Wie Beeinflusst der Typ des Energieausweises den Wert 2026
Auf einen Blick
Wie beeinflusst der Typ des Energieausweises meine Immobilienbewertung?
- Der Ausweistyp beeinflusst die Bewertung indirekt, indem er bestimmt, ob Käufer den tatsächlichen Verbrauch früherer Bewohner oder den berechneten energetischen Zustand deines Gebäudes sehen.
- Der Typ ist Pflichtangabe im Exposé und prägt den Ersteindruck; zudem beeinflusst er, wie Banken die Belastbarkeit der Energieklasse in ihrer Risikoeinschätzung bewerten.
- Für dasselbe Gebäude können Verbrauchs- und Bedarfsausweis unterschiedliche Effizienzklassen liefern, doch entscheidend für die Bewertung ist die rechtliche Zulässigkeit und Plausibilität des Ausweises.
Rechtsgrundlage heute: Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals GEG). Die Regeln zum Energieausweis sind gleich geblieben.
Mini-Check: Brauche ich einen? 3 Fragen, 20 Sekunden
Du brauchst keinen. Die Pflicht greift erst, wenn du verkaufst oder neu vermietest.
Dein vorhandener Ausweis reicht, solange er gültig ist. Das Datum steht oben rechts auf Seite 1.
Wahrscheinlich keine Pflicht. Für Baudenkmäler und sehr kleine Gebäude gilt eine Ausnahme. Unsicher? Frag uns kurz im Chat (unten rechts).
Beim Neubau oder großen Umbau gehört der Ausweis zur Bauplanung. Das klärt in der Regel dein Planer.
Kein Stress: Solange du nicht verkaufst oder vermietest, besteht keine Pflicht. Wenn es so weit ist, reicht der Ausweis zur ersten Besichtigung.
Für Gewerbegebäude gelten eigene Regeln. Sprich uns an, wir sagen dir, was du brauchst.
Ja, du brauchst einen. Für die meisten bestehenden Wohnhäuser reicht der Verbrauchsausweis: in rund 5 Minuten ausgefüllt, 59,90 €, als PDF in 1–2 Werktagen.
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Inhalt dieses Artikels · 10 Abschnitte
- Was bedeutet „Typ des Energieausweises"?
- Beeinflusst der Ausweistyp den Immobilienwert?
- Warum Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis unterschiedlich ausfallen können
- Wann der Verbrauchsausweis die Bewertung unterstützt
- Wann der Bedarfsausweis im Preisgespräch stärker sein kann
- Vier Wege, wie der Ausweistyp dein Preisgespräch beeinflusst
- Entscheidungsbaum: Welchen Ausweis brauchst du?
- Wann solltest du den Energieausweis beantragen?
- Häufige Denkfehler zum Ausweistyp und Immobilienwert
- Häufige Fragen
Kurz zusammengefasst: Der Typ des Energieausweises beeinflusst deine Immobilienbewertung nicht direkt, sondern indirekt. Er bestimmt, ob Käufer den tatsächlichen Verbrauch früherer Bewohner oder den berechneten energetischen Zustand deines Gebäudes sehen. Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis können für dasselbe Haus unterschiedliche Effizienzklassen liefern. Entscheidend ist nicht, welcher Ausweis die schönere Klasse zeigt, sondern welcher Ausweis rechtlich zulässig ist und den energetischen Zustand deiner Immobilie plausibel erklärt.
Was bedeutet „Typ des Energieausweises"?
Es gibt zwei Typen von Energieausweisen für Wohngebäude:
Verbrauchsausweis: Basiert auf den erfassten Energieverbrauchsdaten der letzten 36 zusammenhängenden Monate. Die Werte werden witterungsbereinigt, und längere Leerstände müssen rechnerisch berücksichtigt werden (§ 82 GModG).
Bedarfsausweis: Basiert auf einer technischen Analyse von Gebäudehülle und Heizungsanlage. Er bewertet die energetische Qualität des Gebäudes rechnerisch, unabhängig vom Nutzerverhalten.
Beide sind gültige Energieausweise im Sinne des GModG (Gebäudemodernisierungsgesetz, früher oft als GEG bezeichnet). Sie nutzen dieselbe Farbskala von A+ bis H. Aber sie erzählen eine unterschiedliche Geschichte über dein Gebäude, weil ihre Datengrundlage verschieden ist.
