Energieausweis: Bedarfsausweis Oder Verbrauchsausweis? 2026
Auf einen Blick
Welchen Energieausweis brauche ich für meine Immobilie, den Bedarfsausweis oder den Verbrauchsausweis?
- Grundsätzlich hast du laut GModG, vormals GEG, Wahlfreiheit zwischen den beiden Ausweistypen, außer bei Neubau oder umfassender Sanierung, wo nur der Bedarfsausweis zulässig ist.
- Für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohneinheiten, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, ist meist ein Bedarfsausweis vorgeschrieben, es sei denn, das Gebäude entspricht bereits dem Niveau der Wärmeschutzverordnung von 1977.
- Bei Verstößen gegen die Pflichtangaben in der Immobilienanzeige, wie dem Ausweistyp oder dem Energiekennwert, riskierst du ein Bußgeld von bis zu 10.000 € nach GModG, vormals GEG.
Rechtsgrundlage heute: Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals GEG). Die Regeln zum Energieausweis sind gleich geblieben.
Mini-Check: Brauche ich einen? 3 Fragen, 20 Sekunden
Du brauchst keinen. Die Pflicht greift erst, wenn du verkaufst oder neu vermietest.
Dein vorhandener Ausweis reicht, solange er gültig ist. Das Datum steht oben rechts auf Seite 1.
Wahrscheinlich keine Pflicht. Für Baudenkmäler und sehr kleine Gebäude gilt eine Ausnahme. Unsicher? Frag uns kurz im Chat (unten rechts).
Beim Neubau oder großen Umbau gehört der Ausweis zur Bauplanung. Das klärt in der Regel dein Planer.
Kein Stress: Solange du nicht verkaufst oder vermietest, besteht keine Pflicht. Wenn es so weit ist, reicht der Ausweis zur ersten Besichtigung.
Für Gewerbegebäude gelten eigene Regeln. Sprich uns an, wir sagen dir, was du brauchst.
Ja, du brauchst einen. Für die meisten bestehenden Wohnhäuser reicht der Verbrauchsausweis: in rund 5 Minuten ausgefüllt, 59,90 €, als PDF in 1–2 Werktagen.
Jetzt startenWusstest du? Ein Energieausweis gilt zehn Jahre und immer für das ganze Gebäude, nicht nur für eine Wohnung. In 2 Minuten von Kasten zu Kasten ↓
Wusstest du? Ein Energieausweis gilt zehn Jahre und immer für das ganze Gebäude, nicht nur für eine Wohnung. In 2 Minuten von Kasten zu Kasten ↓
Markierungen: Pflicht Frist / Bußgeld Spartipp Begriff
Inhalt dieses Artikels · 10 Abschnitte
- Was ist ein Energieausweis?
- Was ist ein Verbrauchsausweis?
- Was ist ein Bedarfsausweis?
- Vergleichstabelle: Bedarfsausweis vs. Verbrauchsausweis
- Welchen Energieausweis brauchst du? Die Entscheidungslogik nach GEG § 80
- Warum weichen die Kennwerte oft voneinander ab?
- Pflichtangaben in Immobilienanzeigen (§ 87 GEG)
- Gültigkeit, Kosten und Ausblick 2026
- So bekommst du deinen Energieausweis, einfach und in 5 Minuten
- Häufige Fragen (FAQ)
Kurz zusammengefasst: Ein Energieausweis ist Pflicht bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung. Es gibt zwei Varianten: den Verbrauchsausweis (basiert auf realem Heizverbrauch) und den Bedarfsausweis (berechnet den theoretischen Energiebedarf). Welchen du brauchst, hängt von Baujahr, Anzahl der Wohneinheiten und Sanierungsstand ab. Die gesetzliche Grundlage ist § 80 GEG. Dieser Artikel erklärt den Unterschied, die Entscheidungslogik und typische Stolperfallen.
Was ist ein Energieausweis?
