Kontrolle Energieausweis 2026: 3 Stufen, Prüfung, Bußgelder

Inhalt dieses Artikels · 17 Abschnitte
- Kurz zusammengefasst
- Was bedeutet „Kontrolle Energieausweis" genau?
- Die behördliche Stichprobenkontrolle nach § 99 GEG
- Kennwertprüfung: Endenergie und Primärenergie verstehen und kontrollieren
- Daten Plausibilitätsprüfung: Adresse, Gebäudeteil und Erfassungszeitraum
- Verbrauchsdatenerfassung und Witterungsbereinigung prüfen
- Energieträger und Anlagentechnik prüfen
- Modernisierungsempfehlungen bewerten
- Gebäudedaten und Zonen prüfen (Nichtwohngebäude)
- Abweichung zwischen Ausweis und Besichtigung klären
- Die Registriernummer als Kontroll Anker
- Wer kontrolliert den Energieausweis im Alltag?
- Pflichtangaben in Immobilienanzeigen als häufigster Kontroll Auslöser
- Bußgelder bei Verstößen nach § 108 GEG
- Checkliste: So gelingt die Kontrolle Energieausweis in Eigenregie
- Wie lässt sich sicherstellen, dass der Energieausweis jede Kontrolle besteht?
- Häufige Fragen zur Kontrolle beim Energieausweis
Kurz zusammengefasst
Die Kontrolle beim Energieausweis hat zwei Seiten: den behördlichen Stichprobencheck nach § 99 GEG und die Prüfung, die Eigentümer, Käufer oder Mieter selbst vornehmen können. Rund 2 % aller ausgestellten Ausweise werden automatisiert kontrolliert, bei Verstößen drohen Bußgelder bis 10.000 €. Dieser Artikel erklärt das dreistufige Kontrollsystem, zeigt eine praktische Checkliste für die eigene Kontrolle Energieausweis (inklusive Kennwert, Energieträger, Witterungsbereinigung und Modernisierungsempfehlungen) und klärt, warum es keine öffentliche Datenbank zur Nummernprüfung gibt.
Was bedeutet „Kontrolle Energieausweis" genau?
Der Begriff „Kontrolle Energieausweis" umfasst zwei ganz verschiedene Dinge, die in der Praxis oft vermischt werden:
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Behördliche Kontrolle: Der Staat prüft über ein dreistufiges Stichprobensystem, ob ausgestellte Energieausweise korrekt und vollständig sind. Rechtsgrundlage ist § 99 GEG, umgesetzt nach Vorgabe der EU Gebäuderichtlinie (EPBD).
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Eigene Kontrolle: Als Eigentümer, Käufer oder Mieter lässt sich selbst prüfen, ob ein Energieausweis gültig, vollständig und plausibel ist, bevor man sich auf ihn verlässt.
Wer gerade einen Energieausweis braucht und sichergehen will, dass er jede Kontrolle besteht, kann seinen Verbrauchsausweis direkt online erstellen, mit kostenloser Vorschau des Kennwerts vor dem Kauf.
Die behördliche Stichprobenkontrolle nach § 99 GEG
Rechtsgrundlage
In Umsetzung der EU Gebäuderichtlinie unterliegen Energieausweise in Deutschland einer zufallsgesteuerten Stichprobenkontrolle. Das GEG regelt das Verfahren in § 99 und teilt es in drei Stufen auf. Die Kontrolle Energieausweis auf behördlicher Ebene ist damit kein freiwilliges Instrument, sondern gesetzlich vorgeschrieben.
Das dreistufige System
Stufe 1: Automatische Plausibilitätsprüfung (DIBt)
Die erste Kontrollebene läuft vollständig elektronisch und automatisiert beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) als zentraler Registrierstelle. Ein Zufallsalgorithmus wählt Ausweise aus, wobei ein definierter Mindestanteil pro Ausweistyp, Gebäudekategorie und Bundesland eingehalten wird. Geprüft werden Gebäude Eingabedaten und Ergebniswerte auf formale Plausibilität.
