. Wer dauerhaft ohne Angaben inseriert, obwohl ein Ausweis existiert, riskiert ein Bußgeld bis 10.000 Euro.
Typische Fehler bei Energiedaten in Immobilienanzeigen
Ein häufiger Fehler: Eigentümer oder Makler verwechseln End- und Primärenergie oder geben den falschen Wert an. Beim Verbrauchsausweis ist der Endenergieverbrauch die relevante Kennzahl für die Anzeige. Beim Bedarfsausweis stehen sowohl Endenergiebedarf als auch Primärenergiebedarf im Ausweis, für die Anzeige ist grundsätzlich der Endenergiebedarf maßgeblich.
Weitere typische Fehler: Die Effizienzklasse wird vergessen, der Energieträger fehlt, oder das Baujahr wird mit dem Kaufjahr verwechselt. Manche geben auch Werte aus einer alten, abgelaufenen Urkunde an. Welche Angaben in Immobilienanzeigen genau Pflicht sind, steht in unserem Leitfaden.
Was keine Pflichtangabe ist
Nicht alles, was im Energieausweis steht, gehört in die Anzeige. Folgende Informationen sind keine Pflichtangaben im Inserat:
- Registriernummer des Ausweises
- CO₂ Emissionen
- Modernisierungsempfehlungen
- Name des Ausstellers
Manche Portale bieten Felder für diese Werte an. Das ist freiwillig und kann bei besonders guten Werten sogar ein Verkaufsargument sein, verpflichtend ist es nicht.
Erweiterte Pflichten unter dem GModG
Der GModG Entwurf erweitert die bestehenden Pflichten um zwei neue Anlässe. Diese Änderungen machen das Thema neuer Energieausweis 2026 auch für Bestandsmieter relevant:
- Mietvertragsverlängerung: Bisher war ein Energieausweis nur bei Neuabschluss Pflicht. Künftig soll er auch bei der Verlängerung bestehender Mietverträge vorgelegt werden.
- Größere Renovierung: Bei umfangreichen Sanierungsmaßnahmen wird ebenfalls ein aktueller Ausweis fällig.
Denkmalschutz: keine pauschale Befreiung mehr
Bisher waren denkmalgeschützte Gebäude weitgehend von Energieausweis- und Sanierungspflichten ausgenommen. Nach dem GModG Entwurf soll es keine pauschale Komplett Befreiung mehr geben. Denkmäler bleiben aber im Regelfall von den Sanierungspflichten befreit, wenn diese die Substanz oder das Erscheinungsbild unzumutbar verändern würden; die zuständigen Landesbehörden entscheiden im Einzelfall. (Stand Gesetzentwurf, kann sich im Verfahren noch ändern.)
Bußgeld bei Verstößen
Wer bei Verkauf oder Vermietung keinen gültigen Energieausweis vorlegen kann, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Das Bußgeld beträgt bis zu 10.000 Euro (§ 108 GEG). Dasselbe gilt für fehlende Pflichtangaben in Immobilienanzeigen.
Das klingt nach viel, ist in der Praxis aber leicht vermeidbar: Wer einen gültigen Ausweis hat und die Kennwerte in der Anzeige nennt, ist auf der sicheren Seite. Details zu möglichen Konsequenzen bei falschen Angaben im Energieausweis behandelt ein eigener Beitrag.
Was sich bei Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis ändert
Beide Ausweistypen bleiben auch unter dem GModG bestehen. Die Änderungen betreffen vor allem die Datenanforderungen und die Zugangsbedingungen. Wer sich mit dem Thema neuer Energieausweis 2026 beschäftigt, sollte die Unterschiede kennen.
Aktuell geltendes Recht (GEG 2024)
Unter dem aktuellen GEG gilt für den Verbrauchsausweis: Du brauchst 36 zusammenhängende Monate Verbrauchsdaten, die nicht älter als 18 Monate sein dürfen (§ 82 GEG). In der Regel reichen drei Heizkostenabrechnungen.
Beim Wahlrecht zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweis gibt es eine wichtige Einschränkung: Bei Wohngebäuden mit bis zu vier Wohneinheiten, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, ist ein Bedarfsausweis Pflicht, es sei denn, das Gebäude hat mindestens fünf Wohneinheiten oder es wurde nachweislich auf den Stand der Wärmeschutzverordnung 1977 saniert. In diesen beiden Fällen ist auch ein Verbrauchsausweis zulässig.
Wenn du unsicher bist, welcher Ausweistyp für dein Gebäude in Frage kommt, hilft dir der Ratgeber zur Ausweiswahl bei der Einschätzung.