Der Verbrauchsausweis zeigt, wie das Gebäude tatsächlich genutzt wurde. Der Bedarfsausweis zeigt, wie das Gebäude aus technischer Sicht einzuschätzen ist. Nicht „besser oder schlechter", sondern eine andere Perspektive.
Wenn du dir unsicher bist, welcher Ausweistyp für dein Gebäude in Frage kommt, hilft dir die Übersicht welcher Energieausweis passt.
Beeinflusst der Ausweistyp den Immobilienwert?
Ja, aber indirekt. Der Typ des Energieausweises verändert nicht die Bausubstanz deines Hauses und damit nicht den objektiven Gebäudewert. Was er verändert: wie Käufer, Mieter, Makler und Banken die energetische Qualität deiner Immobilie interpretieren.
Der Energieausweis dient laut § 79 GModG der Information über energetische Eigenschaften und soll einen überschlägigen Vergleich von Gebäuden ermöglichen. Er ist kein Verkehrswertgutachten und keine Energieberatung. Trotzdem beeinflusst der Ausweistyp die Immobilienbewertung auf mehreren Wegen.
In kommerziellen Immobilienanzeigen müssen die Art des Ausweises, der Endenergiekennwert, der wesentliche Energieträger, das Baujahr und die Effizienzklasse angegeben werden (§ 87 GModG). Der Ausweistyp ist also für jeden Interessenten sichtbar, bevor er eine Besichtigung vereinbart.
Marktdaten unterstreichen, dass Energieeffizienz inzwischen ein sichtbarer Preisfaktor ist. Eine Immowelt-Analyse von 2025 fand bei A±Wohnungen rund 20 % höhere Angebotspreise im Vergleich zu Klasse D, während H-Häuser rund 17 % darunter lagen. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat nach dem Energiepreisschock 2022 relative Preisrückgänge bei weniger effizienten Wohnungen dokumentiert.
Diese Zahlen bedeuten nicht, dass ein anderer Ausweis automatisch einen höheren Preis bringt. Der Ausweistyp entscheidet aber, ob die energetische Qualität über echte Verbrauchsdaten oder über eine rechnerische Gebäudebewertung sichtbar wird. Und das beeinflusst, wie Käufer die angezeigte Effizienzklasse interpretieren.
Wie der Energieausweis dein Verkaufsargument stärken kann, hängt also nicht nur von der Klasse ab, sondern auch von der Glaubwürdigkeit des Ausweises.
Klasse A+: ≤ 30 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für Passivhaus oder sehr guter Neubau.
Klasse A: 30–50 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für Neubau-Standard.
Klasse B: 50–75 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für guter Neubau oder gut sanierter Bestand.
Klasse C: 75–100 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für sanierter Bestand.
Klasse D: 100–130 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für teilsanierter Bestand.
Klasse E: 130–160 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für unsanierter Bestand der 80er/90er.
Klasse F: 160–200 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für älterer Bestand.
Klasse G: 200–250 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für unsaniertes Haus aus Vorkriegszeit oder 50ern.
Klasse H: > 250 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für sehr hoher Energiebedarf.
Die Klasse steht auf Seite 1 deines Ausweises und gehört bei Verkauf oder Vermietung in die Anzeige.
Deine Klasse herausfinden: Verbrauchsausweis erstellen →Warum Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis unterschiedlich ausfallen können
Die Verbraucherzentrale weist ausdrücklich darauf hin, dass Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis für dasselbe Gebäude zu unterschiedlichen Kennwerten führen können. Der Verbrauchskennwert fällt häufig niedriger (also günstiger) aus. Das liegt an der unterschiedlichen Datengrundlage:
Verbrauchsausweis | Bedarfsausweis | |
|---|---|---|
Grundlage | Verbrauchsdaten aus 36 Monaten | Gebäudedaten, Hülle, Heiztechnik |
Nutzerverhalten | Wirkt stark mit | Standardisierte Annahmen |
Nach frischer Sanierung | Zeigt sich erst nach neuem Verbrauchszeitraum | Kann sofort abgebildet werden |
Bei wenig Heizen | Ausweis kann zu gut aussehen | Zeigt eher Gebäudesubstanz |
Stärke | Schnell, praxisnah bei stabiler Nutzung | Besser für gebäudebezogenen Vergleich |
Schwäche | Anfällig für Leerstand oder Heizverhalten | Abhängig von Datenqualität und Nachweisen |
Ein Beispiel: Dein Nachbar hat einen Bedarfsausweis, der die neue Wärmepumpe und die gedämmte Fassade gut abbildet. Dein Haus hat einen Verbrauchsausweis, der drei Jahre mit besonders hohem Heizverhalten eines Mieters enthält. Dann kann dein Kennwert schlechter wirken, obwohl die Gebäude baulich ähnlich sind.
