Energieeffizienzklasse G beim Haus: Kosten, Pflichten 2026

Kurz zusammengefasst
Energieeffizienzklasse G beim Haus steht für einen Endenergiekennwert zwischen über 200 und 250 kWh/(m²·a). Typisch sind unsanierte Altbauten mit hohen Heizkosten, oft über 5.000 Euro pro Jahr. Eine Sanierungspflicht für Wohngebäude gibt es aktuell nicht, aber der Wert drückt den Immobilienpreis deutlich. Ab 2027 kommt eine neue EU-Skala, auf der “G” etwas anderes bedeutet als heute.
Was bedeutet Energieeffizienzklasse G bei einem Haus?
Die Energieeffizienzklasse G beschreibt Wohngebäude mit einem Endenergiekennwert von über 200 bis einschließlich 250 kWh/(m²·a). Festgelegt ist das in GEG §86 in Verbindung mit Anlage 10. Die Skala reicht von A+ (sehr effizient, ≤30 kWh) bis H (über 250 kWh), wobei G die zweitschlechteste Stufe ist.
Ein wichtiges Detail, das oft übersehen wird: Die Effizienzklasse basiert auf der Endenergie, nicht auf der Primärenergie. Beide Werte stehen im Energieausweis, aber nur die Endenergie bestimmt die Klasse. Falls du dich fragst, wo der Unterschied liegt, lohnt sich ein genauerer Blick.
Noch ein Spezialfall: Liegt der Kennwert exakt bei 200,0 kWh/(m²·a), zählt das Gebäude zur besseren Klasse F. Bei einem Grenzwert wird immer die niedrigere (bessere) Klasse vergeben. Diese Regel ist gesetzlich fixiert, kein Energieberater darf die Schwellenwerte anpassen.
Welche Häuser fallen typischerweise in Klasse G?
Rund 13 % der Wohngebäude in Deutschland tragen die Energieeffizienzklasse G. Besonders häufig betroffen sind:
- Unsanierte Vorkriegsbauten (vor 1945)
- Häuser aus den 1950er bis 1970er Jahren ohne nachträgliche Dämmung
- Gebäude mit alten Fenstern, ungedämmtem Dach und veralteter Heizungsanlage
In Bauforen beschreiben Nutzer solche Häuser als “quasi ungedämmt”. Der Tenor ist klar: Wer ein Haus mit 250 kWh/m² kauft, muss einiges investieren.
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Wo steht die Klasse und warum ist sie Pflicht?
Die Energieeffizienzklasse steht auf dem Energieausweis, egal ob Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis. Seit Inkrafttreten des GEG ist sie für alle Wohngebäude Pflichtbestandteil des Ausweises.
Noch wichtiger für Verkäufer und Vermieter: §87 GEG schreibt vor, dass jede Immobilienanzeige in kommerziellen Medien fünf Angaben aus dem Energieausweis enthalten muss:
- Art des Energieausweises (Verbrauchs- oder Bedarfsausweis)
- Endenergiebedarf oder -verbrauch in kWh/(m²·a)
- Wesentlicher Energieträger (z. B. Gas, Öl, Fernwärme)
- Baujahr des Gebäudes
- Energieeffizienzklasse
Wer diese Pflichtangaben weglässt, riskiert ein Bußgeld. Laut §108 GEG können bis zu 10.000 Euro fällig werden. In der Praxis liegen Erstverstoß-Bußgelder zwischen 200 und 3.000 Euro. Kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund, den Energieausweis rechtzeitig zu besorgen.
Einen detaillierten Überblick über die Pflichtangaben in Immobilienanzeigen findest du in unserem Ratgeber.
Was kostet Energieeffizienzklasse G an Heizenergie?
Die Heizkosten bei Klasse G sind erheblich. Hier ein Rechenbeispiel für ein typisches Einfamilienhaus mit 150 m² Wohnfläche:
| Effizienzklasse | kWh/(m²·a) | Jahresverbrauch (150 m²) | Gaskosten (0,10 €/kWh) |
|---|---|---|---|
| C (Neubau-Standard) | ~100 | 15.000 kWh | ~1.500 €/Jahr |
| G (unterer Bereich) | 210 | 31.500 kWh | ~3.150 €/Jahr |
| G (oberer Bereich) | 250 | 37.500 kWh | ~3.750 €/Jahr |
| H (noch schlechter) | 300 | 45.000 kWh | ~4.500 €/Jahr |
Ein Haus mit Energieeffizienzklasse G verursacht also grob doppelt bis dreifach so hohe Heizkosten wie ein moderner Neubau gleicher Größe. Bei größeren Häusern (180, 200 m²) oder bei Ölheizungen mit höheren Brennstoffpreisen steigen die Kosten entsprechend.