Berechnungsverfahren im Energieausweis
Der Verbrauchsausweis und der Bedarfsausweis unterscheiden sich nicht nur in den Eingangsdaten, sondern auch grundlegend im Berechnungsverfahren.
Verbrauchsausweis: Die Berechnung basiert auf dem tatsächlich gemessenen Energieverbrauch. Die Verbrauchsdaten aus den Heizkostenabrechnungen werden witterungsbereinigt (angepasst an den Standort und das jeweilige Heizjahr), um untypisch warme oder kalte Jahre auszugleichen. Das Ergebnis ist der Endenergieverbrauchskennwert in kWh pro Quadratmeter Gebäudenutzfläche und Jahr. Dieses Verfahren bildet den realen Verbrauch ab, hängt aber vom Nutzerverhalten ab: Wer wenig heizt, bekommt einen besseren Wert.
Bedarfsausweis: Hier wird der Energiebedarf rechnerisch nach DIN V 18599 ermittelt. Dafür werden die bauphysikalischen Eigenschaften des Gebäudes erfasst (Wandaufbau, Dämmung, Fenster, Dach, Heizungsanlage, Warmwasserbereitung) und unter standardisierten Bedingungen (Normklima, Normnutzung) durchgerechnet. Das Ergebnis zeigt, wie viel Energie das Gebäude theoretisch braucht, unabhängig davon, wie sparsam oder verschwenderisch die Bewohner heizen. Der Bedarfsausweis ist aufwendiger, liefert aber ein nutzerverhalten-neutrales Bild der Gebäudequalität.
In der Praxis liefern beide Verfahren für dasselbe Gebäude oft unterschiedliche Kennwerte. Praktiker in Foren berichten regelmäßig, dass der Bedarfsausweis bei schlecht gedämmten Gebäuden höhere Werte ausweist als der Verbrauchsausweis, weil Bewohner ihr Heizverhalten anpassen (weniger heizen, einzelne Räume nicht nutzen). Umgekehrt kann ein sparsam beheiztes Haus im Verbrauchsausweis besser dastehen als es bauphysikalisch ist.
Was das GModG ändern soll
Strengere Datenanforderung: Statt drei Jahresabrechnungen werden künftig 24 zusammenhängende Monate mit monatlicher Erfassung nach Energieträgern verlangt. Das ist eine massive Verschärfung. Wer bisher einfach drei Jahresabrechnungen zusammengesucht hat, muss unter dem neuen Recht deutlich granularere Daten vorlegen. Ein neuer Energieausweis 2026 stellt damit deutlich höhere Anforderungen an die Datengrundlage als sein Vorgänger.
Die "1977er Hürde" fällt weg: Unter dem GModG soll der Verbrauchsausweis grundsätzlich für alle Wohngebäude wählbar sein, also auch für unsanierte Altbauten vor 1977 mit bis zu vier Wohneinheiten. Die Voraussetzung: Die strengen 24 Monats Daten müssen vorliegen.
Das klingt zunächst nach einer Erleichterung für Altbau Eigentümer, hat aber einen Haken: Die neuen Datenanforderungen sind in der Praxis schwerer zu erfüllen als die bisherige Drei Jahres Regel. Wer keine monatlichen Verbrauchsaufstellungen hat (und viele Eigentümer haben sie nicht), steht vor einem Problem.
Nichtwohngebäude: Hier wird es noch restriktiver. Für Nichtwohngebäude soll unter dem GModG nur noch der Bedarfsausweis zulässig sein.
Der praktische Tipp
Wer jetzt noch einen Verbrauchsausweis nach aktuellem GEG erstellt, sichert sich 10 Jahre Gültigkeit unter den heutigen, deutlich einfacheren Bedingungen. Drei Jahresabrechnungen reichen. Das ist besonders für Eigentümer relevant, die in den nächsten Monaten verkaufen oder vermieten wollen, aber auch für alle, deren alter Ausweis bald abläuft.
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Wer darf einen Energieausweis ausstellen? (§ 88 GEG)
Nicht jeder darf einen Energieausweis ausstellen. § 88 GEG regelt die Ausstellungsberechtigung klar. Zugelassen sind:
- Architekten und Ingenieure mit einem Studienabschluss in Architektur, Hochbau, Bauingenieurwesen, Technische Gebäudeausrüstung, Physik, Bauphysik, Maschinenbau oder Elektrotechnik
- Handwerksmeister im Bereich Installateur- und Heizungsbauer, Schornsteinfeger, Ofen- und Luftheizungsbauer, Kälteanlagenbauer oder Elektrotechnik, sofern sie eine Zusatzqualifikation (Fortbildung nach Anlage 11 GEG) nachweisen
- Staatlich anerkannte Techniker in den genannten Fachrichtungen, ebenfalls mit Zusatzqualifikation
Für Wohngebäude gelten leicht andere Anforderungen als für Nichtwohngebäude. Beim Bedarfsausweis für Wohngebäude reicht unter bestimmten Voraussetzungen ein engerer Qualifikationskreis, während der Bedarfsausweis für Nichtwohngebäude eine Fortbildung zum Berechnungsverfahren nach DIN V 18599 voraussetzt.