Auch das Gegenteil kommt vor. Das Gebäudeforum beschreibt, dass ein energetisch schlechtes Gebäude im Verbrauchsausweis trotzdem gut aussehen kann, wenn die Vorbewohner kaum geheizt haben. Das bedeutet nicht, dass Dach, Fenster oder Heizung in gutem Zustand sind.
Genau diese Diskrepanz beschäftigt auch Käufer. Auf Reddit berichtete ein Nutzer, dass eine Immobilie zunächst mit Effizienzklasse D im Exposé stand und später mit Klasse H neu eingestellt wurde. Die Kommentare machten deutlich: Solche Sprünge zwischen Ausweistypen zerstören Vertrauen. Eine ehrlich schlechtere Klasse kann im Preisgespräch weniger schaden als ein angezweifelter guter Wert.
Wann der Verbrauchsausweis die Bewertung unterstützt
Der Verbrauchsausweis ist für die Immobilienbewertung sinnvoll, wenn:
er rechtlich für dein Gebäude zulässig ist,
vollständige Verbrauchsdaten über 36 zusammenhängende Monate vorliegen (die jüngste Abrechnungsperiode darf nicht mehr als 18 Monate zurückliegen),
keine starken Verzerrungen durch Leerstand oder extremes Heizverhalten bestehen,
du einen schnellen, marktüblichen Nachweis für Anzeige, Verkauf oder Neuvermietung brauchst.
Bei Mehrfamilienhäusern mit vielen Wohneinheiten funktioniert der Verbrauchsausweis oft gut, weil sich individuelles Heizverhalten verschiedener Parteien teilweise ausgleicht. Eine Studie in der Zeitschrift für Immobilienökonomie stellte fest, dass im untersuchten NRW-Datensatz 72 % der Energieausweise Verbrauchsausweise waren.
Wichtig zu wissen: Der Energieausweis gilt für das gesamte Gebäude, nicht für eine einzelne Wohnung. Deine Dachgeschosswohnung kann höhere Heizkosten verursachen als eine mittig liegende Wohnung, obwohl beide denselben Gebäudeausweis nutzen. Mehr dazu im Ratgeber zum Energieausweis für Wohnungen.
Wenn für dein Gebäude ein Verbrauchsausweis zulässig ist, kannst du ihn bei EnergieausweisApp besonders einfach online erstellen, mit kostenloser Vorschau deines Kennwerts und deiner Effizienzklasse, bevor du zahlst.
Was kostet dein Verbrauchsausweis?
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Verbrauchsausweis erstellen →Wann der Bedarfsausweis im Preisgespräch stärker sein kann
In bestimmten Situationen beeinflusst der Bedarfsausweis die Immobilienbewertung positiver, weil er die Gebäudesubstanz unabhängig vom Heizverhalten zeigt:
Gesetzlich vorgeschrieben: Bei Wohngebäuden mit 1 bis 4 Wohneinheiten und Bauantrag vor dem 01.11.1977 ist meist ein Bedarfsausweis nötig (§ 80 GModG). Die Ausnahme: Das Gebäude erfüllte bei Fertigstellung bereits das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung 1977 oder wurde später auf dieses Niveau gebracht. Ab 5 Wohneinheiten kann ein Verbrauchsausweis grundsätzlich zulässig sein. Mehr dazu im Ratgeber zum Energieausweis für ältere Häuser.
Fehlende Verbrauchsdaten: Wenn keine vollständigen Daten über 36 Monate vorliegen.