Der Umfang: Etwa 2 % aller ausgestellten Energieausweise durchlaufen diese Stufe.
Stufe 2: Inhaltliche Prüfung durch Landesbehörden
Fällt ein Ausweis in Stufe 1 auf, übernehmen die zuständigen Landesbehörden. Sie prüfen Eingabedaten, Ergebnisse und Modernisierungsempfehlungen detaillierter anhand der eingereichten Unterlagen.
Stufe 3: Vor Ort Inspektion
Die intensivste Kontrollstufe umfasst eine vollständige Überprüfung aller Daten, gegebenenfalls mit Besichtigung des Gebäudes. Auch diese führen die Landesbehörden durch, nicht das DIBt.
Was passiert bei Beanstandung?
Ein Detail, das die meisten Ratgeber verschweigen: Wenn die Kontrolle Energieausweis keine Mängel findet, bekommt der Aussteller keinerlei Rückmeldung. Nur bei festgestellten GEG Verstößen werden die zuständige Bauaufsichtsbehörde, der Gebäudeeigentümer und der Aussteller informiert. Man erfährt also nur dann etwas, wenn tatsächlich etwas nicht stimmt.
Aufbewahrungspflicht des Ausstellers
Ein Punkt, den fast keine Verbraucherseite erwähnt: Nach § 99 Abs. 5 GEG müssen Aussteller Kopien der Energieausweise samt aller verwendeten Daten und Unterlagen mindestens zwei Jahre ab Ausstellungsdatum aufbewahren. Das soll sicherstellen, dass bei einer Stichprobenkontrolle oder einem Bußgeldverfahren alles nachvollziehbar bleibt.
Wer als Aussteller der Aufforderung zur Herausgabe nicht nachkommt, begeht nach § 108 Abs. 1 Nr. 21 GEG eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern bis zu 5.000 €. Mehr zu den möglichen Konsequenzen bei falschen Angaben steht im Beitrag über Bußgeld und Haftung.
Kennwertprüfung: Endenergie und Primärenergie verstehen und kontrollieren
Ein Energieausweis enthält zwei zentrale Kennwerte, die bei jeder Kontrolle Energieausweis geprüft werden: den Endenergiebedarf (oder Endenergieverbrauch) und den Primärenergiebedarf. Beide stehen auf dem Ausweis, aber sie sagen unterschiedliche Dinge aus.
Was die Kennwerte bedeuten
Der Endenergiebedarf (kWh/m²·a) beschreibt, wie viel Energie das Gebäude tatsächlich zum Heizen, für Warmwasser und gegebenenfalls Kühlung benötigt. Das ist die Zahl, die in Immobilienanzeigen genannt werden muss und die den Farbbalken auf dem Ausweis bestimmt.
Der Primärenergiebedarf berücksichtigt zusätzlich die Verluste bei Gewinnung, Umwandlung und Transport des Energieträgers. Ein Gebäude mit Wärmepumpe kann einen niedrigen Primärenergiebedarf aufweisen, obwohl der Endenergiebedarf höher liegt, weil Strom einen günstigen Primärenergiefaktor hat.
Wer die Unterschiede im Detail verstehen will, findet eine ausführliche Erklärung im Artikel über Endenergiebedarf vs. Primärenergiebedarf.
Worauf bei der Kontrolle achten?
Bei der Plausibilitätsprüfung, ob behördlich oder selbst durchgeführt, werden die Kennwerte gegen typische Referenzwerte abgeglichen:
- Ein unsanierter Altbau vor 1977 mit einem Endenergiebedarf unter 50 kWh/m²·a wäre extrem unwahrscheinlich
- Der Primärenergiebedarf muss zum angegebenen Energieträger passen (Erdgas hat den Faktor 1,1, Strom allgemein 1,8, Strom für Wärmepumpen oft 1,8 multipliziert mit dem geringeren Bedarf)
- Die Effizienzklasse auf dem Farbbalken muss rechnerisch zum Endenergiebedarf passen (Klasse A: unter 50, Klasse H: über 250)
Praktiker auf Reddit berichten, dass sie bei der eigenen Kontrolle von Energieausweisen besonders oft auf inkonsistente Primärenergiefaktoren stoßen, etwa wenn der angegebene Energieträger nicht zum berechneten Faktor passt. Das ist ein klares Warnsignal.