Der Energieausweis ist ein Pflichtdokument für Wohngebäude in Deutschland. Sobald du eine Immobilie verkaufst, neu vermietest oder verpachtest, muss ein gültiger Ausweis vorliegen. Er zeigt auf einer Farbskala von A+ bis H, wie energieeffizient das Gebäude ist, und enthält Kennwerte in kWh/(m²·a).
Dabei gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Varianten: den Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis. Beide nutzen dieselbe Effizienzklassen-Tabelle, aber die Datenbasis unterscheidet sich grundlegend. Die Frage “Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis?” ist deshalb nicht nur eine Kosten-, sondern vor allem eine Rechtsfrage.
Deinen Verbrauchsausweis kannst du direkt online erstellen, mit kostenloser Vorschau deines Kennwerts vor dem Kauf.
Was ist ein Verbrauchsausweis?
Der Verbrauchsausweis (offiziell: Energieverbrauchsausweis) basiert auf dem tatsächlichen Heizenergieverbrauch deines Gebäudes. Dafür werden die Verbrauchsdaten aus mindestens 36 zusammenhängenden Monaten herangezogen. Diese Daten dürfen zum Zeitpunkt der Ausstellung maximal 18 Monate alt sein (GEG § 82). Der Abrechnungszeitraum muss dabei nicht zwingend dem Kalenderjahr entsprechen.
Witterungsbereinigung: Warum der Verbrauch “korrigiert” wird
Ein milder Winter verzerrt den Verbrauch nach unten, ein strenger nach oben. Damit die Kennwerte trotzdem vergleichbar sind, wird eine sogenannte Witterungsbereinigung durchgeführt. Dabei kommen Klimafaktoren des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zum Einsatz, die den tatsächlichen Verbrauch auf den Referenzort Potsdam (Testreferenzjahr TRY 2011) umrechnen. Praktisch heißt das: Ein Gebäude in Freiburg und eines in Flensburg werden auf dieselbe Klimabasis normiert.
Energieberater weisen darauf hin, dass ältere Verbrauchsausweise teilweise nicht korrekt witterungsbereinigt wurden. Ein typischer Fall: Ein Gebäude erscheint nach einem milden Winter effizienter, als es tatsächlich ist.
Pauschalaufschläge
Falls das Warmwasser dezentral (also nicht über die Zentralheizung) erzeugt wird, fehlt dieser Verbrauch in den Heizkostenabrechnungen. Deshalb wird ein pauschaler Aufschlag von 20 kWh/(m²·a) addiert. Für Kühlung kommen gegebenenfalls weitere 6 kWh/(m²·a) hinzu.
Vorteile und Grenzen
Vorteile: Schnell erstellbar, günstiger als ein Bedarfsausweis, einfache Datenlage (du brauchst im Wesentlichen drei Heizkostenabrechnungen).
Grenzen: Der Kennwert hängt vom Nutzerverhalten ab. Ein sparsamer Bewohner drückt den Verbrauch, Leerstand verfälscht ihn nach unten. Der Verbrauchsausweis zeigt also, wie viel Energie tatsächlich verbraucht wurde, nicht, wie effizient das Gebäude an sich ist.
Verbrauchs- oder Bedarfsausweis? 3 Fragen
Du hast die Wahl. Der Verbrauchsausweis ist für dein Haus zulässig: in rund 5 Minuten ausgefüllt, 59,90 €, als PDF in 1–2 Werktagen.
Verbrauchsausweis startenBis zum 31.12.2026 ist hier ein Bedarfsausweis vorgeschrieben. Ab dem 1. Januar 2027 gilt auch für dein Haus die freie Wahl. Unsicher, was jetzt sinnvoll ist? Frag uns kurz im Chat (unten rechts).
Das lässt sich klären. Das Datum des Bauantrags steht meist in den Bauunterlagen, das Baujahr oft auch im Kaufvertrag. Frag uns im Chat (unten rechts), wir finden es gemeinsam heraus.
Kurzregel: Bauantrag ab dem 1. November 1977 oder 5 und mehr Wohnungen: freie Wahl. Nur bei bis zu 4 Wohnungen, Bauantrag davor und ohne Dämmung auf dem Stand von 1977 ist bis Ende 2026 der Bedarfsausweis Pflicht. Ab 2027 gilt für alle Wohngebäude die freie Wahl. Rechtsgrundlage: GModG (vormals GEG).