Frische Sanierung: Ein Bedarfsausweis kann neue Fenster, Dämmung oder eine moderne Heizung sofort rechnerisch abbilden. Beim Verbrauchsausweis braucht es erst einen neuen Verbrauchszeitraum.
Untypische Nutzung: Bei Leerstand, sehr sparsamen oder sehr starken Heizern kann der Verbrauchsausweis ein verzerrtes Bild zeigen.
Auf Reddit diskutierte ein Käufer den Fall eines Reihenhauses Baujahr 1976 mit einem Verbrauchsausweis der Klasse B, dessen Gasverbräuche über drei Jahre stark schwankten. Der Fragesteller hielt den Ausweis für unplausibel. In den Kommentaren wurde geraten, Heizkostenabrechnungen zu prüfen und die Zulässigkeit des Verbrauchsausweises für dieses Gebäude zu hinterfragen.
Ein Bedarfsausweis ist nicht automatisch „wertsteigernd". Er kann aber besser erklären, warum ein Gebäude energetisch gut oder schlecht ist, unabhängig davon, wie frühere Bewohner geheizt haben. Seine Qualität hängt allerdings von vollständigen und plausiblen Gebäudedaten ab. Fehlende Nachweise zu Dämmung oder Fenstern können dazu führen, dass ungünstigere Standardwerte angesetzt werden.
Vier Wege, wie der Ausweistyp dein Preisgespräch beeinflusst
Die Frage „Wie beeinflusst der Typ des Energieausweises meine Immobilienbewertung?" lässt sich auf vier konkrete Hebel herunterbrechen.
1. Sichtbarkeit im Exposé
Der Ausweistyp ist Pflichtangabe in kommerziellen Immobilienanzeigen. Jeder Interessent sieht, ob ein Verbrauchs- oder Bedarfsausweis vorliegt. Practitioners on Reddit berichten, dass sie Hunderte Angebote filtern müssen und die Energieklasse als erstes Ausschlusskriterium nutzen. Der Ausweistyp prägt also schon den Ersteindruck, bevor ein Käufer dein Haus besucht.
2. Plausibilität bei der Besichtigung
Wenn ein unsaniertes Haus aus den 1960ern einen überraschend guten Verbrauchswert zeigt, werden aufmerksame Käufer misstrauisch. Erfahrene Immobilienkäufer auf Reddit empfehlen, bei der Besichtigung Dach, Wände, Fenster, Kellerdecke und Heizung anzuschauen, statt sich allein auf den Ausweis zu verlassen. Plausibilität schlägt Optik.
3. Sanierungsrisiko und Folgekosten
Käufer nutzen die Effizienzklasse, um zukünftige Kosten einzuschätzen. Die Klassen reichen von A+ (bis 30 kWh/m²a) bis H (über 250 kWh/m²a) nach Anlage 10 GModG. Der Ausweis öffnet die Tür zur Sanierungsfrage, beantwortet sie aber nicht vollständig. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, neben dem Ausweis auch Dämmung, Fenster, Lage der Wohnung und Heiztechnik zu prüfen.
Investoren auf Reddit bestätigen dieses Bild: Einige achten auf mindestens Klasse C, andere prüfen konkrete Sanierungsmaßnahmen und ignorieren die Klasse teilweise. Eine pauschale Abschlagsformel gibt es nicht.
4. Bankbewertung und Finanzierung
Ein Finanzierungsberater beschrieb auf LinkedIn einen Fall, in dem ein Altbau zunächst mit Verbrauchsausweis Klasse D im Exposé stand. Als der vorgeschriebene Bedarfsausweis Klasse H lieferte, verschärften sich Bankbewertung und Finanzierungskonditionen. Das ist kein allgemeingültiges Muster, aber ein Zeichen: Banken können die energetische Qualität in ihrer Risikoeinschätzung berücksichtigen, und der Ausweistyp beeinflusst, wie belastbar die Energieklasse wirkt.
Wie der gesamte Prozess bei EnergieausweisApp funktioniert, von der Eingabe bis zur Prüfung durch einen Dipl.-Ing., siehst du unter So läuft es ab.
Entscheidungsbaum: Welchen Ausweis brauchst du?
Nicht jeder hat die freie Wahl zwischen Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis. So findest du heraus, was für dein Gebäude gilt:
Schritt 1: Neubau?