Daten Plausibilitätsprüfung: Adresse, Gebäudeteil und Erfassungszeitraum
Bevor man sich die Kennwerte anschaut, lohnt sich ein Blick auf die Grunddaten des Ausweises. Fehler hier sind erstaunlich häufig und fallen bei der Kontrolle Energieausweis sofort auf.
Adresse und Gebäudezuordnung
Der Energieausweis gilt immer für das gesamte Gebäude, nicht für eine einzelne Wohnung. Die Adresse muss exakt mit dem Gebäude übereinstimmen, für das der Ausweis benötigt wird. Bei Eigentumswohnungen ist der Ausweis des gesamten Wohngebäudes maßgeblich. Wer eine Wohnung verkauft oder vermietet, braucht den Ausweis des Hauses, nicht einen eigenen für die Einheit.
Erfassungszeitraum beim Verbrauchsausweis
Beim Verbrauchsausweis müssen Verbrauchsdaten aus drei aufeinanderfolgenden Abrechnungsperioden vorliegen. Dieser Zeitraum ist auf dem Ausweis dokumentiert. Prüfenswert:
- Liegen die Abrechnungszeiträume tatsächlich lückenlos hintereinander?
- Überschneiden sich Zeiträume oder fehlt ein Jahr?
- Liegt ein Leerstand vor, der die Werte verfälscht haben könnte?
In Fachforen wird immer wieder berichtet, dass Aussteller bei gemischt genutzten Gebäuden den falschen Gebäudeteil erfassen oder Abrechnungszeiträume durcheinanderbringen. Eine kurze Sichtprüfung dieser Angaben spart im Zweifelsfall spätere Diskussionen.
Verbrauchsdatenerfassung und Witterungsbereinigung prüfen
Was ist Witterungsbereinigung?
Verbrauchswerte schwanken je nach Winter. Ein milder Winter senkt den Heizverbrauch, ein strenger Winter treibt ihn hoch. Damit die Werte vergleichbar werden, werden sie witterungsbereinigt, also auf einen statistischen Normalwinter umgerechnet. Als Referenz dienen die Klimafaktoren des Deutschen Wetterdienstes, die nach Postleitzahl und Abrechnungszeitraum variieren.
Worauf bei der Prüfung achten?
Der witterungsbereinigte Wert steht auf dem Ausweis. Wer die Plausibilität im Rahmen der eigenen Kontrolle Energieausweis prüfen will:
- Den eigenen tatsächlichen Heizenergieverbrauch (aus der Heizkostenabrechnung) mit dem Ausweiswert vergleichen. Weichen die Werte um mehr als 30 % ab, sollte man nachfragen
- Prüfen, ob der korrekte Klimafaktor für den Standort und den Abrechnungszeitraum verwendet wurde
- Bei Gebäuden mit zentraler Warmwasserbereitung muss der Warmwasseranteil entweder separat erfasst oder pauschal angesetzt sein
Tipps zur richtigen Erfassung der Verbrauchsdaten aus der Heizkostenabrechnung gibt der Ratgeber Heizkostenabrechnung für den Verbrauchsausweis.
Energieträger und Anlagentechnik prüfen
Warum der Energieträger wichtig ist
Der eingetragene Energieträger (Erdgas, Heizöl, Fernwärme, Wärmepumpe, Pellets usw.) beeinflusst den Primärenergiefaktor und damit die Effizienzklasse des Gebäudes direkt. Ein falsch eingetragener Energieträger kann den Kennwert erheblich verfälschen.
