Energielabel neu und alt: So liest du die Skala 2026
Auf einen Blick
- Seit März 2021 gibt es für viele Haushaltsgeräte ein neues Energielabel.
- Statt der verwirrenden Klassen A+++ bis D gilt jetzt eine klare Skala von A bis G.
- Die Umstellung betrifft Kühlschränke, Waschmaschinen, Geschirrspüler, Fernseher und Leuchtmittel, weitere Geräte folgen bis 2027.
Rechtsgrundlage heute: Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, vormals GEG). Die Regeln zum Energieausweis sind gleich geblieben.
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Du brauchst keinen. Die Pflicht greift erst, wenn du verkaufst oder neu vermietest.
Dein vorhandener Ausweis reicht, solange er gültig ist. Das Datum steht oben rechts auf Seite 1.
Wahrscheinlich keine Pflicht. Für Baudenkmäler und sehr kleine Gebäude gilt eine Ausnahme. Unsicher? Frag uns kurz im Chat (unten rechts).
Beim Neubau oder großen Umbau gehört der Ausweis zur Bauplanung. Das klärt in der Regel dein Planer.
Kein Stress: Solange du nicht verkaufst oder vermietest, besteht keine Pflicht. Wenn es so weit ist, reicht der Ausweis zur ersten Besichtigung.
Für Gewerbegebäude gelten eigene Regeln. Sprich uns an, wir sagen dir, was du brauchst.
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Inhalt dieses Artikels · 7 Abschnitte
- Kurz zusammengefasst
- Warum das alte Energielabel nicht mehr funktionierte
- Das neue Energielabel: A bis G seit 2021
- Welche Geräte haben das neue Label schon?
- Neues Energielabel richtig lesen: Worauf du achten solltest
- Nicht verwechseln: Energielabel bei Gebäuden funktioniert anders
- Häufige Fragen zum Energielabel neu und alt
Kurz zusammengefasst
Seit März 2021 gibt es für viele Haushaltsgeräte ein neues Energielabel. Statt der verwirrenden Klassen A+++ bis D gilt jetzt eine klare Skala von A bis G. Die Umstellung betrifft Kühlschränke, Waschmaschinen, Geschirrspüler, Fernseher und Leuchtmittel, weitere Geräte folgen bis 2027. Ein ehemaliges A++±Gerät landet dabei oft nur noch in Klasse C oder D, was nicht an schlechterer Qualität liegt, sondern an strengeren Maßstäben. Dieser Artikel erklärt, was sich beim Energielabel neu und alt konkret geändert hat, wie du die neuen Angaben liest und worauf du beim Kauf achten solltest. Außerdem: warum das Energielabel bei Gebäuden ganz anders funktioniert als bei Geräten.
Warum das alte Energielabel nicht mehr funktionierte
A+++ bis D: Gut gemeint, schlecht gealtert
Als die EU 1994 das Energielabel einführte, reichte die Skala von A (sparsam) bis G (verschwenderisch). Das funktionierte anfangs gut. Doch die Geräte wurden immer effizienter. 2004 kamen A+ und A++ hinzu, 2010 folgte A+++ als eigene Klasse. Zwischen 2005 und 2010 sank der durchschnittliche Energieverbrauch gekennzeichneter Geräte laut GfK um 9 Prozent.
Das Ergebnis: Nach über 25 Jahren drängten sich fast alle Produkte in den obersten zwei bis drei Klassen. Wer im Laden ein Gerät mit „A+" sah, hielt es für eine gute Wahl, obwohl es in Wahrheit nur Mittelmaß oder sogar unterdurchschnittlich war. Die Plus-Klassen hatten das Label praktisch unbrauchbar gemacht.
Praktiker auf Reddit und in Verbraucherforen berichten immer wieder von der gleichen Erfahrung: Man stand vor zwei Waschmaschinen, beide mit A+++, und hatte keine Ahnung, welche tatsächlich weniger Strom verbraucht. Genau dieses Problem sollte das neue Label lösen.
Klasse A+: ≤ 30 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für Passivhaus oder sehr guter Neubau.
Klasse A: 30–50 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für Neubau-Standard.
Klasse B: 50–75 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für guter Neubau oder gut sanierter Bestand.
Klasse C: 75–100 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für sanierter Bestand.