In der Praxis prüfen Immobilienportale und Behörden zunehmend, ob die ausstellende Person tatsächlich berechtigt war. Ein Ausweis von einer unberechtigten Person ist unwirksam. Bei energieausweisapp.de wird jeder Ausweis von einem qualifizierten Dipl. Ing. geprüft und unterschrieben, bevor er zugestellt wird. Daran ändert auch ein neuer Energieausweis 2026 nichts: Die Ausstellungsberechtigung bleibt an die persönliche Qualifikation gebunden.
Neue Pflichtangaben im Energieausweis
Ein neuer Energieausweis 2026 nach GModG wird deutlich umfangreicher als sein Vorgänger. Folgende Angaben werden nach dem GModG Entwurf zur Pflicht:
- CO₂ Emissionen (Treibhausgasemissionen des Gebäudes)
- Primär-, End- und Nutzenergie (detaillierter als bisher)
- Anteil erneuerbarer Energien, die am Standort erzeugt werden
- Smart Readiness Indikator (wie gut das Gebäude für intelligente Steuerung vorbereitet ist)
- Niedertemperaturfähigkeit des Wärmeverteilsystems (relevant für den Umstieg auf Wärmepumpen)
- Modernisierungsempfehlungen (konkreter als bisher)
- Für Neubauten: Lebenszyklus Treibhausgasemissionen (ab 2028 für Gebäude über 1.000 m², ab 2030 für alle)
Außerdem müssen Energieausweise künftig in einem maschinenlesbaren elektronischen Format erstellt werden. Das erleichtert die automatisierte Auswertung und Vergleichbarkeit.
Jeder Energieausweis muss weiterhin von einer ausstellungsberechtigten Person unterschrieben werden (§ 88 GEG). Wer sich für den genauen Ablauf nach der Bestellung interessiert, findet dort alle Schritte erklärt.
Gültigkeit bestehender Energieausweise
Hier die klare Entwarnung: Bestehende Energieausweise behalten ihre Gültigkeit von zehn Jahren. Ein neuer Energieausweis 2026 ersetzt bestehende Ausweise nicht automatisch. Niemand muss seinen Ausweis wegen der Reform vorzeitig erneuern.
Allerdings gibt es einen Umstand, den viele übersehen: Zwischen 2014 und 2016 gab es eine große Welle an Energieausweis Erstellungen, als die damalige EnEV verschärft wurde und viele Eigentümer erstmals einen Ausweis brauchten. Diese Ausweise laufen jetzt aus, ganz unabhängig von der Gesetzesreform.
Wenn dein Ausweis aus den Jahren 2014 bis 2016 stammt, prüfe das Ausstellungsdatum. Ist es mehr als 10 Jahre her, brauchst du unabhängig vom GModG einen neuen Energieausweis. Alles Wichtige zur Gültigkeit des Energieausweises erklärt die Übersichtsseite.
Das Zusammentreffen von Erneuerungswelle und Gesetzesänderung macht 2026 zu einem besonderen Jahr für den Energieausweis. Die gute Nachricht: Solange das aktuelle GEG gilt, gelten die bekannten, einfacheren Regeln.
Was du jetzt konkret tun kannst
Statt abzuwarten und sich vom GModG überraschen zu lassen, kannst du jetzt handeln. Gerade weil ein neuer Energieausweis 2026 nach GModG höhere Hürden mit sich bringt, lohnt sich schnelles Handeln:
- Ausstellungsdatum prüfen: Hast du einen gültigen Energieausweis? Steht das Datum drauf? Falls er aus 2014, 2015 oder 2016 stammt, läuft er bald ab oder ist es bereits.
- Verkauf oder Vermietung in den nächsten 12 Monaten? Dann erstelle deinen Energieausweis am besten jetzt, unter dem aktuellen GEG. Die Anforderungen sind klar, die Datenlage (3 Jahresabrechnungen) für die meisten Eigentümer unkompliziert zu erfüllen, und der Ausweis gilt 10 Jahre.
- Verbrauchsausweis vorbereiten: Lege drei Heizkostenabrechnungen bereit (36 zusammenhängende Monate, nicht älter als 18 Monate). Welche Unterlagen du bereithalten solltest, erklärt die Checkliste.