Was man konkret prüfen sollte
- Stimmt der im Ausweis genannte Energieträger mit der tatsächlich verbauten Heizungsanlage überein?
- Wurde bei einem Heizungswechsel der neue Energieträger berücksichtigt?
- Bei Mehrfamilienhäusern mit mehreren Heizungsanlagen: Sind alle Systeme erfasst?
- Ist die Angabe zur Warmwasserbereitung korrekt (zentral oder dezentral)?
Ein auf YouTube dokumentierter Fall zeigt, wie ein Verbrauchsausweis fälschlicherweise „Erdgas" statt „Fernwärme" auswies, was den Kennwert um fast 20 % verschob und die Effizienzklasse um eine Stufe verbesserte. Bei einer Kontrolle Energieausweis durch die Behörden wäre das aufgefallen.
Modernisierungsempfehlungen bewerten
Was im Ausweis stehen muss
Seite 4 des Energieausweises enthält Empfehlungen für kostengünstige Modernisierungsmaßnahmen, sofern solche technisch sinnvoll sind. Diese Empfehlungen sind verpflichtender Bestandteil nach § 84 GEG. Fehlen sie ohne Begründung, ist der Ausweis unvollständig.
Wie man die Empfehlungen einordnet
Die Modernisierungsempfehlungen sind keine verbindliche Sanierungspflicht, sondern Hinweise. Trotzdem lohnt sich ein kritischer Blick:
- Passen die empfohlenen Maßnahmen zum tatsächlichen Gebäudezustand? Wird beispielsweise eine Fassadendämmung empfohlen, obwohl das Gebäude bereits gedämmt ist?
- Sind die genannten Maßnahmen realistisch und wirtschaftlich? Ein Austausch der Fenster bei bereits vorhandener Dreifachverglasung wäre fragwürdig
- Sind die Empfehlungen individuell formuliert oder offensichtlich copy paste Standardtext?
Erfahrene Energieberater weisen in Fachforen darauf hin, dass standardisierte Textbausteine bei den Modernisierungsempfehlungen ein häufiges Qualitätsproblem sind. Wenn die Empfehlungen nicht zum Gebäude passen, deutet das auf eine oberflächliche Ausstellung hin.
Wer verstehen möchte, wie sich solche Empfehlungen von einem professionellen Sanierungsfahrplan unterscheiden, findet einen Vergleich im Beitrag über Energieausweis oder Sanierungsfahrplan.
Gebäudedaten und Zonen prüfen (Nichtwohngebäude)
Besonderheiten bei Nichtwohngebäuden
Bei Nichtwohngebäuden (Büros, Gewerbeflächen, Schulen) wird der Energieausweis nach DIN V 18599 zoniert erstellt. Das Gebäude wird in Nutzungszonen aufgeteilt, etwa Büroräume, Flure, Sanitärbereiche, Serverräume, jede mit eigenen Nutzungsrandbedingungen.
Typische Fehlerquellen
- Falsche Zonierung: Eine Kantine wird als Büro deklariert, was den Energiebedarf verzerrt
- Fehlende Zonen: Serverräume oder Tiefgaragen werden nicht berücksichtigt
- Falsche Nutzungsprofile: Die angesetzten Betriebszeiten oder Raumtemperaturen entsprechen nicht der tatsächlichen Nutzung
Für Wohngebäude spielt die Zonierung keine Rolle. Hier gibt es nur eine Zone. Wer aber ein gemischt genutztes Gebäude (Erdgeschoss Gewerbe, Obergeschosse Wohnungen) besitzt, sollte prüfen, ob die Aufteilung korrekt erfasst wurde.
Hinweis: EnergieausweisApp erstellt aktuell ausschließlich Energieausweise für Wohngebäude. Für reine Nichtwohngebäude ist ein Fachplaner vor Ort erforderlich.
