JavaScript muss aktiviert werden, um die App zu verwenden. Energieausweis Haus Welche Daten: Checkliste 2026

Energieausweis Haus Welche Daten: Checkliste 2026

Klemmbrett mit Checkliste, drei Punkte abgehakt, daneben Haus, Heizkörper und Zollstock
ca. 11 Min. Lesezeit

Auf einen Blick

Welche Daten brauche ich konkret, um einen Energieausweis für mein Haus zu bekommen?

  1. Für beide Ausweisarten brauchst du Grunddaten wie Adresse, Baujahr, Wohnfläche, Heizungsart und Baujahr des Wärmeerzeugers sowie Angaben zu Warmwasserbereitung und Lüftung.
  2. Für einen Verbrauchsausweis brauchst du den tatsächlichen Energieverbrauch aus mindestens 36 zusammenhängenden Monaten, in Form von Heizkostenabrechnungen mit genauem Verbrauch und Zeitraum.
  3. Für einen Bedarfsausweis brauchst du detaillierte Gebäudedaten zur Hülle, Dämmung und Geometrie, also Angaben zu Wänden, Dach, Fenstern sowie zur Anlagentechnik, am besten mit Bauplänen oder Rechnungen.

Rechtsgrundlage heute: Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals GEG). Die Regeln zum Energieausweis sind gleich geblieben.

Mini-Check: Brauche ich einen? 3 Fragen, 20 Sekunden

Was hast du mit der Immobilie vor?

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Inhalt dieses Artikels · 13 Abschnitte
  1. Schnellcheck: Welche Daten brauche ich für den Energieausweis?
  2. Erst klären: Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis?
  3. Daten für den Verbrauchsausweis
  4. Daten für den Bedarfsausweis
  5. Wo findest du die Daten?
  6. Die drei Daten-Ebenen beim Energieausweis
  7. Welche Daten beeinflussen den Kennwert wirklich?
  8. Was tun, wenn Daten fehlen?
  9. Welche Daten stehen später im Energieausweis?
  10. Welche Daten müssen in die Immobilienanzeige?
  11. Häufige Fehler bei den Daten
  12. Energieausweis online vorbereiten
  13. Häufige Fragen

Kurz zusammengefasst: Für den Energieausweis brauchst du zunächst allgemeine Hausdaten wie Adresse, Baujahr, Wohnfläche und Heizungsangaben. Beim Verbrauchsausweis kommen Energierechnungen aus 36 zusammenhängenden Monaten dazu, beim Bedarfsausweis Angaben zu Gebäudehülle, Dämmung und Anlagentechnik. Je vollständiger und nachvollziehbarer deine Angaben sind, desto besser wird der Ausweis. Du musst die Effizienzklasse nicht selbst berechnen, sondern lieferst die Eingabedaten.

Du willst dein Haus verkaufen, vermieten oder einfach wissen, wie es energetisch dasteht. Jetzt brauchst du einen Energieausweis. Die erste Frage ist fast immer: Welche Daten brauche ich eigentlich dafür?

Die Antwort hängt davon ab, ob ein Verbrauchsausweis oder ein Bedarfsausweis erstellt wird. Beide Varianten teilen sich ein paar Grunddaten, unterscheiden sich aber deutlich in dem, was darüber hinaus nötig ist. Dieser Artikel zeigt dir Schritt für Schritt, welche Daten du für den Energieausweis fürs Haus bereitlegen solltest, wo du sie findest und welche Angaben besonders wichtig sind.

Schnellcheck: Welche Daten brauche ich für den Energieausweis?