Was ist ein Bedarfsausweis?
Der Bedarfsausweis (Energiebedarfsausweis) geht den umgekehrten Weg: Statt realer Verbrauchsdaten wird der theoretische Energiebedarf des Gebäudes berechnet. Ein Energieberater erfasst dafür die Gebäudehülle (Wände, Dach, Fenster, Kellerdecke) und die Heizungsanlage, und berechnet unter standardisierten Bedingungen (definierte Raumtemperatur, normierter Luftwechsel, Standardnutzung), wie viel Energie das Gebäude benötigen würde.
Seit dem 1. Januar 2024 ist die Berechnung ausschließlich nach DIN V 18599 vorgeschrieben. Ältere Berechnungsnormen (DIN 4108-6 / DIN 4701-10) sind nicht mehr zulässig.
Vorteile und Grenzen
Vorteile: Unabhängig vom Nutzerverhalten, objektiver Vergleich der Bausubstanz möglich, sinnvoll für unsanierte Altbauten oder Gebäude mit unbekanntem Verbrauch.
Grenzen: Aufwändiger und teurer. Das Ergebnis hängt stark von der Qualität der erfassten Daten ab. Praktiker auf Fachforen berichten, dass die häufigste Fehlerquelle bei Bedarfsausweisen die unvollständige oder fehlerhafte Erfassung von Bauteilen ist: Wird beispielsweise eine gedämmte Wand als ungedämmt eingetragen (oder umgekehrt), verzerrt das den Kennwert erheblich. Besonders bei Online-Erstellungen, bei denen Eigentümer selbst Angaben zu U-Werten und Bauteilaufbauten machen, passieren solche Fehler leicht.
Genau hier kann ein KI-gestützter Assistent helfen, der bei jedem Eingabefeld Hinweise gibt und Plausibilitäten prüft, bevor ein Diplom-Ingenieur den Ausweis final kontrolliert und unterschreibt.
Vergleichstabelle: Bedarfsausweis vs. Verbrauchsausweis
| Kriterium | Verbrauchsausweis | Bedarfsausweis |
|---|---|---|
| Datenbasis | Realer Heizenergieverbrauch (36 Monate) | Berechneter Energiebedarf (Gebäudehülle + Technik) |
| Berechnungsnorm | Witterungsbereinigung über DWD-Klimafaktoren | DIN V 18599 (seit 01.01.2024 Pflicht) |
| Benötigte Unterlagen | Heizkostenabrechnungen, Gebäudedaten | Bauteilbeschreibungen, Heizungsdaten, Gebäudegeometrie |
| Abhängig vom Nutzerverhalten? | Ja | Nein |
| Aussagekraft | Zeigt realen Verbrauch, nicht Gebäudequalität | Zeigt energetische Qualität der Bausubstanz |
| Kosten (Marktüberblick) | Deutlich günstiger, online ab ca. 50 € | Aufwändiger, mit Vor-Ort-Begehung 300–500 € |
| Wann Pflicht? | Nie verpflichtend, immer eine Option (wenn zulässig) | Neubau, umfassende Sanierung, bestimmte Altbauten |
Du bist Makler? Für Maklerbüros gelten eigene Konditionen — frag uns nach deinen Preisen.
Für eine ausführliche Erklärung der Effizienzklassen A+ bis H gibt es einen eigenen Ratgeberartikel.
Klasse A+: ≤ 30 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für Passivhaus oder sehr guter Neubau.
Klasse A: 30–50 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für Neubau-Standard.
Klasse B: 50–75 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für guter Neubau oder gut sanierter Bestand.
Klasse C: 75–100 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für sanierter Bestand.
Klasse D: 100–130 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für teilsanierter Bestand.
Klasse E: 130–160 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für unsanierter Bestand der 80er/90er.
Klasse F: 160–200 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für älterer Bestand.
Klasse G: 200–250 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für unsaniertes Haus aus Vorkriegszeit oder 50ern.