Verschiedene Quellen rechnen für unsanierte Häuser mit Werten im oberen G- oder H-Bereich sogar mit 5.300 bis 6.600 Euro jährlich. Die tatsächlichen Kosten hängen natürlich vom Energieträger, der Hausgröße und dem Heizverhalten ab.
Praktisch bedeutet das: Jeden Monat gehen 250 bis 550 Euro allein für Heizung drauf. Bei steigenden Energiepreisen wird dieser Posten nur größer.
Wie wirkt sich Klasse G auf den Immobilienwert aus?
Die Energieeffizienzklasse G beim Haus hat direkte Auswirkungen auf den Verkaufspreis. Analysen zeigen Preisunterschiede von bis zu 25 % zwischen den besten und schlechtesten Effizienzklassen. Für ein Haus, das ohne energetische Mängel 400.000 Euro wert wäre, kann das einen Abschlag von 100.000 Euro oder mehr bedeuten.
Der Grund ist einfach: Käufer rechnen die Sanierungskosten ein. Neue Fenster, Fassadendämmung, Heizungstausch, das summiert sich schnell auf fünfstellige Beträge. Entsprechend drücken sie den Kaufpreis.
Auch bei der Vermietung wird es schwieriger. Mieter achten zunehmend auf die Nebenkosten, und ein schlechter Energieausweis schreckt ab. In angespannten Märkten mag das weniger auffallen, aber in ländlichen Regionen kann eine schlechte Effizienzklasse den Unterschied zwischen Vermietung und Leerstand bedeuten.
Die gute Nachricht: Wer saniert, stabilisiert oder steigert den Wert. Schon einzelne Maßnahmen wie Dachdämmung oder Fenstertausch können die Klasse verbessern und den Preisabschlag deutlich reduzieren. Wenn du dein Haus verkaufen willst, hilft unser Planungsguide zum Hausverkauf bei der Vorbereitung.
Gibt es eine Sanierungspflicht für Klasse G?
Diese Frage treibt viele Eigentümer um. Die klare Antwort: Es gibt aktuell keine individuelle Sanierungspflicht für Wohngebäude mit Energieeffizienzklasse G.
Was das aktuelle Recht sagt
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das am 10. Juli 2026 vom Bundestag verabschiedet und vom Bundesrat bestätigt wurde, sehen keine Pflicht vor, ein einzelnes Wohnhaus auf eine bestimmte Effizienzklasse zu bringen. Die Sanierungspflichten im GModG gelten zunächst nur für Nichtwohngebäude (öffentliche Gebäude und große Gewerbeimmobilien).
Was die EU-Richtlinie EPBD vorsieht
Die EU-Gebäuderichtlinie (EPBD 2024) verlangt von den Mitgliedstaaten, den durchschnittlichen Energieverbrauch des gesamten Wohngebäudebestands zu senken. Das ist eine Gesamtbetrachtung auf nationaler Ebene, keine Verpflichtung für einzelne Ein- oder Zweifamilienhäuser. Die ursprünglichen Vorschläge, die eine Klasse E für alle Wohngebäude bis 2033 forderten, sind nicht in die endgültige Richtlinie aufgenommen worden.
Trotzdem handeln?
Auch ohne gesetzlichen Zwang gibt es gute Gründe, bei Klasse G aktiv zu werden. Die Heizkosten sind hoch, der Immobilienwert leidet, und die politische Richtung ist klar: Energetische Sanierung wird gefördert und zunehmend erwartet. Wer heute schon modernisiert, profitiert von aktuellen Förderprogrammen und vermeidet künftige Wertverluste.
Aktuelle GEG-Skala vs. neue EU-Skala: Das ändert sich
Hier wird es etwas komplizierter, und fast keine der derzeit online verfügbaren Quellen erklärt diesen Punkt sauber. Es gibt nämlich zwei verschiedene Bedeutungen von “Energieeffizienzklasse G”, je nachdem, welche Skala gemeint ist.