Egal ob Verbrauchs- oder Bedarfsausweis, diese Grunddaten brauchst du fast immer:

  • Adresse des Gebäudes
  • Baujahr des Gebäudes
  • Gebäudetyp (Einfamilienhaus, Zweifamilienhaus, Mehrfamilienhaus)
  • Anzahl der Wohneinheiten
  • Wohnfläche oder Gebäudenutzfläche
  • Heizungsart und Baujahr des Wärmeerzeugers
  • Energieträger (Gas, Öl, Fernwärme, Pellets, Strom usw.)
  • Warmwasserbereitung (zentral, dezentral, über die Heizung, Durchlauferhitzer)
  • Lüftung und Kühlung, falls vorhanden
  • Anlass der Ausstellung (Verkauf, Vermietung, Verpachtung)
  • Fotos vom Gebäude und wichtigen Bauteilen

All diese Angaben sind laut GEG § 85 Pflichtbestandteile des Energieausweises. Eine vollständige Übersicht findest du im Ratgeber zu Unterlagen für den Energieausweis.

Du musst nicht mit einem perfekten Aktenordner starten. Für viele Häuser reichen zuerst Adresse, Baujahr, Wohnfläche, Wohneinheiten und Heizungsdaten. Je nach Ausweisart kommen dann Verbrauchsabrechnungen oder Angaben zur Gebäudehülle dazu.

Wenn du unsicher bist, kannst du die Angaben Schritt für Schritt online eingeben. Bei EnergieausweisApp erklärt dir der Energie-Assistent jedes Feld, und du siehst eine kostenlose Vorschau deines Kennwerts, bevor du zahlst.

So läuft die Online-Erstellung ab

Erst klären: Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis?

Bevor du Daten zusammenstellst, solltest du wissen, welche Ausweisart für dein Haus infrage kommt. Die beiden Varianten brauchen unterschiedliche Daten.

Verbrauchsausweis: Basiert auf dem tatsächlichen Energieverbrauch der letzten Jahre. Einfacher in der Datenbeschaffung, weil du hauptsächlich Abrechnungen brauchst.

Bedarfsausweis: Wird rechnerisch aus Gebäude- und Anlagendaten erstellt, unabhängig vom bisherigen Nutzerverhalten. Braucht detailliertere Angaben zu Bauweise, Dämmung und Technik.

Grundsätzlich darfst du bei Wohngebäuden oft wählen. Eine wichtige Ausnahme: Bei Häusern mit 1 bis 4 Wohneinheiten und Bauantrag vor dem 1. November 1977 ist in der Regel ein Bedarfsausweis erforderlich (GEG § 80). Ein Verbrauchsausweis kann aber erlaubt sein, wenn das Haus mindestens den Standard der Wärmeschutzverordnung 1977 erreicht, entweder schon beim Bau oder durch spätere Modernisierung. Mehr dazu im Ratgeber Energieausweis für ein altes Haus.

Die Entscheidung beeinflusst direkt, welche Daten du sammeln musst. Wer sich noch unsicher ist, findet eine Entscheidungshilfe im Vergleich Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis.

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Daten für den Verbrauchsausweis

Der Verbrauchsausweis bildet den realen Energieverbrauch deines Hauses ab. Die zentrale Regel: Du brauchst Verbrauchsdaten aus mindestens 36 zusammenhängenden Monaten. Die jüngste Abrechnungsperiode muss enthalten sein, und ihr Ende darf höchstens 18 Monate zurückliegen (GEG § 82).

Wichtig: Das müssen nicht drei Kalenderjahre sein. Entscheidend ist ein geschlossener Abrechnungszeitraum von 36 Monaten.