Dann brauchst du einen Bedarfsausweis.
Schritt 2: Bestandswohngebäude mit 1 bis 4 Wohneinheiten und Bauantrag vor dem 01.11.1977?
In der Regel ist ein Bedarfsausweis vorgeschrieben. Die Ausnahme: Das Gebäude erfüllte bei Fertigstellung bereits das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung 1977 oder wurde später mindestens auf dieses Niveau gebracht. Dann kann auch ein Verbrauchsausweis zulässig sein.
Schritt 3: Mindestens 5 Wohneinheiten?
Ein Verbrauchsausweis kann grundsätzlich möglich sein, wenn die Verbrauchsdaten vollständig und aktuell vorliegen.
Schritt 4: Verbrauchsdaten prüfen.
Du brauchst 36 zusammenhängende Monate. Die jüngste Abrechnungsperiode darf nicht mehr als 18 Monate zurückliegen. Längere Leerstände müssen rechnerisch berücksichtigt werden (§ 82 GModG).
Schritt 5: Frisch saniert oder untypische Nutzung?
Wenn der Verbrauch der letzten Jahre den aktuellen Gebäudezustand nicht mehr abbildet, kann ein Bedarfsausweis die Bewertung besser unterstützen.
Wann solltest du den Energieausweis beantragen?
Nicht erst, wenn der erste Käufer danach fragt. Wenn du verkaufst oder neu vermietest, brauchst du den Ausweis rechtzeitig.
Die relevanten Energieangaben müssen in kommerziellen Anzeigen stehen, sobald ein Energieausweis beim Schalten vorliegt. Spätestens bei der Besichtigung muss der Ausweis vorgelegt werden (§ 80 GModG). Verstöße gegen diese Pflichten können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.
Für den Verbrauchsausweis gilt: Prüfe vorher, ob deine Verbrauchsdaten den 36-Monats-Zeitraum abdecken und die jüngste Abrechnung aktuell genug ist. Plane nach einer energetischen Sanierung ein, dass der Verbrauchsausweis den alten Verbrauch noch eine Weile widerspiegelt.
Ein Energieausweis ist grundsätzlich 10 Jahre gültig. Warte also nicht bis zum letzten Moment, wenn Verkauf oder Vermietung absehbar sind. Der Zeitpunkt des Ausweises kann bei frisch sanierten Gebäuden die angezeigte Effizienzklasse beeinflussen und damit auch, wie der Energieausweis-Typ deine Immobilienbewertung beeinflusst.
Häufige Denkfehler zum Ausweistyp und Immobilienwert
„Ich nehme einfach den Ausweis mit der besseren Klasse."
Nur wenn beide Ausweisarten rechtlich zulässig sind. Und selbst dann: Ein besser aussehender Verbrauchsausweis kann bei Käufern Misstrauen auslösen, wenn Baujahr, Zustand oder Verbrauchsdaten nicht plausibel zusammenpassen. Verkäufer sollten Verbrauchsdaten und Abrechnungen bereithalten, falls Rückfragen kommen.
„Der Verbrauchsausweis zeigt, was der nächste Bewohner verbrauchen wird."
Nicht direkt. Der zukünftige Verbrauch hängt von Wetter, Heizverhalten, Wohnungslage im Gebäude und Energiepreisen ab. Die Verbraucherzentrale stellt klar, dass eine Prognose des zukünftigen Heizenergieverbrauchs anhand des Energieausweises nicht unmittelbar möglich ist.
„Der Bedarfsausweis ist immer genauer."
Er ist gebäudebezogener, weil er weniger vom Heizverhalten abhängt. Seine Qualität hängt aber von vollständigen Gebäudedaten ab. Fehlende Nachweise zu Dämmung oder Fenstern können dazu führen, dass ungünstigere Standardwerte angesetzt werden.
„Für meine Wohnung brauche ich einen eigenen Energieausweis."
Bei Wohngebäuden gilt der Energieausweis für das gesamte Gebäude. Deine Dachgeschosswohnung kann höhere Heizkosten haben als eine mittig liegende Wohnung im selben Haus, obwohl beide denselben Gebäudeausweis nutzen.
„Der Energieausweis ist eine Sanierungsberatung."