Klasse H: > 250 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für sehr hoher Energiebedarf.
Die Klasse steht auf Seite 1 deines Ausweises und gehört bei Verkauf oder Vermietung in die Anzeige.
Deine Klasse herausfinden: Verbrauchsausweis erstellen →Welchen Energieausweis brauchst du? Die Entscheidungslogik nach GEG § 80
Das ist die entscheidende Frage: Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis? Die Antwort liefert das Gebäudeenergiegesetz, konkret § 80 GEG.
Grundsatz: Wahlfreiheit
Grundsätzlich besteht nach § 79 Abs. 1 GEG Wahlfreiheit. Du darfst dich also frei entscheiden, ob du einen Verbrauchs- oder Bedarfsausweis erstellen lässt. Diese Wahlfreiheit gilt aber nicht ohne Ausnahme.
Wann nur ein Bedarfsausweis zulässig ist
1. Neubau: Für neue Gebäude darf ausschließlich ein Bedarfsausweis ausgestellt werden (§ 80 Abs. 1 GEG). Das ergibt sich auch praktisch, da noch keine Verbrauchsdaten vorliegen.
2. Umfassende Sanierung: Wenn ein Energieausweis wegen bestimmter Modernisierungen ausgestellt werden muss, ist ebenfalls nur der Bedarfsausweis zulässig.
3. Ältere kleine Wohngebäude (die “1977-Regel”): Hat ein Wohngebäude mit weniger als fünf Wohneinheiten seinen Bauantrag vor dem 1. November 1977, ist grundsätzlich ein Bedarfsausweis vorgeschrieben (§ 80 Abs. 3 GEG).
Aber, und das ist wichtig: Es gibt zwei Ausnahmen. Ein Verbrauchsausweis ist trotzdem erlaubt, wenn:
- das Gebäude bereits bei Fertigstellung das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung (WSchV) von 1977 eingehalten hat, oder
- das Gebäude nachträglich auf mindestens dieses Niveau saniert wurde.
Diese Ausnahmen werden in der Praxis häufig übersehen. Viele Quellen schreiben pauschal “Baujahr vor 1977 = Bedarfsausweis Pflicht”, was schlicht falsch ist, wenn eine der beiden Bedingungen erfüllt ist.
Wann der Verbrauchsausweis zulässig ist
- Ab 5 Wohneinheiten: Unabhängig vom Baujahr ist der Verbrauchsausweis für Gebäude mit fünf oder mehr Wohneinheiten regelmäßig zulässig, sofern ausreichende Verbrauchsdaten vorliegen. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass sich bei vielen Bewohnern das unterschiedliche Heizverhalten gegenseitig ausgleicht.
- 1–4 Wohneinheiten mit Bauantrag ab dem 1.11.1977: Wahlfreiheit.
- 1–4 Wohneinheiten mit Bauantrag vor dem 1.11.1977, aber auf WSchV-77-Niveau saniert: Wahlfreiheit.
Entscheidungsbaum
So findest du in sechs Schritten heraus, ob du einen Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis brauchst:
- Neubau? → Bedarfsausweis (Pflicht)
- Saniert und dabei die Energiebilanz des ganzen Gebäudes nachgewiesen? → Bedarfsausweis (Pflicht). Die Sanierung allein löst keine Pflicht aus.
- 5 oder mehr Wohneinheiten? → Wahlrecht (Verbrauchsausweis zulässig)
- 1–4 Wohneinheiten, Bauantrag ab 1.11.1977? → Wahlrecht
- 1–4 Wohneinheiten, Bauantrag vor 1.11.1977, auf WSchV-1977-Niveau saniert? → Wahlrecht
- 1–4 Wohneinheiten, Bauantrag vor 1.11.1977, NICHT auf WSchV-1977-Niveau? → Bedarfsausweis (Pflicht)
Zusätzlich gilt: Selbst wenn der Verbrauchsausweis grundsätzlich erlaubt ist, müssen die Verbrauchsdaten 36 zusammenhängende Monate abdecken und dürfen maximal 18 Monate alt sein. Fehlen diese Daten (etwa bei längerem Leerstand), bleibt nur der Bedarfsausweis.