Bisherige Skala (GEG, Anlage 10)
- Klassen A+ bis H
- Feste Schwellenwerte in kWh/(m²·a)
- Klasse G: >200 bis ≤250 kWh/(m²·a)
- Bezugsgröße: Endenergie
Neue Skala (EPBD / GModG, voraussichtlich ab Anfang 2027)
- Klassen A bis G
- Relative Schwellenwerte: Klasse G umfasst die schlechtesten 15 % des nationalen Gebäudebestands
- Klasse A ist Nullemissionsgebäuden vorbehalten
- Bezugsgröße wird EU-harmonisiert
| Merkmal | Aktuelle GEG-Skala | Neue EU-Skala |
|---|---|---|
| Klassen | A+ bis H | A bis G |
| G-Definition | >200–≤250 kWh/(m²·a) | Schlechteste 15 % des Bestands |
| Schwellenwerte | Fest (kWh) | Relativ (Bestandsbezogen) |
| Rechtsgrundlage | GEG §86, Anlage 10 | EPBD 2024, umgesetzt im GModG |
Was das konkret bedeutet: Ein Haus, das heute die Klasse G (GEG-Skala) trägt, wird auf der neuen EU-Skala nicht unbedingt wieder als G eingestuft. Die Schwelle hängt davon ab, wo die schlechtesten 15 % des deutschen Bestands liegen. Umgekehrt könnten Gebäude, die heute noch als F gelten, auf der neuen Skala in die schlechteste Kategorie rutschen.
Bestehende gültige Energieausweise behalten eine Übergangsfrist. Neue Ausweise werden nach der neuen Skala ausgestellt. Einen umfassenden Überblick über die neue A-bis-G-Skala findest du in unserem separaten Artikel.
Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis: Was zeigt deine Klasse G?
Beide Ausweisarten weisen eine Energieeffizienzklasse aus, aber sie kommen auf unterschiedlichen Wegen zum Ergebnis. Und genau das sorgt regelmäßig für Verwirrung.
Der Unterschied
- Verbrauchsausweis: Basiert auf den tatsächlichen Heizverbrauchsdaten der letzten 36 zusammenhängenden Monate. Die Werte werden witterungsbereinigt, spiegeln aber das reale Nutzerverhalten wider. Wenn die Bewohner wenig heizen, fällt der Kennwert niedriger aus.
- Bedarfsausweis: Berechnet den Energiebedarf rechnerisch anhand der Gebäudedaten (Bausubstanz, Fenster, Heizungsanlage). Das Ergebnis ist nutzerunabhängig, dafür stärker von den eingegebenen Gebäudeeigenschaften abhängig.
Dasselbe Haus kann also auf dem Verbrauchsausweis eine andere Klasse zeigen als auf dem Bedarfsausweis. Ein sparsam beheiztes G-Haus erscheint auf dem Verbrauchsausweis vielleicht als F, während der Bedarfsausweis die tatsächliche Gebäudesubstanz abbildet. In Diskussionen auf Reddit und in Bauforen berichten Eigentümer regelmäßig von genau dieser Abweichung, gerade bei Altbauten.
Welche Ausweisart brauchst du?
Grundsätzlich hast du bei vielen Gebäuden die Wahl. Eine Einschränkung gilt jedoch für ältere Häuser: Bei Wohngebäuden mit Baujahr vor 1977 und weniger als 5 Wohneinheiten ist ein Bedarfsausweis vorgeschrieben, es sei denn, das Gebäude wurde nachträglich mindestens auf den Standard der Wärmeschutzverordnung 1977 saniert oder es hat 5 oder mehr Wohneinheiten. In diesen Fällen ist auch ein Verbrauchsausweis zulässig.
Alles Weitere zu den Regeln und Ausnahmen beim Wahlrecht erklären wir in einem eigenen Beitrag.
Was kannst du bei Energieeffizienzklasse G tun?
Auch wenn keine Sanierungspflicht besteht, gibt es sinnvolle Schritte.
Erst den Status kennen
Bevor du über Maßnahmen nachdenkst, brauchst du einen aktuellen Energieausweis. Er zeigt dir den genauen Kennwert, die Effizienzklasse und enthält in der Regel auch Modernisierungsempfehlungen. Falls dein Ausweis älter als 10 Jahre ist, ist er nicht mehr gültig und muss erneuert werden.