Abweichung zwischen Ausweis und Besichtigung klären
Wenn die Realität nicht zum Papier passt
Es kommt vor, dass der Energieausweis ein anderes Bild zeichnet als die tatsächliche Besichtigung. Typische Situationen:
- Der Ausweis weist Effizienzklasse C aus, aber die Fassade ist offensichtlich ungedämmt und die Fenster sind einfachverglast
- Der Ausweis nennt „Gas Brennwertkessel", im Keller steht aber ein alter Niedertemperaturkessel
- Die Gebäudenutzfläche im Ausweis weicht stark von der tatsächlichen Wohnfläche ab
Was man tun kann
Zunächst: Die Gebäudenutzfläche (AN) im Energieausweis ist nicht identisch mit der Wohnfläche. Sie wird nach einem vereinfachten Verfahren aus dem beheizten Gebäudevolumen berechnet und ist typischerweise 20 bis 30 % größer als die Wohnfläche. Dieser Unterschied ist also normal. Eine genaue Erklärung bietet der Artikel zu Gebäudenutzfläche vs. Wohnfläche.
Bei echten Widersprüchen (falscher Heizungstyp, offensichtlich falsche Bauweise):
- Den Aussteller kontaktieren und auf die Abweichung hinweisen
- Falls der Aussteller nicht reagiert, die zuständige Bauaufsichtsbehörde informieren
- Im Rahmen eines Kaufs oder einer Anmietung: Den Ausweis nicht akzeptieren und einen neuen verlangen
Practitioners berichten auf Immobilienforen, dass Abweichungen zwischen Ausweis und Realität besonders oft nach einem Heizungstausch auftreten, weil der bestehende Ausweis noch die alte Anlage abbildet. Solange der Ausweis gültig ist, besteht keine automatische Pflicht zur Neuausstellung. Bei Verkauf oder Vermietung sollte aber ein aktueller Ausweis vorliegen, der den tatsächlichen Zustand widerspiegelt.
Die Registriernummer als Kontroll Anker
Was die Nummer ist
Jeder neu ausgestellte Energieausweis muss eine Registriernummer tragen, die das DIBt als Registrierstelle nach § 98 GEG vergibt. Diese Nummer ist der zentrale Identifikator, über den der Ausweis im Kontrollsystem zugeordnet wird. Ein Energieausweis ohne gültige Registriernummer ist rechtlich wertlos und darf weder für Verkauf noch Vermietung verwendet werden.
Warum es keine öffentliche Datenbank gibt
Eine der häufigsten Fragen lautet: „Kann ich die DIBt Registriernummer online prüfen?" Die Antwort: Nein. Zum Schutz von Gebäude und Personendaten ist das Register nicht öffentlich zugänglich. Das DIBt bietet keine Online Abfrage für Privatpersonen an.
Nur die zuständigen Landesbehörden (in der Regel die unteren Bauaufsichtsbehörden) haben Zugriff auf die Datenbank und können die Gültigkeit einer Nummer verifizieren.
Was man trotzdem prüfen kann
Auch ohne Datenbankzugang gibt es Plausibilitätschecks, die bei der Kontrolle Energieausweis weiterhelfen:
- Stimmt das Jahressegment in der Nummer mit dem Ausstellungsdatum überein?
- Ist die Nummer im erwarteten Nummernformat?
- Ist der Aussteller namentlich genannt und erreichbar?
Ein Hinweis für ältere Ausweise: Energieausweise, die vor Mai 2014 ausgestellt wurden, tragen keine Registriernummer. Da die Gültigkeit auf zehn Jahre begrenzt ist, sind diese Ausweise mittlerweile alle abgelaufen und müssen erneuert werden. Mehr zum Thema Gültigkeit und Erneuerung findet sich im Artikel über die Gültigkeit des Energieausweises.
Wer kontrolliert den Energieausweis im Alltag?
Die Stichprobenkontrolle nach § 99 GEG ist nur eine Seite der Medaille. Im Alltag wird die Kontrolle Energieausweis von mehreren Akteuren getragen.