Aktuelle Preise für beide Ausweistypen findest du hier.
Warum weichen die Kennwerte oft voneinander ab?
Ein häufiger Fehler: Den Energiebedarfskennwert aus dem Bedarfsausweis direkt mit dem Energieverbrauchskennwert aus dem Verbrauchsausweis vergleichen. Das führt fast immer zu Verwirrung, denn die beiden Werte basieren auf völlig unterschiedlichen Grundlagen.
Studien zeigen, dass die durchschnittliche Abweichung zwischen berechnetem Endenergiebedarf und tatsächlichem Energieverbrauch bei rund 20,8 % liegt. In Einzelfällen können es 20 bis 30 % sein.
Das hat mehrere Gründe:
- Der Bedarfsausweis rechnet mit standardisierten Bedingungen (z. B. 19–20 °C Raumtemperatur, normierten Luftwechselraten). Reale Bewohner heizen aber unterschiedlich.
- Der Verbrauchsausweis spiegelt zwar den echten Verbrauch, wird aber durch Nutzerverhalten, Leerstand und Witterung beeinflusst, auch nach der Witterungsbereinigung.
- Ein unsanierter Altbau kann im Bedarfsausweis schlecht abschneiden, im Verbrauchsausweis aber moderat, wenn der Bewohner wenig heizt.
Praktisch bedeutet das: Kein Ausweistyp ist “richtiger” als der andere. Sie messen unterschiedliche Dinge. Wer den Unterschied zwischen Endenergiebedarf und Primärenergiebedarf verstehen will, findet dazu einen eigenen Erklärungsartikel.
Pflichtangaben in Immobilienanzeigen (§ 87 GEG)
Der Energieausweis ist nicht nur bei der Besichtigung vorzulegen. Bestimmte Angaben müssen bereits in der Immobilienanzeige stehen. Das schreibt § 87 GEG vor. Konkret sind das:
- Art des Energieausweises (Bedarfs- oder Verbrauchsausweis)
- Energiekennwert in kWh/(m²·a)
- Wesentlicher Energieträger der Heizung
- Baujahr des Gebäudes
- Energieeffizienzklasse
Diese Pflicht gilt für Eigentümer und Makler gleichermaßen. Wer die Angaben weglässt oder falsch macht, riskiert ein Bußgeld von bis zu 10.000 € nach § 108 GEG. In der Praxis sind Abmahnungen durch Wettbewerbsverbände sogar häufiger als behördliche Bußgelder und können den Vermarktungsprozess erheblich verzögern.
In einem eigenen Ratgeber erklären wir detailliert, welche Pflichtangaben ins Exposé gehören.
Gültigkeit, Kosten und Ausblick 2026
Gültigkeit
Ein Energieausweis ist in Deutschland zehn Jahre gültig. Nach Ablauf muss ein neuer Ausweis erstellt werden. Eine Verlängerung des bestehenden Dokuments ist nicht möglich. Wann genau ein neuer Energieausweis fällig wird und was sich geändert hat, erfährst du im verlinkten Ratgeber.
Kosten im Marktüberblick
Die Preise für einen Energieausweis variieren stark, je nach Ausweistyp und Erstellungsweg. Ein Bedarfsausweis mit Vor-Ort-Begehung durch einen Energieberater kostet typischerweise zwischen 300 und 500 €. Ein Verbrauchsausweis ist deutlich günstiger und online bereits ab etwa 50 € erhältlich.
Online-Dienste sind in der Regel erheblich günstiger als ein Vor-Ort-Termin beim Energieberater, bei gleichzeitig deutlich schnellerer Bearbeitungszeit.
Ausblick: Neue EU-Effizienzklassen (EPBD / GModG)
Das deutsche Umsetzungsgesetz zur EU-Gebäuderichtlinie (EPBD), das sogenannte GModG, ist aktuell für November 2026 geplant. Die wichtigste Änderung: Künftige Energieausweise werden eine einheitliche A-bis-G-Skala verwenden. Klasse A ist dann ausschließlich Nullemissionsgebäuden vorbehalten, Klasse G umfasst die energetisch schlechtesten 15 % des nationalen Gebäudebestands, die Klassen B bis F werden linear dazwischen verteilt.