Bei EnergieausweisApp kannst du deinen Energieausweis online erstellen, komplett ohne Vor-Ort-Termin, in wenigen Minuten. Ein KI-Assistent hilft bei der Eingabe, und jeder Ausweis wird von einem Dipl.-Ing. geprüft und unterschrieben.
Typische Sanierungsmaßnahmen
Für Häuser mit Energieeffizienzklasse G kommen vor allem diese Maßnahmen in Frage:
- Dachdämmung oder oberste Geschossdecke dämmen (oft das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis)
- Fassadendämmung (größte Wirkung, aber auch höchste Kosten)
- Fenstertausch auf Dreifachverglasung
- Heizungstausch auf Wärmepumpe, Pellets oder Hybrid-Systeme
- Kellerdeckendämmung (relativ günstig, schnelle Wirkung)
Schon einzelne Maßnahmen können den Kennwert um 30 bis 80 kWh/(m²·a) senken und die Effizienzklasse um ein bis zwei Stufen verbessern.
Förderung nutzen
Für energetische Sanierungen gibt es Fördermittel von BAFA und KfW. Die Programme ändern sich regelmäßig, daher lohnt sich eine aktuelle Prüfung. Eine qualifizierte Energieberatung vor Ort (nicht zu verwechseln mit dem Energieausweis) hilft, die richtigen Maßnahmen in der richtigen Reihenfolge zu planen.
FAQ: Häufige Fragen zur Energieeffizienzklasse G
Ist Energieeffizienzklasse G schlecht?
Ja, G gehört zu den schlechtesten Klassen auf der aktuellen Skala. Nur Klasse H ist noch schlechter. Häuser dieser Klasse verbrauchen mehr als doppelt so viel Energie wie ein Neubau nach aktuellem Standard. Das bedeutet hohe Heizkosten und einen niedrigeren Immobilienwert.
Welcher kWh-Wert entspricht Klasse G?
Auf der aktuellen GEG-Skala liegt Klasse G bei einem Endenergiekennwert von über 200 bis einschließlich 250 kWh/(m²·a). Liegt der Wert exakt bei 200, zählt das Gebäude zur besseren Klasse F.
Muss ich mein Haus mit Klasse G sanieren?
Nein. Es gibt derzeit keine gesetzliche Sanierungspflicht für Wohngebäude aufgrund der Effizienzklasse. Das gilt auch nach Verabschiedung des GModG im Juli 2026. Trotzdem ist eine Sanierung aus wirtschaftlichen Gründen oft sinnvoll.
Was kostet ein Haus mit Klasse G an Heizung pro Jahr?
Bei einem 150-m²-Einfamilienhaus und Gasheizung liegen die jährlichen Heizkosten grob zwischen 3.150 und 3.750 Euro. Größere Häuser, teurere Energieträger oder ineffiziente Heizanlagen treiben die Kosten weiter nach oben.
Ändert sich die Effizienzklassen-Skala 2027?
Ja. Im Zuge der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) wird die bisherige Skala A+ bis H durch eine neue Skala A bis G ersetzt. Klasse G bezeichnet dann die schlechtesten 15 % des nationalen Bestands, nicht mehr einen festen kWh-Bereich. Die neuen Regeln treten voraussichtlich Anfang 2027 in Kraft.
Wie finde ich die Effizienzklasse meines Hauses heraus?
Die Effizienzklasse steht auf dem Energieausweis. Falls du keinen hast oder deiner abgelaufen ist, kannst du einen neuen online erstellen. Bei EnergieausweisApp siehst du deinen Kennwert kostenlos in der Vorschau, bevor du dich für einen Kauf entscheidest. Die aktuellen Preise findest du auf der Website.
Welche Ausweisart brauche ich bei einem Altbau mit Klasse G?
Das hängt vom Baujahr und der Anzahl der Wohneinheiten ab. Bei Gebäuden vor 1977 mit weniger als 5 Wohneinheiten ist grundsätzlich ein Bedarfsausweis nötig. Wurde das Gebäude jedoch mindestens auf den Standard der Wärmeschutzverordnung 1977 saniert oder hat es 5 oder mehr Wohneinheiten, darfst du auch einen Verbrauchsausweis wählen.
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