Welche Verbrauchsausweis-Daten du konkret brauchst

  • Heizkostenabrechnungen oder Energierechnungen für den 36-Monats-Zeitraum (Gasrechnung, Öl-Lieferrechnungen, Fernwärmeabrechnung, Pelletrechnungen)
  • Exakte Verbrauchseinheit: kWh, Kubikmeter Gas, Liter Heizöl oder Kilogramm Pellets. Einheitenfehler verzerren den Kennwert stark.
  • Zeitraum jeder Abrechnung (z. B. 01.04.2022 bis 31.03.2025)
  • Warmwasseranteil, falls zentral gemessen (Wärmemengenzähler oder Abrechnung)
  • Hinweis auf dezentrale Warmwasserbereitung (z. B. Durchlauferhitzer). Wenn der Warmwasserverbrauch unbekannt ist, sieht das Gesetz eine Pauschale von 20 kWh/(m²·a) vor.
  • Leerstand: Monate, Flächen, betroffene Wohnungen. Längere Leerstände müssen rechnerisch berücksichtigt werden.
  • Gebäudenutzfläche oder Wohnfläche als Bezugsgröße
  • Energieträgerwechsel oder Anlagenwechsel während des Zeitraums (z. B. Umstellung von Öl auf Wärmepumpe)
  • Fotos und Modernisierungsangaben (Dach, Fenster, Fassade, Kellerdecke, Heizung)

Was du zur Witterungsbereinigung wissen solltest

Der Heizenergieverbrauch wird für den Verbrauchsausweis witterungsbereinigt. Das bedeutet: Die Verbrauchswerte werden über Klimafaktoren auf ein deutsches Normklima umgerechnet, damit jährliche Wetterschwankungen und regionale Unterschiede ausgeglichen werden. Die Klimafaktoren stellt der Deutsche Wetterdienst bereit, und die dena erklärt das Verfahren in ihrem Leitfaden für Verbrauchsausweise.

Du musst keine Klimafaktoren selbst berechnen. Wichtig ist, dass deine Verbrauchsdaten mit Zeitraum und Standort vollständig vorliegen.

Praxishinweis: Modernisierung und Verbrauchsausweis

Beim Verbrauchsausweis verbessern neue Fenster oder eine Dachdämmung den Kennwert nicht automatisch, wenn sie im Verbrauchszeitraum noch nicht wirksam waren. Der Kennwert ergibt sich aus den Verbrauchsdaten. Modernisierungsangaben helfen aber bei der Plausibilitätsprüfung und bei den Empfehlungen im Ausweis.

Wenn deine Verbrauchsdaten vollständig sind, kannst du deinen Verbrauchsausweis direkt online vorbereiten, mit kostenloser Vorschau deines Kennwerts, bevor du zahlst.

Verbrauchsausweis online erstellen

Daten für den Bedarfsausweis

Der Bedarfsausweis wird rechnerisch aus den Eigenschaften des Gebäudes und der Anlagentechnik erstellt (GEG § 81). Er ist unabhängig davon, wie viel oder wenig die bisherigen Bewohner geheizt haben. Dafür braucht er detailliertere Gebäudedaten als der Verbrauchsausweis.

Welche Bedarfsausweis-Daten du konkret brauchst

Gebäudegeometrie:

  • Länge, Breite, Geschosszahl
  • Raumhöhen
  • Dachform und Kniestock
  • Grundrisse, Schnitte, Ansichten (falls vorhanden)

Gebäudehülle:

  • Außenwände: Material, Wanddicke, Dämmung, U-Wert (falls bekannt)
  • Dach oder oberste Geschossdecke: gedämmt oder ungedämmt, Dämmstärke
  • Kellerdecke oder Bodenplatte: beheizter Keller? Dämmung vorhanden?
  • Fenster und Außentüren: Baujahr, Verglasungsart, Rahmenmaterial

Anlagentechnik:

  • Heizung: Typ, Energieträger, Baujahr, Leistung, Speicher
  • Warmwasserbereitung: zentral oder dezentral, Speicher, Solarthermie
  • Lüftung: Fensterlüftung, Lüftungsanlage, Wärmerückgewinnung
  • Erneuerbare Energien: Solarthermie, Wärmepumpe, PV für Wärmenutzung

Nachweise und Belege:

  • Baupläne und Baubeschreibung
  • Rechnungen von Sanierungen
  • Förderbescheide
  • Fotos und technische Datenblätter

Die dena stellt einen Fachleitfaden zur korrekten Datenaufnahme beim Bedarfsausweis bereit. Für Eigentümer ist dieser Leitfaden allerdings ziemlich technisch. Im Grunde geht es darum: Je mehr du über dein Haus weißt und belegen kannst, desto genauer wird der Ausweis.