Ordnungsamt und Bauaufsichtsbehörde
Das kommunale Ordnungsamt prüft, ob ein Energieausweis bei Besichtigungen vorgelegt (§ 80 Abs. 4 GEG), bei Vertragsschluss übergeben und in Immobilienanzeigen korrekt angegeben wurde (§ 87 GEG). Die Bauaufsichtsbehörde wird bei Neubauten und größeren Sanierungen aktiv.
Landesbehörden arbeiten dabei zunehmend datengesteuert. Auf Branchenportalen berichten Practitioners, dass Behörden systematisch Immobilienportale scannen, um fehlende Pflichtangaben aufzudecken.
Käufer, Mieter und Beschwerdeführer
Auch Privatpersonen können Verstöße melden. Das passiert häufiger, als man denkt. Erfahrene Energieberater berichten in Fachforen, dass Kontrollen oft anlassbezogen ausgelöst werden, also durch Hinweise an die Behörden. Ein Praktiker aus Bremen schildert, dass Beschwerden besonders häufig nach gescheiterten Kaufverhandlungen eingehen, wenn ein interessierter Käufer bei der Besichtigung keinen Energieausweis gesehen hat und anschließend eine Meldung macht.
Pflichtangaben in Immobilienanzeigen als häufigster Kontroll Auslöser
Die fünf Pflichtangaben nach § 87 GEG
Sobald eine Immobilie in einer kommerziellen Anzeige angeboten wird (online oder print), müssen fünf Angaben aus dem Energieausweis genannt werden:
- Art des Energieausweises (Bedarfs oder Verbrauchsausweis)
- Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch in kWh/(m²·a)
- Wesentlicher Energieträger für die Heizung
- Baujahr des Gebäudes
- Energieeffizienzklasse
Fehlende Angaben sind der mit Abstand häufigste Grund für Bußgelder im Zusammenhang mit der Kontrolle Energieausweis. Einen detaillierten Überblick bietet der Ratgeber zu Pflichtangaben in Immobilienanzeigen.
Wettbewerbsrechtliches Risiko (UWG)
Was über reine Bußgelder hinausgeht: Der BGH hat in seinem Urteil vom 14. Juni 2018 (Az. I ZR 4/17) bestätigt, dass fehlende Energieausweis Angaben in Immobilienanzeigen auch wettbewerbsrechtlich angreifbar sind. Konkurrenten oder Branchenverbände können Abmahnungen nach dem UWG aussprechen, mit den entsprechenden Kosten. Das trifft nicht nur Eigentümer, sondern auch Makler, die die Anzeige verantworten.
Bußgelder bei Verstößen nach § 108 GEG
Das GEG kennt ein dreistufiges Bußgeldsystem. Die Staffelung nach § 108 GEG:
| Verstoßkategorie | Maximales Bußgeld |
|---|---|
| Schwere Verstöße (§ 108 Abs. 1 Nr. 1 bis 9) | bis 50.000 € |
| Mittlere Verstöße (§ 108 Abs. 1 Nr. 10 bis 17) | bis 10.000 € |
| Leichtere Verstöße (restliche Nummern) | bis 5.000 € |
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Typische Energieausweis Verstöße (fehlende Pflichtangaben in Anzeigen, Nichtvorlage bei Besichtigung, keine Übergabe nach Vertragsschluss) fallen in die mittlere Kategorie mit bis zu 10.000 € pro Einzelfall.
Typische Bußgeldhöhen in der Praxis
Bei einem Erstverstoß bewegen sich die tatsächlich verhängten Bußgelder in der Regel zwischen 200 und 3.000 €. Bei Wiederholungstätern steigen die Beträge deutlich. Die Verantwortung trifft dabei denjenigen, der die Anzeige verantwortet, also auch den Makler, wenn dieser die Anzeige geschaltet hat. Aktuelle Informationen zu Pflichten und Fristen fasst der Beitrag zum GModG und Energieausweis zusammen.