- Bedarfsausweis nötig? Bei Altbauten vor 1977 mit bis zu vier Wohneinheiten, die nicht auf WSchVo 1977 Standard saniert sind, brauchst du nach aktuellem Recht einen Bedarfsausweis. Aber auch hier gilt: Gebäude mit fünf oder mehr Wohneinheiten dürfen immer einen Verbrauchsausweis nutzen.
- Nicht warten, bis das GModG die Anforderungen erhöht. Unter dem neuen Recht werden 24 Monate monatliche Verbrauchsdaten verlangt. Die meisten Eigentümer haben diese Daten nicht. Wer jetzt handelt, umgeht dieses Problem.
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Häufige Fragen zum neuen Energieausweis 2026
Wird mein bestehender Energieausweis 2026 ungültig?
Nein. Bestehende Energieausweise behalten ihre Gültigkeit von 10 Jahren ab Ausstellungsdatum. Die Gesetzesreform führt nicht dazu, dass gültige Ausweise vorzeitig verfallen. Prüfe aber, ob dein Ausweis nicht ohnehin demnächst abläuft, viele Ausweise aus 2014 bis 2016 erreichen gerade ihr Ablaufdatum.
Gilt die neue Skala A bis G auch für mein Wohnhaus?
Nach dem aktuellen Kabinettsentwurf des GModG (Stand Mai 2026) nicht. Wohngebäude behalten die bekannte Skala von A+ bis H. Die neue EU Skala A bis G wird im Entwurf nur für Nichtwohngebäude eingeführt. Ob sich das im parlamentarischen Verfahren noch ändert, bleibt abzuwarten.
Brauche ich einen neuen Ausweis, wenn ich 2026 einen Mietvertrag verlängere?
Aktuell (unter dem GEG 2024) nicht. Die Vorlagepflicht gilt nur bei Neuabschluss, nicht bei Verlängerung. Das GModG sieht allerdings vor, dass künftig auch bei Mietvertragsverlängerungen ein Energieausweis vorgelegt werden muss. Da das GModG noch nicht in Kraft ist, besteht diese Pflicht heute noch nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis?
Der Verbrauchsausweis basiert auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der letzten drei Jahre (36 zusammenhängende Monate). Er ist günstiger und einfacher zu erstellen. Der Bedarfsausweis berechnet den theoretischen Energiebedarf anhand der Gebäudeeigenschaften (nach DIN V 18599). Er ist aufwendiger, aber unabhängig vom Nutzerverhalten. Welchen du brauchst, hängt von Baujahr, Wohnungszahl und Sanierungsstand ab. Bei Unsicherheit hilft dir die kostenlose Vorschau weiter.
Was passiert, wenn ich keinen Energieausweis habe?
Wer bei Verkauf oder Vermietung keinen gültigen Energieausweis vorlegen kann, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Das Bußgeld beträgt bis zu 10.000 Euro (§ 108 GEG). Dasselbe gilt für fehlende Pflichtangaben in Immobilienanzeigen.
Muss ich den Energieausweis schon bei der Besichtigung zeigen?
Ja. Nach § 80 GEG muss der Energieausweis spätestens bei der Besichtigung unaufgefordert vorgelegt werden. Bei Vertragsabschluss muss eine Kopie ausgehändigt werden. Wer den Ausweis erst auf Nachfrage zeigt, verstößt bereits gegen die Vorlagepflicht.
Wer darf den Energieausweis ausstellen?
Nur Personen mit einer Berechtigung nach § 88 GEG: Architekten, Ingenieure bestimmter Fachrichtungen, Handwerksmeister mit Zusatzqualifikation oder staatlich anerkannte Techniker. Ein online erstellter Ausweis ist genauso rechtsgültig wie einer vom Energieberater vor Ort, solange eine ausstellungsberechtigte Person prüft und unterschreibt.
Was kostet ein neuer Energieausweis 2026?
Die Kosten hängen vom Ausweistyp ab (Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis) und davon, ob du zusätzliche Leistungen wie Express Ausstellung oder postalische Zustellung wählst. Solange das aktuelle GEG gilt, bleibt ein neuer Energieausweis 2026 preislich im gewohnten Rahmen. Aktuelle Preise findest du auf energieausweisapp.de.
Kann ich meinen Energieausweis online erstellen lassen?
Ja. Solange der Ausweis von einer nach § 88 GEG ausstellungsberechtigten Person geprüft und unterschrieben wird, ist ein online erstellter Energieausweis genauso rechtsgültig wie einer vom Energieberater vor Ort. Bei energieausweisapp.de wird jeder Ausweis von einem Dipl. Ing. geprüft, ist GEG 2024 konform und 10 Jahre gültig.
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