Effizienzklassen A+ bis H — tipp eine Klasse an.

Klasse D: 100–130 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für teilsanierter Bestand.

Die Klasse steht auf Seite 1 deines Ausweises und gehört bei Verkauf oder Vermietung in die Anzeige.

Deine Klasse herausfinden: Verbrauchsausweis erstellen →

Wo findest du die Daten?

Viele Eigentümer haben die nötigen Informationen bereits zu Hause, wissen nur nicht genau, wo sie suchen sollen. Diese Übersicht hilft:

Gesuchte Angabe Typische Quelle
Baujahr Kaufvertrag, Bauakte, Grundbuchunterlagen
Wohnfläche Wohnflächenberechnung, Mietvertrag, Heizkostenabrechnung
Heizungsbaujahr Schornsteinfegerprotokoll, Typenschild am Kessel, Wartungsrechnung
Energieträger Energieversorgerrechnung, Tankrechnung, Fernwärmevertrag
Verbrauch (Heizung) Gas- oder Fernwärmeabrechnung, Heizölrechnung, Pelletlieferschein
Modernisierungen Handwerkerrechnung, Förderbescheid, Fotos
Fenster Einbaurechnung, Datenblatt, Stempel auf dem Abstandhalter
Dämmung Baubeschreibung, Handwerkerrechnung, Energieberatungsunterlagen

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, aussagekräftige Fotos von Gebäude und Bauteilen bereitzustellen. Eine Vor-Ort-Begehung ist nicht zwingend vorgeschrieben, aber der Aussteller bleibt für die Plausibilitätsprüfung verantwortlich.

Die drei Daten-Ebenen beim Energieausweis

Wer „Energieausweis Haus welche Daten" sucht, findet oft lange Listen, die verschiedene Dinge vermischen. Um Klarheit zu schaffen, hilft es, drei Ebenen zu unterscheiden.

Ebene 1: Eingabedaten (das lieferst du)

Adresse, Baujahr, Wohnfläche, Wohneinheiten, Heizung, Verbrauchsdaten oder Gebäudehüllendaten, Fotos und Nachweise.

Ebene 2: Berechnete Ausweisdaten (das entsteht daraus)

Endenergiekennwert, Primärenergiekennwert, Treibhausgasemissionen, Energieeffizienzklasse (A+ bis H), Vergleichswerte, Modernisierungsempfehlungen. Diese Werte berechnet der Aussteller, nicht du.

Ebene 3: Veröffentlichungsdaten (das brauchst du für Anzeige und Besichtigung)

Ausweisart, Endenergiebedarf oder -verbrauch, Energieträger, Baujahr, Effizienzklasse.

Du lieferst Ebene 1. Daraus entsteht Ebene 2. Und aus Ebene 2 nimmst du die Angaben für Ebene 3. Die Effizienzklasse musst du nicht selbst berechnen.

Welche Daten beeinflussen den Kennwert wirklich?

Nicht jede Angabe wirkt gleich stark auf den Energiekennwert. Das ist wichtig zu verstehen, weil es zeigt, worauf du bei der Datensammlung besonders achten solltest.

Beim Verbrauchsausweis

Den größten Einfluss haben:

  • Die Verbrauchsmenge selbst
  • Der Zeitraum (vollständig und zusammenhängend?)
  • Der Energieträger und die richtige Einheit
  • Der Warmwasseranteil
  • Leerstände im Abrechnungszeitraum
  • Die Gebäudenutzfläche als Bezugsgröße

Beim Bedarfsausweis

Hier zählen vor allem:

  • Gebäudehülle: Wände, Dach, Keller, Fenster
  • Dämmstärken und U-Werte
  • Gebäudegeometrie: Flächen und Volumen
  • Heizung und Warmwasserbereitung
  • Lüftungssituation
  • Nachweise zu durchgeführten Sanierungen

Ein Energieeffizienz-Experte betont auf LinkedIn, dass Verbrauchsausweise stark vom Nutzerverhalten und Leerstand abhängen können. In den Kommentaren wird aber auch darauf hingewiesen, dass Bedarfsausweise auf Annahmen beruhen und ebenfalls kritisch hinterfragt werden müssen. Eine Praxisauswertung von 137 Nichtwohngebäuden zeigte, dass der berechnete Bedarf im Schnitt rund 18 % höher lag als der tatsächliche Verbrauch.