Checkliste: So gelingt die Kontrolle Energieausweis in Eigenregie
Die Kontrolle Energieausweis ist keine Aufgabe, die allein den Behörden überlassen werden muss. Mit diesen neun Punkten lassen sich die häufigsten Fehler und Fälschungen erkennen:
1. Registriernummer vorhanden?
Sie steht auf Seite 1 des Ausweises. Fehlt sie, ist der Ausweis rechtlich wertlos.
2. Gültigkeitsdatum prüfen
Ausstellungsdatum plus zehn Jahre ergibt das Ablaufdatum. Ist der Ausweis abgelaufen, wird ein neuer benötigt.
3. Nur eine Berechnungsseite ausgefüllt?
Jeder Energieausweis enthält sowohl Seite 2 (Bedarfsausweis) als auch Seite 3 (Verbrauchsausweis). Es darf aber nur eine davon ausgefüllt sein, die andere bleibt leer. Sind beide Seiten befüllt, stimmt etwas nicht. Falls unklar ist, welcher Typ für das Gebäude der richtige ist, hilft der Vergleich von Bedarfsausweis und Verbrauchsausweis.
4. Unterschrift vorhanden?
Der Ausweis muss die Unterschrift des Ausstellers tragen. Ohne Unterschrift ist er nicht ordnungsgemäß.
5. Aussteller nach § 88 GEG berechtigt?
Der Name des Ausstellers muss genannt sein. Berechtigt sind nur Personen, die die Anforderungen nach § 88 GEG erfüllen, also qualifizierte Ingenieure, Architekten oder entsprechend weitergebildete Handwerksmeister.
6. Endenergie und Primärenergie plausibel?
Passen die Kennwerte zum Baujahr, Energieträger und Gebäudetyp? Ein unsanierter Altbau aus den 1960er Jahren mit Effizienzklasse A wäre höchst unwahrscheinlich. Die Effizienzklasse muss rechnerisch zum Endenergiebedarf passen.
7. Energieträger korrekt?
Stimmt der angegebene Energieträger mit der tatsächlich verbauten Heizungsanlage überein?
8. Erfassungszeitraum beim Verbrauchsausweis korrekt?
Drei aufeinanderfolgende Abrechnungsperioden müssen lückenlos dokumentiert sein.
9. Modernisierungsempfehlungen vorhanden und plausibel?
Seite 4 muss Empfehlungen enthalten (oder eine Begründung, warum keine nötig sind). Die Maßnahmen sollten zum tatsächlichen Gebäudezustand passen.
Wie lässt sich sicherstellen, dass der Energieausweis jede Kontrolle besteht?
Die Kontrolle Energieausweis ist kein Grund zur Sorge, wenn der Ausweis von Anfang an korrekt erstellt wurde. Drei Punkte sind entscheidend:
Seriösen Aussteller wählen. Der Aussteller muss nach § 88 GEG berechtigt sein. Bei EnergieausweisApp wird jeder Ausweis von einem Diplom Ingenieur (TU Darmstadt) geprüft und unterschrieben, der nach § 88 GEG ausstellungsberechtigt ist. Mehr zum Team findet sich auf der Über uns Seite.
Korrekte Daten liefern. Die häufigsten Beanstandungen bei Stichprobenkontrollen betreffen fehlerhafte Eingabedaten, nicht böswillige Fälschungen. Verbrauchsdaten, Gebäudedaten und Baujahr müssen stimmen. Tipps dazu gibt der Ratgeber zu häufigen Fehlern bei der Online Eingabe.
DIBt Registrierung sicherstellen. Jeder Ausweis muss eine offizielle Registriernummer tragen. Bei EnergieausweisApp erhält jeder ausgestellte Energieausweis automatisch eine DIBt Registriernummer nach § 98 GEG und ist damit für Verkauf, Vermietung und behördliche Zwecke zehn Jahre lang gültig.