Klasse D: 100–130 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für teilsanierter Bestand.
Klasse E: 130–160 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für unsanierter Bestand der 80er/90er.
Klasse F: 160–200 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für älterer Bestand.
Klasse G: 200–250 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für unsaniertes Haus aus Vorkriegszeit oder 50ern.
Klasse H: > 250 kWh je m² und Jahr (Endenergie), typisch für sehr hoher Energiebedarf.
Die Klasse steht auf Seite 1 deines Ausweises und gehört bei Verkauf oder Vermietung in die Anzeige.
Deine Klasse herausfinden: Verbrauchsausweis erstellen →Das neue Energielabel: A bis G seit 2021
Was sich konkret geändert hat
Seit dem 1. März 2021 sind die Plus-Klassen abgeschafft. Haushaltsgeräte werden wieder auf einer klaren Skala von A bis G bewertet. Dabei ist Klasse A bewusst fast leer gelassen, damit Hersteller einen Anreiz haben, noch sparsamere Produkte zu entwickeln.
Die wichtigsten Neuerungen auf einen Blick:
- Keine Plus-Klassen mehr. A+, A++ und A+++ gibt es nicht mehr. Stattdessen eine einfache Skala von A (am sparsamsten) bis G (am meisten Verbrauch).
- Strengere Messmethoden. Der Energieverbrauch wird realitätsnäher gemessen. Bei Waschmaschinen zum Beispiel fließen jetzt auch häufiger genutzte Programme wie die 60°C-Wäsche ein, nicht nur das Sparprogramm.
- Neue Verbrauchsangaben. Statt kWh pro Jahr steht auf manchen Labels jetzt kWh pro 100 Waschzyklen oder kWh pro 1000 Stunden. Das macht den tatsächlichen Verbrauch greifbarer.
- QR-Code auf jedem Label. Führt zur EU-Produktdatenbank EPREL mit allen Details zum Gerät.
Altes Label vs. neues Label: So verschieben sich die Klassen
Ein Gerät, das früher A+++ trug, landet nach der Neubewertung oft nur noch in Klasse B, C oder sogar D. Das liegt nicht daran, dass das Gerät schlechter geworden wäre. Die Messmethoden haben sich geändert, und die Maßstäbe sind strenger.
Ein typisches Beispiel: Eine Waschmaschine, die unter dem alten System als A+++ eingestuft war, erhält beim neuen Label häufig die Klasse C. Eine alte A+±Maschine kann als D oder E eingestuft werden. Die Geräte selbst haben sich nicht verändert, nur der Bewertungsmaßstab.
Darum lassen sich Energielabel neu und alt nicht einfach umrechnen. Ein direkter Vergleich zwischen altem und neuem Label ist nicht möglich. Wenn du zwischen einem älteren Gerät (noch mit A+++ beschriftet) und einem neuen Gerät (mit Klasse C) wählst, lohnt sich der Blick auf den absoluten Verbrauchswert in kWh, nicht nur auf den Buchstaben.
In Verbraucherforen weisen erfahrene Nutzer regelmäßig darauf hin, dass über Jahre Geräte mit altem und neuem Energielabel parallel im Handel stehen werden, besonders bei Lagerware und Restposten. Wer im Laden beide Labelarten nebeneinander sieht, sollte sich nicht vom Buchstaben irritieren lassen, sondern immer den konkreten Verbrauchswert vergleichen.
Welche Geräte haben das neue Label schon?
Die Umstellung erfolgt schrittweise. Nicht alle Produktgruppen wurden gleichzeitig umgestellt:
- März 2021: Kühlschränke, Gefriertruhen, Waschmaschinen, Waschtrockner, Geschirrspüler, Fernseher und Monitore
- September 2021: Lampen und Leuchtmittel
- Juli 2025: Wäschetrockner
- Voraussichtlich 2027: Heizungen und Klimaanlagen (hier gilt aktuell noch die alte Skala A+++ bis D)
Bis die letzte Produktgruppe umgestellt ist, werden im Handel also beide Labelsysteme nebeneinander existieren. Besonders bei Heizungen bleibt das alte System vorerst bestehen, was beim Kauf einer neuen Heizung für Verwirrung sorgen kann.