Der Bedarfsausweis ist nutzerunabhängiger, braucht aber gute Gebäudedaten. Der Verbrauchsausweis ist einfacher, hängt aber stärker von tatsächlicher Nutzung, Leerstand und Verbrauchszeitraum ab.

Was tun, wenn Daten fehlen?

Fehlende Daten sind häufig. Gerade bei älteren Häusern existieren keine Baupläne mehr, oder das Heizungsbaujahr steht nirgends. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund zur Sorgfalt.

Grundregel: Nichts erfinden. Du bist als Eigentümer für die Richtigkeit der bereitgestellten Daten verantwortlich. Der Aussteller muss die Angaben sorgfältig prüfen und darf sie nicht verwenden, wenn Zweifel an der Richtigkeit bestehen (GEG § 83).

Was du konkret tun kannst:

  • Verbrauchsdaten lückenhaft? Prüfe, ob ein Verbrauchsausweis überhaupt möglich ist. Wenn die 36-Monats-Regel nicht erfüllt werden kann, bleibt der Bedarfsausweis.
  • Heizungsbaujahr unbekannt? Schau auf das Typenschild am Kessel oder frag den Schornsteinfeger. Oft steht das Baujahr auch im Feuerstättenbescheid.
  • Dämmung nicht nachweisbar? Rechnungen, Fotos oder Förderbescheide suchen. Ohne Nachweis arbeiten Aussteller mit zulässigen Standardannahmen, was den Kennwert meist verschlechtert.
  • Wohnfläche unsicher? Heizkostenabrechnung, Mietvertrag oder Wohnflächenberechnung prüfen. Warum die richtige Fläche wichtig ist, erklärt der Ratgeber Gebäudenutzfläche vs. Wohnfläche.

Wenn du bei einzelnen Feldern unsicher bist, hilft dir bei EnergieausweisApp der Energie-Assistent direkt im Formular. Danach wird der Ausweis fachlich geprüft und von einem qualifizierten Dipl.-Ing. unterschrieben.

Welche Daten stehen später im Energieausweis?

Der fertige Energieausweis enthält deutlich mehr als nur den Kennwert. GEG § 85 schreibt unter anderem vor:

  • Ausweisart (Verbrauch oder Bedarf)
  • Registriernummer (vom DIBt vergeben)
  • Ablaufdatum (10 Jahre nach Ausstellung)
  • Gebäudeanschrift und Gebäudetyp
  • Baujahr des Gebäudes und des Wärmeerzeugers
  • Anzahl der Wohneinheiten
  • Wesentliche Energieträger
  • Endenergiekennwert und Primärenergiekennwert
  • Treibhausgasemissionen
  • Energieeffizienzklasse
  • Modernisierungsempfehlungen
  • Name, Anschrift und Unterschrift des Ausstellers

Wohnfläche vs. Gebäudenutzfläche

Ein häufiges Missverständnis: Die Energiekennwerte beziehen sich nicht auf die Wohnfläche, sondern auf die Gebäudenutzfläche A(N). Diese ist in der Regel etwas größer als die Wohnfläche. Wenn die Gebäudenutzfläche nicht bekannt ist, darf sie pauschal aus der Wohnfläche abgeleitet werden: mit dem Faktor 1,35 bei Ein- und Zweifamilienhäusern mit beheiztem Keller, sonst mit dem Faktor 1,2 (GEG § 82).