Der Ausweis enthält Modernisierungsempfehlungen, aber diese sind informeller Natur und ersetzen keine professionelle Energieberatung.
Kurz getestet: 3 Fragen
Häufige Fragen
Wie beeinflusst der Typ des Energieausweises meine Immobilienbewertung?
Der Ausweistyp beeinflusst die Bewertung indirekt. Ein Verbrauchsausweis zeigt den bereinigten Verbrauch der letzten 36 Monate, ein Bedarfsausweis den berechneten energetischen Zustand des Gebäudes. Käufer und Banken interpretieren diese Informationen unterschiedlich, was Exposé-Wirkung, Preisverhandlungen und Finanzierung beeinflussen kann. Der Ausweis selbst ersetzt keine vollständige Immobilienbewertung.
Kann ein anderer Ausweistyp zu einer anderen Effizienzklasse führen?
Ja. Verbrauchsausweis und Bedarfsausweis nutzen unterschiedliche Datengrundlagen und können für dasselbe Gebäude verschiedene Kennwerte und damit verschiedene Effizienzklassen liefern. Der Verbrauchskennwert fällt laut Verbraucherzentrale häufig niedriger aus. Trotzdem solltest du den Ausweistyp nicht allein nach der besseren Klasse wählen, sondern nach Zulässigkeit und Plausibilität.
Wann ist ein Verbrauchsausweis besser geeignet als ein Bedarfsausweis?
Wenn er rechtlich zulässig ist, vollständige und aktuelle Verbrauchsdaten vorliegen und die Nutzung nicht durch Leerstand oder extremes Heizverhalten verzerrt wurde. Bei Mehrfamilienhäusern mit stabiler Nutzung ist er oft die schnellere und praktischere Wahl.
Wann ist ein Bedarfsausweis für den Verkauf sinnvoller?
Wenn der Verbrauchsausweis nicht zulässig ist, Verbrauchsdaten fehlen, das Gebäude frisch saniert wurde oder der bisherige Verbrauch nicht zum aktuellen Gebäudezustand passt. Der Bedarfsausweis zeigt die Gebäudequalität unabhängig vom Heizverhalten und kann besonders nach Sanierungen die verbesserte Substanz sofort abbilden.
Wie finde ich heraus, ob ich einen Bedarfsausweis oder Verbrauchsausweis benötige?
Prüfe Baujahr, Anzahl der Wohneinheiten und Sanierungsstand. Bei Wohngebäuden mit 1 bis 4 Wohneinheiten und Bauantrag vor dem 01.11.1977 ist meist ein Bedarfsausweis nötig, außer das Gebäude erfüllt mindestens den Stand der Wärmeschutzverordnung 1977. Für einen Verbrauchsausweis brauchst du 36 zusammenhängende Monate Verbrauchsdaten, deren jüngste Abrechnungsperiode nicht mehr als 18 Monate zurückliegt.
Wie lange ist ein Energieausweis gültig?
Grundsätzlich 10 Jahre. Wenn nach bestimmten Änderungen am Gebäude (etwa nach umfassenden energetischen Berechnungen für das gesamte Gebäude) ein neuer Ausweis erstellt wird, kann der alte vorher ersetzt werden. Bei Vermietung und Verkauf gilt: Der Ausweis bezieht sich auf das Gebäude, nicht auf eine einzelne Wohnung.
Gilt der Energieausweis für meine Wohnung oder das ganze Gebäude?
Bei Wohngebäuden gilt der Energieausweis in der Regel für das gesamte Gebäude. Deine individuelle Wohnung (Lage, Etage, Ausrichtung) kann trotzdem andere Heizkosten verursachen als der Gebäudedurchschnitt. Ein separater Wohnungsenergieausweis ist bei Wohngebäuden normalerweise nicht vorgesehen.
Unsicher, welcher Ausweis zu deinem Gebäude passt? EnergieausweisApp führt dich Schritt für Schritt durch die Angaben. Der Energie-Assistent hilft beim Ausfüllen, geprüft und unterschrieben wird dein Ausweis durch einen Dipl.-Ing.
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GModG-konform, DIBt-registriert, als PDF in 1–2 Werktagen.
Verbrauchsausweis 59,90 €