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Die Angaben auf dem Label
Jedes neue Energielabel enthält neben dem Effizienzpfeil (A bis G) weitere nützliche Informationen. Die genauen Angaben variieren je nach Gerätetyp:
Waschmaschinen zeigen den Energieverbrauch pro 100 Waschzyklen, die Wasserverbrauchsmenge, die Schleuderwirkungsklasse, die Lautstärke in Dezibel und die Füllmenge.
Kühlschränke zeigen den jährlichen Energieverbrauch in kWh, das Nutzvolumen der Fächer und die Geräuschemissionsklasse.
Geschirrspüler zeigen den Energieverbrauch pro 100 Standardzyklen, den Wasserverbrauch pro Zyklus, die Trocknungswirkungsklasse und die Lautstärke.
Fernseher und Monitore zeigen den Energieverbrauch im SDR- und HDR-Modus, die Bildschirmdiagonale und die Auflösung.
QR-Code und EPREL-Datenbank
Jedes neue Label trägt einen QR-Code. Er führt zur EPREL-Datenbank (European Product Registry for Energy Labelling). Hersteller müssen dort jedes energierelevante Produkt registrieren, bevor sie es in der EU verkaufen. Seit März 2021 kannst du als Verbraucher die hinterlegten Daten direkt abrufen, vom Energieverbrauch bis zu technischen Produktdetails.
Das ist besonders praktisch beim Online-Kauf: Wenn ein Shop nur das Foto des Labels zeigt, kannst du über die EPREL-Datenbank die offiziellen Werte prüfen.
Tipps für die Kaufentscheidung
- Vergleiche innerhalb desselben Labelsystems. Wenn zwei Geräte das neue A-bis-G-Label tragen, ist der Buchstabenvergleich sinnvoll. Bei einem Mix aus altem und neuem Label hilft nur der absolute Verbrauchswert.
- Klasse A muss es nicht sein. Die Klasse A ist bei den meisten Produktgruppen noch leer oder kaum besetzt. Ein Gerät der Klasse B oder C ist nach heutigen Maßstäben sehr effizient.
- Achte auf die Zusatzangaben. Der Buchstabe allein erzählt nicht die ganze Geschichte. Lautstärke, Wasserverbrauch und Schleuderwirkung beeinflussen den Alltag genauso wie der Stromverbrauch.
- Nutze den QR-Code. Die EPREL-Datenbank liefert herstellerunabhängige Daten und macht Geräte verschiedener Marken direkt vergleichbar.
Nicht verwechseln: Energielabel bei Gebäuden funktioniert anders
Einer der häufigsten Irrtümer beim Thema Energielabel neu und alt: Die Regeln für Kühlschränke und Waschmaschinen gelten auch für den Energieausweis eines Gebäudes. Das stimmt nicht.
Die Unterschiede auf einen Blick
| Haushaltsgeräte | Wohngebäude | |
|---|---|---|
| Aktuelle Skala | A bis G (seit 2021) | A+ bis H (seit 2014) |
| Alte Skala | A+++ bis D | Nur Farbskala (grün bis rot), keine Buchstaben |
| Rechtsgrundlage | EU-Verordnung 2017/1369 | GModG (ehem. GEG), Anlage 10 |
| Bezugsgröße | kWh/Jahr, kWh/100 Zyklen etc. | kWh/(m²·a) Endenergie |
| Datenbank | EPREL (QR-Code auf dem Label) | DIBt-Registriernummer |
| Änderung ab 2027 | Heizungen erhalten A bis G | Nichtwohngebäude: A bis G; Wohngebäude bleiben A+ bis H |
Die Skalen sehen ähnlich aus, messen aber völlig verschiedene Dinge. Ein Gebäude mit Effizienzklasse D ist nicht „schlecht wie ein D-Kühlschrank". Es bedeutet einen Endenergiekennwert zwischen 100 und 130 kWh/(m²·a), was einem solide sanierten Altbau entspricht.