Registriernummer: kein Vollcheck

Die DIBt-Registriernummer bestätigt, dass der Ausweis formal registriert wurde. Sie bedeutet aber nicht, dass jede einzelne Angabe behördlich geprüft wurde. Das DIBt speichert nur bestimmte Registrierungsdaten, nicht den vollständigen Ausweis.

Seite 2 oder Seite 3?

Auf Reddit fällt auf, dass viele Eigentümer nicht wissen, welche Seite des Ausweises die relevanten Kennwerte zeigt. Beim Bedarfsausweis stehen die Kennwerte auf Seite 2, beim Verbrauchsausweis auf Seite 3. Wenn eine Seite leer bleibt, ist das kein Fehler, sondern zeigt, welcher Ausweistyp vorliegt.

Welche Daten müssen in die Immobilienanzeige?

Wenn du dein Haus verkaufst oder vermietest und eine Anzeige in kommerziellen Medien schaltest, brauchst du laut GEG § 87 diese Angaben:

  • Art des Energieausweises (Verbrauchs- oder Bedarfsausweis)
  • Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch in kWh/(m²·a)
  • Wesentlicher Energieträger der Heizung
  • Baujahr des Wohngebäudes
  • Energieeffizienzklasse

Diese Daten stehen alle im fertigen Energieausweis. Du brauchst sie nicht selbst zu berechnen, sondern liest sie ab. Einen ausführlicheren Leitfaden bietet der Ratgeber zu Pflichtangaben in der Immobilienanzeige.

Fehlende oder falsche Pflichtangaben können als Ordnungswidrigkeit gelten, mit möglichen Bußgeldern bis zu 10.000 Euro (GEG § 108). Praktisch vermeidest du das, indem du den Ausweis vor der Anzeige vollständig vorliegen hast.

Häufige Fehler bei den Daten

Manche Fehler kommen bei der Erfassung der Energieausweis-Daten fürs Haus immer wieder vor. Die LBS nennt falsche Flächenangaben und unvollständige Heizungsdaten als typische Stolperfallen. In Fachforen und auf Reddit tauchen diese Probleme regelmäßig auf.

  1. Wohnfläche und Gebäudenutzfläche verwechseln. Die Kennwerte beziehen sich auf die Gebäudenutzfläche, nicht auf die Wohnfläche. Das kann den berechneten Kennwert spürbar verschieben.

  2. Verbrauchsdaten nicht zusammenhängend. Drei einzelne Jahresabrechnungen, die nicht lückenlos aufeinanderfolgen, reichen nicht.

  3. Einheiten verwechseln. Kubikmeter Gas, Liter Heizöl und Kilowattstunden sind nicht dasselbe. Ein Einheitenfehler kann den Kennwert extrem verzerren.

  4. Leerstand vergessen. Wenn eine Wohnung monatelang unbewohnt war, muss das berücksichtigt werden. Praktiker auf Reddit berichten von Fällen, in denen Verbrauchswerte stark schwankten, weil Leerstände nicht korrekt erfasst waren.

  5. Warmwasserbereitung falsch angeben. Zentral oder dezentral macht rechnerisch einen Unterschied.

  6. Heizungsbaujahr schätzen statt das Typenschild oder Schornsteinfegerprotokoll zu prüfen.

  7. Sanierungen ohne Nachweis angeben. Ohne Rechnung oder Foto kann der Aussteller eine Modernisierung oft nicht berücksichtigen.

  8. Energieausweis für eine einzelne Wohnung erwarten. Ein Energieausweis wird grundsätzlich für das gesamte Gebäude ausgestellt. Wenn du eine Eigentumswohnung verkaufen oder vermieten willst, brauchst du den Ausweis fürs ganze Haus. Frag frühzeitig die WEG-Verwaltung. Mehr dazu im Ratgeber Energieausweis für eine Wohnung.

  9. Alten Ausweis nach großer Modernisierung unkritisch weiterverwenden. Wenn nach der Ausstellung umfangreich saniert wurde, bildet der alte Ausweis den aktuellen Zustand nicht mehr gut ab. Ein neuer Bedarfsausweis kann den modernisierten Zustand besser darstellen.