Bestehende Ausweise bleiben bis zum Ablauf ihrer zehnjährigen Gültigkeit gültig. Es besteht also kein Grund zur Eile wegen der neuen Skala. Wer sich für die Unterschiede zur heutigen Skala interessiert, findet Details im Artikel über die neuen EU-Effizienzklassen A bis G.
So bekommst du deinen Energieausweis, einfach und in 5 Minuten
Du weißt jetzt, ob du einen Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis brauchst. Der nächste Schritt ist einfach: Bei EnergieausweisApp kannst du deinen Energieausweis komplett online erstellen, ohne Vor-Ort-Termin. Ein KI-Energieassistent hilft dir bei jedem Eingabefeld, damit keine Fehler passieren. Danach prüft und unterschreibt ein Diplom-Ingenieur jeden Ausweis, GEG-2024-konform und zehn Jahre gültig.
Das Besondere: Du siehst deinen Energiekennwert und deine Effizienzklasse kostenlos in der Vorschau, bevor du zahlst. Erst sehen, dann entscheiden.
Jetzt Energieausweis online erstellen, mit kostenloser Vorschau
Kurz getestet: 3 Fragen
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis?
Der Verbrauchsausweis basiert auf dem tatsächlichen Heizenergieverbrauch der letzten drei Jahre. Der Bedarfsausweis berechnet den theoretischen Energiebedarf anhand der Gebäudehülle und Heizungstechnik unter standardisierten Bedingungen. Beide verwenden dieselbe Effizienzklassen-Skala (A+ bis H), aber die Kennwerte sind nicht direkt vergleichbar.
Wann brauche ich einen Bedarfsausweis?
Ein Bedarfsausweis ist Pflicht bei Neubauten, nach umfassender Sanierung und bei Wohngebäuden mit weniger als fünf Einheiten, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, sofern das Gebäude nicht mindestens auf das Niveau der Wärmeschutzverordnung 1977 saniert wurde.
Brauche ich für ein Haus vor 1977 immer einen Bedarfsausweis?
Nein. Wenn das Gebäude fünf oder mehr Wohneinheiten hat oder nachträglich auf mindestens das Anforderungsniveau der WSchV 1977 saniert wurde, ist auch ein Verbrauchsausweis zulässig. Die pauschale Aussage “vor 1977 = Bedarfsausweis” ist falsch.
Wie lange ist ein Energieausweis gültig?
Zehn Jahre ab Ausstellungsdatum. Eine Verlängerung gibt es nicht. Nach Ablauf muss ein neuer Ausweis erstellt werden.
Welche Angaben muss ich in einer Immobilienanzeige machen?
Nach § 87 GEG musst du angeben: Ausweistyp, Energiekennwert in kWh/(m²·a), wesentlicher Energieträger, Baujahr und Energieeffizienzklasse. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 10.000 €.
Warum unterscheiden sich die Kennwerte bei Bedarfs- und Verbrauchsausweis so stark?
Die Berechnungsgrundlagen sind verschieden. Der Bedarfsausweis rechnet mit Normbedingungen, der Verbrauchsausweis mit realem Verbrauch. Eine durchschnittliche Abweichung von rund 20 % ist normal und kein Fehler, sondern liegt in der Methodik begründet.
Kann ich den Energieausweis online erstellen?
Ja. Sowohl Verbrauchs- als auch Bedarfsausweise lassen sich vollständig online erstellen, deutlich günstiger und schneller als über einen Vor-Ort-Termin. Bei EnergieausweisApp bekommst du sogar eine kostenlose Vorschau deines Kennwerts, bevor du dich entscheidest.
Energieausweis in 5 Minuten online erstellen
GModG-konform, DIBt-registriert, als PDF in 1–2 Werktagen.
Verbrauchsausweis 59,90 €