Die Gebäude-Effizienzklassen im Überblick
Der Energieausweis für Wohngebäude zeigt seit 2014 Effizienzklassen von A+ bis H:
| Klasse | Endenergie kWh/(m²·a) | Typisches Gebäude |
|---|---|---|
| A+ | ≤ 30 | Passivhaus |
| A | > 30 bis ≤ 50 | Niedrigenergiehaus |
| B | > 50 bis ≤ 75 | Neubau nach aktuellem Standard |
| C | > 75 bis ≤ 100 | Gut sanierter Altbau |
| D | > 100 bis ≤ 130 | Solide sanierter Altbau |
| E | > 130 bis ≤ 160 | Teilsanierter Altbau |
| F | > 160 bis ≤ 200 | Wenig saniertes Gebäude |
| G | > 200 bis ≤ 250 | Unsanierter Altbau |
| H | > 250 | Energetisch sehr schlechtes Gebäude |
Falls du die Effizienzklasse deines Gebäudes wissen möchtest, findest du sie auf deinem Energieausweis. Wenn dein Ausweis abgelaufen ist oder noch keine Buchstabenklassen enthält, kannst du einen neuen Ausweis online erstellen und siehst deinen Kennwert und deine Effizienzklasse kostenlos in der Vorschau, bevor du dich entscheidest. Wenn du dir unsicher bist, welcher Ausweis für dein Gebäude der richtige ist, hilft dir die Übersicht weiter.
Unser ausführlicher Artikel zur Effizienzklasse A+ bis H bei Gebäuden erklärt die Bedeutung für jede Stufe im Detail.
Kurz getestet: 3 Fragen
Häufige Fragen zum Energielabel neu und alt
Entspricht A+++ beim Gerät jetzt der Klasse A?
Nein. Durch veränderte Messmethoden und strengere Maßstäbe landet ein ehemaliges A++±Gerät beim neuen Energielabel oft in Klasse B bis D. Die Skalen sind nicht direkt vergleichbar. Vergleiche immer den konkreten Verbrauchswert in kWh.
Sind Geräte mit dem neuen Label schlechter geworden?
Nein. Die Geräte selbst haben sich nicht verändert. Nur die Bewertung ist strenger und realistischer. Ein Gerät der neuen Klasse C kann genauso effizient sein wie eines, das früher A+++ trug.
Was mache ich, wenn im Laden beide Labels nebeneinander hängen?
Das kommt vor, besonders bei Restposten oder Gerätetypen, die noch nicht umgestellt wurden (z. B. Heizungen). Der sicherste Vergleich geht über den absoluten Verbrauchswert in kWh, nicht über die Buchstaben. Nutze im Zweifel den QR-Code auf dem neuen Label, um die EPREL-Daten abzurufen.
Wann werden auch Heizungen das neue Label bekommen?
Voraussichtlich 2027. Bis dahin gelten für Heizungen und Klimaanlagen noch die alten Klassen A+++ bis D.
Gilt die neue A-bis-G-Skala auch für den Energieausweis meines Hauses?
Nein. Wohngebäude behalten die Skala A+ bis H. Die A-bis-G-Einteilung gilt ab 2027 nur für Nichtwohngebäude (Büros, Gewerbe). Das ist einer der häufigsten Irrtümer beim Thema Energielabel neu und alt.
Hat mein alter Energieausweis ohne Effizienzklasse noch Gültigkeit?
Ja. Energieausweise sind 10 Jahre gültig, auch wenn sie noch keine Buchstabenklassen enthalten. Erst wenn die Frist abläuft oder ein Pflichtanlass eintritt (Verkauf, Neuvermietung), brauchst du einen neuen. Mehr dazu erfährst du unter Gültigkeit des Energieausweises.
Wo finde ich die Effizienzklasse meines Gebäudes?
Sie steht auf deinem Energieausweis, direkt auf der Farbskala. Falls dein Ausweis abgelaufen ist oder keine Klasse enthält, kannst du einen neuen Ausweis online erstellen. Du siehst deinen Kennwert und deine Effizienzklasse kostenlos in der Vorschau, bevor du dich entscheidest.
Muss die Effizienzklasse in eine Immobilienanzeige?
Ja. Laut § 87 GModG müssen bei Verkauf oder Neuvermietung in der Anzeige stehen: Art des Energieausweises, Endenergiekennwert, Effizienzklasse (bei Ausweisen ab Mai 2014), wesentlicher Energieträger und Baujahr. Details dazu findest du im Ratgeber zu Pflichtangaben.
Weitere Fachbegriffe rund um den Energieausweis findest du in unserem Glossar.
Energieausweis in 5 Minuten online erstellen
GModG-konform, DIBt-registriert, als PDF in 1–2 Werktagen.
Verbrauchsausweis 59,90 €