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Häufige Fragen zur Kontrolle beim Energieausweis
Wer kontrolliert den Energieausweis?
Die Kontrolle des Energieausweises erfolgt auf mehreren Ebenen: Das DIBt führt automatisierte Stichprobenkontrollen nach § 99 GEG durch (Stufe 1). Bei Auffälligkeiten übernehmen die Landesbehörden mit tiefergehenden Prüfungen (Stufe 2 und 3). Im Alltag kontrollieren Ordnungsamt und Bauaufsichtsbehörde, ob Ausweise vorgelegt und Pflichtangaben in Anzeigen gemacht werden.
Kann ich die DIBt Registriernummer online prüfen?
Nein. Das Registrierungsverzeichnis ist zum Schutz von Gebäude und Personendaten nicht öffentlich zugänglich. Eine Online Prüfung der DIBt Nummer ist für Privatpersonen nicht möglich. Die Plausibilität lässt sich aber prüfen (Nummernformat, Jahresabgleich), oder man wendet sich an die zuständige Bauaufsichtsbehörde.
Was passiert, wenn mein Energieausweis bei der Stichprobe beanstandet wird?
Bei keinen Mängeln gibt es keine Rückmeldung. Werden GEG Verstöße festgestellt, werden die zuständige Bauaufsichtsbehörde, der Gebäudeeigentümer und der Aussteller informiert. Es kann ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden.
Wie hoch ist das Bußgeld bei fehlendem Energieausweis?
Für typische Energieausweis Verstöße (fehlende Vorlage, fehlende Pflichtangaben in der Anzeige) drohen nach § 108 GEG Bußgelder bis zu 10.000 €. In der Praxis liegen Erstverstoß Bußgelder meist zwischen 200 und 3.000 €.
Wie lange muss der Aussteller die Unterlagen aufbewahren?
Nach § 99 Abs. 5 GEG müssen Aussteller Kopien des Energieausweises und alle zugrunde liegenden Daten und Unterlagen mindestens zwei Jahre ab Ausstellungsdatum aufbewahren.
Sind Energieausweise ohne Registriernummer gültig?
Nein. Seit Mai 2014 muss jeder Energieausweis eine DIBt Registriernummer tragen. Ausweise, die vor diesem Stichtag ohne Nummer ausgestellt wurden, sind mittlerweile alle abgelaufen (zehn Jahre Gültigkeit) und müssen erneuert werden.
Können auch Makler für fehlende Angaben bestraft werden?
Ja. Die Verantwortung für Pflichtangaben in Immobilienanzeigen nach § 87 GEG trifft denjenigen, der die Anzeige verantwortet. Das kann der Eigentümer sein, aber auch der beauftragte Makler. Zusätzlich besteht ein wettbewerbsrechtliches Abmahnrisiko nach dem UWG.
Was bedeutet Witterungsbereinigung beim Verbrauchsausweis?
Die Witterungsbereinigung rechnet die tatsächlichen Heizverbrauchswerte auf einen statistischen Normalwinter um, damit Ausweise verschiedener Jahre und Standorte vergleichbar werden. Die Klimafaktoren stammen vom Deutschen Wetterdienst und variieren nach Postleitzahl und Abrechnungszeitraum.
Was tun, wenn der Ausweis nicht zum Gebäude passt?
Erst den Aussteller kontaktieren. Falls dieser nicht reagiert, die zuständige Bauaufsichtsbehörde informieren. Im Rahmen eines Kaufs oder einer Anmietung sollte ein fehlerhafter Ausweis nicht akzeptiert werden.
Wie stelle ich sicher, dass mein Energieausweis die Kontrolle besteht?
Einen nach § 88 GEG berechtigten Aussteller wählen, korrekte Gebäude und Verbrauchsdaten liefern und sicherstellen, dass der Ausweis eine gültige DIBt Registriernummer trägt. Weitere Fragen beantwortet der FAQ Bereich auf energieausweisapp.de.
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