  10. Effizienzklasse als Heizkostenprognose verstehen. Der Energieausweis ist ein Vergleichsinstrument, keine Garantie für deine künftige Heizkostenabrechnung. Realer Verbrauch hängt von Standort, Witterung und individuellem Heizverhalten ab.

Energieausweis online vorbereiten

Du musst nicht alles perfekt wissen, bevor du startest. Bei EnergieausweisApp gibst du die Daten Schritt für Schritt online ein, in wenigen Minuten. Wenn etwas unklar ist, hilft dir der Energie-Assistent direkt im Formular. Jeder Ausweis wird anschließend fachlich geprüft und von einem qualifizierten Dipl.-Ing. unterschrieben. Du siehst eine kostenlose Vorschau deines Kennwerts und deiner Effizienzklasse, bevor du zahlst.

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Kurz getestet: 3 Fragen

1. Wie lange gilt ein Energieausweis?
Auflösung

Ein Energieausweis gilt zehn Jahre ab Ausstellung.

2. Wann muss der Ausweis beim Verkauf spätestens vorliegen?
Auflösung

Spätestens bei der Besichtigung, unaufgefordert, im Original oder als Kopie.

3. Du wohnst selbst im Haus und verkaufst oder vermietest nicht. Brauchst du einen Energieausweis?
Auflösung

Nein. Die Pflicht greift erst bei Verkauf oder Neuvermietung.

Häufige Fragen

Welche Daten brauche ich für einen Verbrauchsausweis?

Du brauchst Verbrauchsdaten für Heizung und Warmwasser aus mindestens 36 zusammenhängenden Monaten. Die jüngste Abrechnungsperiode muss enthalten sein und darf höchstens 18 Monate zurückliegen. Außerdem brauchst du Gebäudedaten wie Adresse, Baujahr, Fläche, Heizung, Energieträger und Angaben zu Leerständen.

Welche Daten brauche ich für einen Bedarfsausweis?

Für den Bedarfsausweis brauchst du Angaben zum Gebäude selbst: Baujahr, Größe, Geometrie, Dach, Außenwände, Keller, Fenster, Dämmung, Heizung, Warmwasser und Lüftung. Hilfreich sind Baupläne, Fotos, Rechnungen und technische Datenblätter.

Reichen drei Heizkostenabrechnungen?

Oft ja, wenn sie zusammen mindestens 36 zusammenhängende Monate abdecken, die jüngste Abrechnungsperiode enthalten und deren Ende höchstens 18 Monate zurückliegt. Es müssen nicht zwingend drei Kalenderjahre sein.

Was mache ich, wenn Verbrauchsdaten fehlen?

Wenn die Verbrauchsdaten nicht vollständig oder nicht plausibel sind, kann ein Verbrauchsausweis unzulässig sein. Prüfe dann, ob ein Bedarfsausweis erstellt werden muss. GEG § 82 nennt die genauen Anforderungen an Verbrauchsdaten.

Muss jemand für den Energieausweis vor Ort kommen?

Eine Vor-Ort-Begehung ist nicht zwingend vorgeschrieben. Daten und aussagekräftige Fotos können vom Eigentümer bereitgestellt werden. Der Aussteller bleibt aber für die Plausibilitätsprüfung verantwortlich.

Welche Daten brauche ich für die Immobilienanzeige?

Wenn ein Energieausweis vorliegt, musst du in der Anzeige die Ausweisart, den Endenergiebedarf oder -verbrauch, den wesentlichen Energieträger, das Baujahr und die Effizienzklasse angeben (GEG § 87).

Muss ich die Effizienzklasse selbst berechnen?

Nein. Du lieferst die Gebäudedaten und je nach Ausweisart die Verbrauchs- oder Bedarfsdaten. Die Effizienzklasse ergibt sich aus dem Endenergiekennwert und wird vom Aussteller ermittelt.


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